Schnee in NRW

Lebensgefahr auf dem Eis - Gefährliche Großeinsätze für Feuerwehr und Polizei

Großeinsatz in Dortmund: Ein Mann betrat den Phoenixsee.
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Großeinsatz in Dortmund: Ein Mann betrat den Phoenixsee.

Lebensgefahr auf dem Eis: Zwar herrscht klirrende Kälte in Nordrhein-Westfalen - Seen, Teiche und andere Gewässer dürfen aber trotzdem nicht betreten werden.

NRW - Es ist klirrend kalt in NRW: Schnee, Eis und tiefe Temperaturen sorgen für eine Winterwunderlandschaft - und einige Probleme auf den Straßen, Autobahnen und Schienen in Nordrhein-Westfalen. Die Kälte birgt aber noch einige andere Gefahren - denn die zugefrorenen Seen, Teiche und Gewässer verführen viele Menschen zu gefährlichen Schritten aufs Eis und sorgen für Großeinsätze für Feuerwehr und Polizei.

LandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Einwohnerzahl17.947.221 (31. Dezember 2019)
Größter FlussRhein

Auf dem Eis herrscht teilweise Lebensgefahr: Die Behörden warnen auch heute vor dem Betreten nicht freigegebener Eisflächen „Das Eis ist noch zu dünn“, teilte zum Beispiel die Feuerwehr Neuss mit.

Lebensgefahr auf dem Eis: Großeinsätze für Feuerwehr und Polizei bei Winter-Einbruch in NRW

Es ist eine Horrorvorstellung, die aus Bergkamen gemeldet wurde: Ein Junge ist in das Eis des nicht umfriedeten Ententeiches eingebrochen. Zum Glück ging es gut aus, denn ein Anwohner eilte dem Zehnjährigen schnell zur Hilfe.

Er organisierte eine Leiter, legte sie auf das Eis, näherte sich vorsichtig mit der Unterstützung einer Frau dem Kind und zog es aus dem Wasser. Mit einer leichten Unterkühlung wurde das Kind in eine umliegende Klinik gebracht.

Auf diesem zugefrorenen Teich in Bergkamen war der Junge eingebrochen.

Gefahr auf Talsperren und Stauseen: Ruhrverband warnt vor Eisflächen

Aufgrund des schwankenden Wasserspiegels reißt auch auf Talsperren und Stauseen die Eisschicht immer wieder auf. Der Ruhrverband sprach eine offizielle Warnung aus: „Durch die Risse steigt Wasser empor und bildet eine neue, dünnere Eisschicht, die bei Belastung natürlich leicht wieder brechen kann.“

Auch aus Naturschutzgründen sollte das Betreten der Eisflächen von Stauseen tabu sein, so der Ruhrverband weiter. So zögen sich Wasservögel auf die letzten freien Wasserstellen zurück und reagierten auf Störungen durch Menschen sehr sensibel.

Gefährliche Rettungsaktionen: Mann tritt auf den Phoenix-See in Dortmund

Immer wieder müssen die Einsatzkräfte zu gefährlichen Rettungsaktionen aufbrechen.

So sorgte ein Mann auf dem Phoenix-See in Dortmund für einen Großeinsatz für Feuerwehr und Polizei. Ein Mann lief über den See, obwohl die Eisschicht noch nicht dick genug ist, um Personen sicher tragen zu könne.

Innerhalb von Minuten eskalierte die Meldung zu einem Großeinsatz, denn das Eis hätte innerhalb kürzester Zeit unter dem Mann einbrechen können. Derzeit ist die Schicht nämlich an den meisten Orten immer noch viel zu dünn, um Menschen sicher tragen zu können. Glücklicherweise konnte der Mann die Eisfläche wieder unbeschadet verlassen.

Mann bricht in Eisfläche am Rhein - Hubschrauber findet unterkühlten Jogger

In Düsseldorf musste ein 49-Jähriger bei einer dramatischen Rettungsaktion mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera aus dem Eis gerettet werden. Der Mann brach im Bereich des Urdenbacher Altrheins - einem durch das Hochwasser überfluteten Gebiet neben dem Rhein - ein.

Eine Spaziergängerin hörte seine Rufe, doch aufgrund des unübersichtlichen Geländes konnte er nicht sofort gefunden werden. Erst mit der Wärmebildkamera eines Polizeihubschraubers konnte der 49-Jährige lokalisiert und ein Schlauchboot mit Rettungstauchern dorthin dirigiert werden. Die Einsatzkräfte konnten den Mann den Angaben zufolge schließlich aus dem hüfthohen und teils gefrorenen Wasser hieven. Der stark unterkühlte Jogger, der mehr als eine halbe Stunde im Wasser verbracht haben soll, wurde ins Krankenhaus gebracht.

19-Jährige brechen in See ein - Feuerwehr rettet entkräfteten Mann

In Langenfeld brachen zwei 19-Jährige ins Eis ein. Sie konnten sich selbst aus dem zugefrorenen See retten, doch nur einer der Männer konnte über die Böschung zu den Rettungskräften klettern. Der zweite junge Mann blieb entkräftet am Ufer des Sees liegen.

Er wurde in wärmende Decken gehüllt und musste mit einer Schleifkorbtrage den Abhang hinaufgebracht werden. Auch er musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Dramatischer Feuerwehr-Einsatz am Diemelsee im Sauerland: Ein Reh wagte sich auf das vereiste Gewässer und brach ein. Doch die Hilfe kam zu spät. Wie die Feuerwehr Marsberg berichtet, hatte ein Passant auf der vereisten Fläche des Diemelsees ein Reh bemerkt, das offensichtlich eingebrochen war. Das Tier konnte leider nur noch tot geborgen werden. „Trotz der extremen Kälte sind die Eisdecken sehr dünn und können das Gewicht von Menschen, auch von Kindern, keinesfalls tragen“, warnt die Feuerwehr. -lnw/eB

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