Protest gegen Agrarpläne

Landwirte auf Protestzug: Treckerkolonnen blockieren den Verkehr

+

[Update] Traktoren überall in NRW: Tausende Bauern demonstrieren in Bonn und anderswo. Mit ihren Fahrzeugen sorgen sie für kilometerlange Konvois und Behinderungen auf den Straßen im Westen.

Auf dem Weg zu Bauern-Demonstrationen am Dienstag haben teils kilometerlange Trecker-Konvois an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen den Verkehr behindert. "Der westliche Konvoi der #TraktorDemo ist circa 10 km lang, der östliche circa 6 km! Insgesamt sind etwa 1000 Fahrzeuge unterwegs nach #Bonn", teilte die Polizei Münster als zuständige Versammlungs- und Einsatzbehörde für NRW am Morgen bei Twitter mit. Fortlaufend schlossen sich demnach weitere Traktoren auf den Konvois an.

Ziel der beiden Konvois war Bonn, wo am Vormittag Tausende Bauern gegen die Agrarpläne der Bundesregierung demonstrierten. Die östliche Route führte unter anderem durch Ahlen, Hamm, Unna, Hagen sowie den Märkischen, den Oberbergischen Rheinisch-Bergischen und den Rhein-Sieg-Kreis. 

Die westliche Strecke ging über Rheine, Ahaus, Borken, Wesel, Kamp-Lintfort, Krefeld, Mönchengladbach, Grevenbroich, Frechen, Köln und Erftstadt nach Bonn. Autobahnen durften sie bei der Anreise nicht nutzen. Deshalb starteten viele Bauern schon mitten in der Nacht. Zudem gab es neben Bonn noch weitere Orte, in denen Kundgebungen geplant waren. Beispielsweise in Münster wurden mehrere hundert Traktoren erwartet.

Erhebliche Verkehrsstörungen in Bonn

In Bonn gab es laut Polizei erhebliche Verkehrsstörungen. Teils musste der Stadtbahnverkehr unterbrochen werden, weil Gleise blockiert waren. Straßen rund um die Innenstadt waren voll mit blinkenden Traktoren, für andere Autos war kein Durchkommen, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Vielfach wurde gehupt. Manche Bauern verteilten aus ihren Fahrzeugen heimische Äpfel an Passanten. Auf Transparenten standen Sprüche wie "Redet mit statt über uns", "Ohne Bauern bleibt der Kühlschrank leer" oder "Frag doch mal den Landwirt". Die Kundgebung fand auf einem Platz in der Innenstadt statt, auf den keine Traktoren durften. Die Bauern konnten die Fahrzeuge auf einer Wiese abstellen.

Lesen Sie auch: Heimische Landwirte protestieren: 188 Kilometer unterwegs mit dem Traktor bis nach Bonn

Zuvor gab es durch die Traktoren in mehreren Städten unter anderem bei Duisburg im Bereich der Krefelder Rheinbrücke Behinderung. In Hennef rief die Polizei andere Verkehrsteilnehmer dazu auf, wegen der Traktoren die Innenstadt zu meiden. In Köln wurde eine Ausfahrt der Autobahn 1 zeitweise gesperrt, damit "abfahrende Fahrzeuge nicht in #Stau geraten", so die Polizei via Twitter.

"Bauernbashing"

Die Landwirte fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die aktuelle Politik gefährde Familienbetriebe, warnten die Bauern. Außerdem führe "Bauernbashing", also etwa herablassende Äußerungen über Landwirte, in vielen Bereichen zu Ärger in der Berufsgruppe. - dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare