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Leben und Lachen zurück am Hammer „Leichen-Haus“

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Von: Markus Hanneken

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Bis Freitagmorgen war die Tür zum „Leichen-Haus“ versiegelt.
Die Polizei hatte tagelang den Zutritt zum „Leichen-Haus“ nicht zugelassen, inzwischen ist zumindest das Siegel verschwunden. © Andreas Rother

Auch gut eine Woche nach dem Auffinden zweier männlicher Leichen in einem Hinterhaus in Hamm bleibt die Erkenntnislage diffus. Die Ermittler haben Mühe, Licht ins Motiv-Dunkel zu bringen.

Hamm - Die Situation in der Märkischen Straße im Hammer Osten mutet etwas bizarr an: In jenem Hinterhof, den vor gerade einer Woche in Weiß gehüllte Ermittlerprofis bevölkerten, sind Leben und Lachen zurück. Eben dort waren die Körper von zwei toten Männern gefunden und geborgen worden; sie kamen aus Hamm und Bad Sassendorf. Nun sind dort wieder vermehrt Arbeiter, die im „Polenhaus“ genannten Haupthaus untergebracht sind, zwischen ihren eng geparkten Autos unterwegs; mittendrin steht noch immer das Fahrrad, mit dem der einbeinige Volker K. vor seinem Tod oft in Hamm gesehen worden war.

In den winzigen Räumlichkeiten des nach umfangreicher Spurensicherung nun nicht mehr versiegelten Hinterhauses muss sich wenige Tage zuvor ein menschliches Drama abgespielt haben. Dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge erstach ein 40-jähriger Mann aus Bad Sassendorf den Wohnungsinhaber 52-jährigen Volker K., ehe er sich selbst - vermutlich über inhaliertes Gas aus mindestens einem Zimmer-Ofen - das Leben nahm. Sowohl zu Details dazu als auch zur Frage der Todeszeitpunkte werde noch ermittelt, sagte die zuständige Staatsanwältin Milena Klement am Donnerstag.

Der Hof wird wieder als Park- und Aufenthaltsplatz genutzt.
Der Hof wird wieder als Park- und Aufenthaltsplatz genutzt. Im Gebäude links waren die Leichen gefunden worden. © privat

Leichenfunde in Hamm: viele Fragen noch unbeantwortet

Warum der 40-Jährige all das tat und welchem Verhältnis die beiden Männer überhaupt zueinander standen, ist bis dato komplett unbekannt. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass sie sich schon längere Zeit gekannt hätten, so Klement.

Überraschend war in dieser Woche immerhin bekannt geworden, dass der Jüngere nur drei Wochen vor dem Leichenfund mit großer Wahrscheinlichkeit in der Soester Altstadt ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus angezündet hatte, in dem seine Ex-Freundin wohnte. Zumindest wurde er von Polizei mit einem entsprechenden U-Haftbefehl gesucht. Ob diese Erkenntnis in einem relevanten Zusammenhang mit den Bluttaten in Hamm steht, kann bislang nur spekulativ betrachtet werden, weil die Ermittler auch zum möglichen Motiv noch keine Informationen haben. „Vielleicht lässt sich das nie mehr herauszufinden“, sagt Staatsanwältin Klement.

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