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Landtagswahl NRW: Die Schattenseiten von Hendrik Wüst und Thomas Kutschaty

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Von: Alexander Schäfer

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Bei der Landtagswahl in NRW kämpfen Hendrik Wüst (CDU) und Thomas Kutschaty (SPD) um den Posten des Ministerpräsidenten. Beide Kandidaten haben ihre Schattenseiten.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen entscheiden die Wähler am 15. Mai 2022 über die Zusammensetzung des neuen Landtags – und damit auch über den nächsten Ministerpräsidenten. wa.de stellt die beiden Kandidaten näher vor: Amtsinhaber Hendrik Wüst (CDU) und seinen Herausforderer Thomas Kutschaty. Diesmal geht es um die Schattenseiten der Kontrahenten.

VolkswahlLandtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022
Datum15. Mai 2022

Landtagswahl NRW: Die Schattenseiten von Hendrik Wüst

Hendrik Wüst hat mit der Mallorca-Affäre – dem Urlaub gleich mehrerer Minister und Staatssekretäre während der Flutkatastrophe 2021 – aktuell genug Probleme, die ihm zu schaffen machen. Vergessen ist da eigentlich längst die Sache mit Olaf Scholz. Der Bundeskanzler soll den CDU-Politiker Hendrik Wüst in einer internen Runde einen „Amateur im Ministerpräsidentenkostüm“ genannt haben.

Vergessen sein sollte auch die Sache mit Jürgen Rüttgers. Doch wer mit politisch interessierten Menschen oder Leuten aus Wüsts Heimat spricht, der bekommt manchmal zu hören: „Wüst? Das ist doch der mit Rent-a-Rüttgers“. Zur Erinnerung: Die nordrhein-westfälische CDU bot 2010 Unternehmen Fototermin und Einzelgespräch mit dem damaligen Ministerpräsidenten Rüttgers gegen Geld an. Generalsekretär war damals Hendrik Wüst. Der übernahm erst die Verantwortung für die Sache und dann seinen Hut.

Die politische Karriere des damals 35-Jährigen schien beendet. Doch sieben Jahre später holte ihn Armin Laschet in sein Kabinett – und machte 2021 den Weg frei für Wüst als Ministerpräsident.

Landtagswahl NRW: Die Schattenseiten von Thomas Kutschaty

Thomas Kutschaty kommt aus Essen. Oberbürgermeister der Ruhrgebietsmetropole ist seit 2015 Thomas Kufen – ein Christdemokrat. Das spricht natürlich nicht für die SPD. Das Image der Sozialdemokraten in Kutschatys Heimatstadt könnte besser sein. Essen sei, wie ein politischer Berichterstatter mal formulierte, seit Jahren Synonym für SPD-Filz. Verantwortlich ist Kutschaty dafür aber nicht. Die Lage hat sich zudem gebessert. Die Umfragewerte für die SPD steigen vor allem im Ruhrgebiet.

Kutschaty ist nicht so bekannt wie es ein möglicher Ministerpräsident sein sollte. Immerhin: Einen Rücktritt wie Wüst bei Rüttgers hat der 52-Jährige nicht in seinem Lebenslauf. Ein Makel, wenn man ihn als solchen bezeichnen will, ist die Tatsache, dass nicht alle Genossen Kutschatys Freunde sind.

Kein Wunder: Der Essener Machtkämpfer räumte auf dem Weg zum Fraktionschef erst den damaligen parlamentarischen Geschäftsführer Marc Herter - heute Oberbürgermeister der Stadt Hamm - und dann auf dem Weg zum Parteichef den jetzt ehemaligen Landeschef Sebastian Hartmann ab. Freund, Feind, Parteifreund – Kutschaty kennt das.

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