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Landtagswahl NRW: Welche Schlüsse die Parteien aus der Wahl in Schlesweig-Holstein ziehen

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Von: Marcel Guboff

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Die CDU fährt einen haushohen Sieg bei der Wahl in Schleswig-Holstein ein. Welche Lehren ziehen die Parteien für die Landtagswahl NRW am Sonntag?

Hamm - Es war eine klare Angelegenheit bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Während die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther einen fulminanten Sieg einfuhr, stürzte die SPD drastisch ab. Was heißt das für Nordrhein-Westfalen? Am Sonntag findet die Landtagswahl NRW statt.

VolkswahlLandtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022
OrtNordrhein-Westfalen

Landtagswahl NRW: Welche Schlüsse die Parteien aus der Wahl in Schlesweig-Holstein ziehen

Nach Einschätzung des Politologen Karl-Rudolf Korte könnte der klare Sieg in Schleswig-Holstein auch der CDU in NRW Rückenwind verleihen. Die Ausgangslage sei zwar eine andere, und formal habe die eine Wahl mit der anderen nichts zu tun, sagte der Professor von der Universität Duisburg-Essen der Deutschen Presse-Agentur. Das Ergebnis sei aber ein psychologisches Zeichen für alle CDU-Fans, dass man mit Sieger-Aura etwas erreichen könne. Daher könne man davon ausgehen, dass sich daraus ein „Windstoß“ für die CDU entwickele.

Ähnlich sieht es naturgemäß der amtierende NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Das Ergebnis bei der Wahl in Schleswig-Holstein sei „ein toller Erfolg für Daniel Günther, aber auch für die CDU insgesamt“, erklärte er am Sonntag dem Handelsblatt. Der Erfolg Daniel Günthers im Norden habe gezeigt, dass „die Volkspartei CDU wieder in die Spur gefunden“ habe, ergänzte Hendrik Wüst. Trotz der schlechteren Umfragewerte seiner Partei in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zur Landtagswahl 2017 zeigte sich der Düsseldorfer Regierungschef daher zuversichtlich, die Landtagswahl gegen eine nahezu gleich starke SPD gewinnen zu können.

„In Nordrhein-Westfalen konnten wir, seit ich den CDU-Vorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten vor nicht einmal 200 Tagen übernommen habe, in allen Umfragen deutlich zulegen“, sagte Hendrik Wüst.

Landtagswahl in NRW: SPD sieht bessere Ausgangslage als in Schleswig-Holstein

Rückendwind spüren auch die Grünen durch die deutlichen Zugewinne in Schleswig-Holstein. Entsprechend sieht sich Mona Neubaur, Spitzenkandidatin der Partei in NRW, für den Schlussspurt im Wahlkampf zur Landtagswahl NRW 2022 gestärkt. Das Grünen-Ergebnis „motiviert uns ungemein für die letzte Woche hier in NRW“, erklärte Mona Neubaur.

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig Holstein kommt neben Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zur Sitzung des CDU Bundesvorstands nach der Landtagswahl in dem nördlichsten Bundesland Schleswig Holstein
Landtagswahl NRW: Welche Schlüsse die Parteien aus der Wahl in Schlesweig-Holstein ziehen © Michael Kappeler/dpa

Und die SPD? Die Sozialdemokraten sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Ergebnis in Schleswig-Holstein und der anstehenden Landtagswahl NRW am Sonntag. Im Gegenteil: Sie glauben an einen Sieg bei der NRW-Wahl. Im Norden habe Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU als beliebtester Ministerpräsident Deutschlands viel Rückenwind gehabt, sagte SPD-Chef Lars Klingbeil am Montag im ARD-Morgenmagazin. In der Endphase des Wahlkampfes sei es auch um die Frage gegangen, wer Koalitionspartner der CDU sein soll. Das habe viele Wähler von der SPD zu den Grünen gebracht. „Und jetzt kommt Nordrhein-Westfalen. Da ist die Ausgangslage eine komplett andere.“

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst habe ganz andere Popularitätswerte als Daniel Günther, sagte der SPD-Chef mit Blick auf Umfragen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD ausweisen. Als Vorteil für den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty nannte Klingbeil dessen Draht zur Bundesregierung: „Thomas Kutschaty hat das, was Herr Wüst nicht hat: Einen direkten Zugang zum Kanzler, ins Kanzleramt, in die Regierung rein. Und das wird Nordrhein-Westfalen sehr helfen.“ (mit dpa-Material)

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