Überfälle in Hamm, Lünen und Ascheberg

Brutale Lidl-Räuber müssen jahrelang ins Gefängnis

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Wegen einer Serie von bewaffneten Raubüberfällen auf Discounter in Hamm, Lünen und Ascheberg müssen zwei Männer mehrere Jahre ins Gefängnis.

  • Blitzüberfälle in Hamm, Lünen und Herbern
  • Brutale Haupttäter in Dortmund verurteilt
  • Erinnerung Betroffener oft unter Tränen

Hamm/Ascheberg/Dortmund - Ein 22-jähriger Mann muss nach Jugendstrafrecht für sechs Jahre und zehn Monate in Haft. Sein 27-jähriger Komplize erhielt eine Strafe nach dem Erwachsenenstrafrecht und muss für sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. So lauten die Urteile am Dortmunder Landgericht vom Freitag.

Beide Männer, die seit früher Jugend alkohol- und drogenabhängig sind, müssen nach dem Verbüßen einer Teilstrafe den Rest der Haft in einer geschlossenen Entziehungsklinik verbringen. (Hier lesen Sie die Plädoyers und einen Rückblick auf die Taten.)

Aus dem Jugendgefängnis entwichen

Der zur Tatzeit 19-jährige gilt nach Abschluss der Beweisaufnahme als Initiator einer ganzen Reihe von teils sehr brutalen Überfällen auf Lebensmittelmärkte von Lidl, Aldi und Penny. Der junge Lüner war bei Beginn der Tatserie aus dem Jugendgefängnis entwichen, wo er eine dreieinhalbjährige Jugendstrafe wegen einer ganzen Reihe von Einbruchdiebstählen absitzen musste. Er überredete seinen Mitangeklagten und einen weiteren Bekannten, mit ihm zusammen die ausgespähten Filialen zu überfallen.

Beute war teilweise beträchtlich

Unter vorgehaltener, täuschend echt wirkender Scheinwaffe wurden Kassiererinnen und Filialleiter eingeschüchtert, teils zu Boden geschlagen und zur Herausgabe von Tageskasse oder Tresoreinlagen gezwungen. Die Beute war teilweise beträchtlich. So erbeutete das Duo in Ascheberg-Herbern im Mai 2017 aus einem Safe 6500 Euro, wenige Tage später in einem Discounter in Hamm an der Münsterstraße über 11.000 Euro.

Erinnerung oft unter Tränen

An den über 30 Verhandlungstagen wurden Dutzende von Tatopfern zum genauen Hergang der skrupellosen Blitzüberfälle gehört. Viele von ihnen konnten sich nur unter Tränen an das erlittene Gewaltgeschehen erinnern, waren nach dem Überfall wochenlang krank geschrieben oder mussten sogar ihren Arbeitsplatz wechseln.

Den angerichteten Schaden müssen die beiden Angeklagten nach Weisung des Gerichts wieder gutmachen.

 

Dritter Täter bereits verurteilt

Der dritte Mittäter wurde bereits in einem separaten Verfahren zu einer milden Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte als Taten rückhaltlos gestanden, die Tatbeteiligung seiner früheren Freunde offen gelegt und sich aktiv bemüht, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.

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