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Ergebnisse und Reaktionen der Landtagswahl NRW in Hamm: Justus Moor (SPD) landet erwarteten Wahlerfolg

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Von: Cedric Sporkert

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Landtagswahl 2022 in NRW: So hat Hamm gewählt! Ergebnisse und Reaktionen am Wahltag hier zum Nachlesen.

Hamm – Nordrhein-Westfalen hat gewählt, auch die Hammer haben entschieden. Justus Moor (SPD) hat den Wahlkreis 118 Hamm I gewonnen. Wir haben den ganzen Abend über im Live-Ticker über die Landtagswahl NRW 2022 berichtet.

Landtagswahl 2022 in Hamm: Der Wahlabend zum Nachlesen

22.04 Uhr: Damit verabschieden wir uns für diesen Abend. Am Montag und in den kommenden Tagen werden weitere Texte, Stimmen und Analysen nach der Landtagswahl in Hamm folgen. Wie gewohnt zu finden auf WA.de. Dort haben wir hier auch viele weitere interessante Infos zur Landtagswahl über Hamm hinaus gesammelt.

22.02 Uhr: Abschließend bleibt festzustellen, dass Hamm - wenn auch knapp - SPD-Land bleibt. Die Partei dürfte hier vor Ort vor allem von der offenbar als gut empfundenen Arbeit der Ampelkoalition im Hammer Rathaus profitiert habe. Dass Justus Moor ein Zugpferd der SPD und über die Parteigrenzen beliebt ist, hat er mit seinem um fast zehn Prozentpunkte besseren Ergebnis gegenüber seiner Partei eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als Erfolg kann er außerdem verbuchen, dass er auf Anhieb hauchdünn besser abschnitt als sein Vorgänger Marc Herter bei seiner dritten Wahl zum Landtagsabgeordneten 2017. Dieses Vertrauen gilt es jetzt zurückzuzahlen - auch wenn das vermutlich aus der Opposition im Düsseldorfer Landtag heraus gelingen muss.

Moor profitierte auch davon, dass die CDU mit Frederik Müller einen für die Hammer Wähler komplett unbekannten Kandidaten aufstellte. Er schaffte es bei Weitem nicht an den Bekanntheitsgrad von Moor heran. Dass er mit 30,23 Prozentpunkten nur etwas mehr als drei Prozentpunkte schlechter abschnitt als Hamms CDU-Chef Arnd Hilwig 2017 gegen Herter, kann Müller aber durchaus als Achtungserfolg verbuchen. Auch das gute Abschneiden der Landes-CDU dürfte bei den Christdemokraten noch ein bisschen länger für lachende Gesichter sorgen. Die Niederlage in Hamm war von der Parteispitze ohnehin kaum verhohlen einkalkuliert worden.

Die Grünen dürfen sich auch in Hamm an diesem Abend als Gewinner fühlen. 12,24 Prozent sind ein starkes Ergebnis. Nelli Foumba Soumaoro war im Vorfeld in etwa genauso unbekannt für die Hammer wie Frederik Müller. Er war im Wahlkampf sehr umtriebig und schnupperte in viele Betriebe, Branchen und Vereine hinein. Das hat sich gelohnt.

Die FDP hat durch das schlechte Bild in der nordrhein-westfälischen Schulpolitik erheblich an Zustimmung eingebüßt. Auch mit dem bundespolitischen Kurs innerhalb der Ampelkoalition in Berlin dürfte die Partei nicht gepunktet haben. Am Ende sind 4,50 Prozentpunkte weniger als halb so viel wie bei der Landtagswahl 2017 - und schwer enttäuschend für die FDP.

Die AfD schneidet in Hamm mit 7,07 Prozentpunkten schlechter ab, als sie es sich erhofft hatte. Kandidat Pierre Jung schloss nur unwesentlich besser ab (7,14). Vor allem in Bockum-Hövel und dem Hammer Norden schnitt die Partei dennoch stark ab. Im Wahllokal „Von-Vincke-Schule“ in Bockum-Hövel erreichte die AfD 22,73 Prozentpunkte und lag damit nur knapp hinter der CDU (23,74). Über 20 Prozentpunkte erreichte die Partei auch in der Aula der Johannesschule (20,79).

