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Landtagswahl NRW: Die Angst vor der Inflation dominiert

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Vor der Landtagswahl NRW ist bei den Bürgern eine Sorge besonders groß - die vor der Inflation. Auch bei den Themen Corona und Verkehr ist die Meinung eindeutig.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen wird die Angst vor steigenden Inflationsraten verbunden mit weiter steigenden Preisen immer größer. Insbesondere die Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung bereitet den Menschen Sorgen. Und: Unzufrieden sind sie mit der Corona- und der Verkehrspolitik, wie unsere Umfrage anderthalb Wochen vor der Landtagswahl NRW am 15. Mai ergab. Das sind die wichtigsten Problemfelder:

Landtagswahl NRW: Problemfeld Inflation

Die Wahrnehmung der aus Sicht der Bürger wichtigsten Probleme in NRW hat sich gegenüber dem Vormonat in Teilen stark verändert. 22 Prozent sehen nun in den Preissteigerungen eines der größten Probleme in NRW – ein Wert, der in den vergangenen Monaten kontinuierlich angestiegen ist.

Etwas häufiger genannt als im Vormonat wird auch die wirtschaftliche Lage allgemein (14 Prozent), erstmals auch konkret eine mögliche Gefährdung der Energieversorgung infolge des Ukraine-Kriegs (4 Prozent).

Preissteigerungen, Bildung, und die Probleme der Infrastruktur benennen überdurchschnittlich häufig die FDP-Anhänger als großes Problem.

Wie bereits im Dezember vergangenen Jahres sieht weiterhin eine Mehrheit der Bürger (57 Prozent) ihren Haushalt durch die steigenden Energie- und Benzinpreise - es drohen jetzt sogar 3 Euro für Benzin und Diesel - stark oder sogar sehr stark belastet.

Überdurchschnittlich häufig geben die Bewohner im Sauer- und Siegerland an, dass sie durch die steigenden Energie- und Benzinpreise stark belastet würden.

Landtagswahl NRW: Problemfeld Energiepolitik

In der Frage, ob Deutschland vollständig auf russisches Erdgas verzichten sollte, auch wenn dies zu Engpässen und einer erheblichen Verteuerung bei der Versorgung mit Gas in Deutschland führen würde, ergibt sich unter den Bürgern in NRW ein geteiltes Meinungsbild. 44 Prozent der Wahlberechtigten sprechen sich für, 44 Prozent gegen einen Verzicht auf russisches Erdgas aus. Dabei ist die Skepsis mit Blick auf einen Verzicht im Sauer- und Siegerland, in Ostwestfalen und im Bergischen Land größer als in anderen Landesteilen.

Wie bereits im März meint auch weiterhin eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten (66 Prozent), man solle die für dieses Jahr vorgesehene Abschaltung aller Kernkraftwerke überdenken. Ähnlich geteilt wie im März ist dagegen weiterhin das Meinungsbild in der Frage, ob der für 2030 geplante Ausstieg aus der Kohle-Energie angesichts der zu erwartenden Engpässe bei der Versorgung mit Gas später als jetzt vorgesehen erfolgen solle: 48 Prozent sprechen sich aktuell für eine Verschiebung, 44 Prozent für ein Festhalten am vorgesehenen Zeitplan aus.

Landtagswahl NRW: Problemfeld Corona

Corona rückt für die Bürger in NRW langsam aus dem Fokus: So nennen aktuell nochmals weniger Bürger (22 Prozent) als im März (36) die Corona-Pandemie als größtes Problem im Land. Die Corona-Politik sorgt aber nach wie vor bei vielen Menschen in NRW für Unmut. So ist die Mehrheit der Wahlberechtigten der Meinung, dass es eine allgemeine Impfpflicht hätte geben müssen und dass die Lockerungen bei der Bekämpfung der Pandemie zu früh gekommen seien. Über 80 Prozent rechnen zudem damit, dass es zu einer neuen Infektionswelle kommen wird.

Auf dem Kassenbon eines Discounters sind Preise für verschiedene Lebensmittel zu lesen. Die Lebensmittelpreise steigen deutlich. Nun gibt es in der EU neue rechtliche Möglichkeiten zur Senkung der Mehrwertsteuer
Landtagswahl NRW: Die Angst vor der Inflation dominiert © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Landtagswahl NRW: Problemfeld Verkehr

Große Unzufriedenheit herrscht über die Verkehrspolitik der Landesregierung – 72 Prozent zeigten sich unzufrieden, im Sauer- und Siegerland waren es sogar 78 Prozent. Das Angebot des ÖPNV in der eigenen Stadt bzw. Gemeinde hält nur ein Drittel der Wahlberechtigten in NRW für ausreichend. Für unzureichend befunden wird das Angebot des ÖPNV vor allem von den Bewohnern im ländlichen Raum.

Landtagswahl NRW: Problemfeld Wohnungsmarkt

Gefragt nach dem Angebot an bezahlbarem Wohnraum in ihrer Stadt bzw. Gemeinde äußern sich nur 23 Prozent der Wahlberechtigten in NRW zufrieden. 60 Prozent sind mit dem Angebot bei ihnen vor Ort weniger oder gar nicht zufrieden. Etwas zufriedener als der Durchschnitt aller Wahlberechtigten äußern sich noch die Bewohner in kleineren Städten und Gemeinden sowie die Bewohner in der Eifel und im Sauer- und Siegerland mit dem Angebot an bezahlbarem Wohnraum.

Der NRW-Check befasste sich natürlich auch einmal mehr mit der Sonntagsfrage. In dieser jüngsten Umfrage ist die CDU knapp vor der SPD - weil die Sozialdemokraten vor der Landtagswahl in NRW den Bundes-Trend zu spüren bekommen.

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