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Lebensgefährliches Nickerchen: Mann schläft auf fahrendem Güterzug

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Von: Daniel Großert

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In Leverkusen (NRW) fuhr ein schlafender Mann auf einem Güterzug mit.
Mit einer Jacke zugedeckt fuhr ein schlafender Mann in Leverkusen (NRW) auf einem Güterzug mit. © Bundespolizei

Dieses Nickerchen hätte er mit dem Leben bezahlen können: Ein Mann hat in NRW auf einem fahrenden Güterzug geschlafen. Die Polizei sperrte eine Bahnstrecke.

Leverkusen (NRW) - Es gibt Menschen, die können in nahezu jeder Position an fast jedem Ort schlafen. Ein 25-jähriger Mann hatte sich am Dienstagmorgen in Leverkusen (NRW) allerdings einen besonders gefährlichen Ort für ein Nickerchen ausgesucht: Er schlief auf einem fahrenden Güterzug.

StadtLeverkusen
Fläche78,85 km²
Bevölkerung163.838 (2019)

Leverkusen/NRW: Mann schläft auf fahrendem Güterzug - Bahnstrecke gesperrt

Die Bundespolizei wurde nach eigenen Angaben am Dienstag kurz vor 7 Uhr alarmiert, weil eine Person auf einen Güterzug, der von Unkel (Rheinland-Pfalz) in Richtung Köln unterwegs war, aufgestiegen sei und mitfahre. Ein Zeuge hatte den „blinden Passagier“ beobachtet und daraufhin die Polizei informiert.

Der Güterzug sei schließlich auf einer freien Strecke bei Leverkusen-Morsbroich gestoppt worden. Bereits während der Anfahrt der Bundespolizei seien Gleise gesperrt und der Strom geerdet worden.

Vor Ort fanden die Beamten dann auch die gesuchte Person: Ein Mann lag schlafend und mit einer Jacke zugedeckt zwischen einem Containertragwagen und einem Ladecontainer. Die Polizisten weckten den 25-Jährigen, der daraufhin ausgesagt habe, dass er schon rund eine Stunde dort liege und mit dem Zug in Richtung seiner Heimat Pakistan fahren wolle.

Leverkusen/NRW: Mann schläft auf fahrendem Güterzug - lebensgefährliches Nickerchen

Nachdem die Einsatzkräfte den jungen Mann aus dem Gefahrenbereich gebracht hatten, machten sie ihm deutlich, dass sein Handeln lebensgefährlich war. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab später, dass er sich illegal in Deutschland aufhält. Neben einer Anzeige wegen unbefugten Betretens eines Eisenbahn-Fahrzeugs erwartet den 25-Jährigen daher auch ein Ermittlungsverfahren wegen des unerlaubten Aufenthalts in der Bundesrepublik.

Der Einsatz in Leverkusen hatte nach Angaben der Bundespolizei erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr: Durch die Streckensperrungen kam es bei 21 Zügen zu Verspätungen von insgesamt 843 Minuten.

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang vor den Gefahren, die auf Bahnanlagen lauern. Erst im vergangenen Jahr war in Troisdorf (NRW) ein Jugendlicher gestorben, als er auf einen Güterwaggon geklettert und von einem Stromüberschlag getroffen worden war. Daher sollten sich Bürger grundsätzlich von Gleisen und Bahnanlagen fernhalten und für Reisen ausschließlich Bahnhöfe nutzen.

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