Die Linkspartei rutscht in Hamm weiter in die politische Bedeutungslosigkeit ab. Schon bei der Kommunalwahl 2020 waren 2,95 Prozentpunkte ein schlechtes Ergebnis. 3,4 Prozentpunkte gab es bei der Bundestagswahl 2021. Nun stehen 2,14 Prozentpunkte auf dem Papier.

22.00 Uhr: Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis Hamm I übrigens bei 52,07 Prozent - und das deutlich schlechter als vor fünf Jahren (63,9).

21.59 Uhr: Inzwischen sind alle Stimmen ausgezählt. Das vorläufige Endergebnis für den Wahlkreis 118 (Hamm I) steht damit fest.

Das Ergebnis der Parteien:

ParteiErgebnis (in Prozent)Entwicklung zu 2017
SPD35,04-3,76
CDU34,17+3,67
AfD7,07-1,13
Grüne12,24+7,94
FDP4,50-4,8
Linke2,14-2,16

Das Ergebnis der Direktkandidaten:

KandidatErgebnis (in Prozent)
Justus Moor (SPD)45,12
Frederik Müller (CDU)30,23
Nelli Foumba Soumaoro (Grüne)10,13
Pierre Jung (AfD)7,14
Ulrich Reuter (FDP)4,97
Sven Kleinemeier (Linke)2,42

21.45 Uhr: Wir schauen in den zweiten Wahlkreis mit Hammer Bezug. Im Wahlkreis Hamm II - Unna III hat die SPD deutlich gewonnen. Silvia Gosewinkel zieht in den Landtag ein.

21.34 Uhr: Pierre Jung, Spitzenkandidat der AfD, ist zufrieden mit seinem Ergebnis. "Wir hatten als AfD ja eine Panne im Wahlkampf, die Plakate mit den Fotos der Direktkandidaten sind nicht rechtzeitig angekommen. Aber trotzdem bin ich hier gewählt worden. Es war ja nicht mein erster Wahlkampf, da kennen mich die Leute jetzt." Über das Ergebnis auf Landesebene ist er enttäuscht. "Ich finde wirklich erschreckend, dass die Leute da nicht mehr hingeguckt haben", sagt er. Die Gewalttaten in Duisburg, Aachen und Essen hätten gezeigt, wie wichtig Innere Sicherheit sei - Jung wundert sich, dass die AfD davon nicht stärker profitiert hat.

21.20 Uhr: Ein Blick auf die kleineren Parteien, die ansonsten kaum Beachtung finden. Am besten schnitt die Tierschutzpartei mit 700 Stimmen (1,21 Prozent) ab. „Die Partei“ holte 418 Stimmen (0,73), die Freien Wähler 285 Stimmen (0,49) und die „Querdenker“-Partei „dieBasis“ landete bei 231 Stimmen (0,40).

21.09 Uhr: Die Auszählung nähert sich ihrem Ende. Es fehlen noch zwei Briefwahlbezirke. Die SPD führt aktuell mit 35,54 Prozentpunkten vor der CDU (33,90). Diesen Vorsprung dürften die Genossen nicht mehr einbüßen. Justus Moor hat aktuell sogar ein hauchdünn besseres Ergebnis (45,18) als Marc Herter vor fünf Jahren (45,0).

20.43 Uhr: Die Auszählung der Briefwahlbezirke dauert naturgemäß etwas länger, weil es sich dabei in der Regel um deutlich mehr Stimmen handelt, als in den einzelnen Wahllokalen abgegeben worden sind. Zeit, um einmal fünf Jahre zurückzublicken: Als Partei haben vor allem die Grünen zugelegt - um 7,69 Punkte auf 11,91 Prozentpunkte. Die zweite Gewinnerin in dieser Hinsicht ist die CDU mit einem Plus von 4,02 Prozentpunkten. SPD (-3,85), AfD (-1,16), FDP (-4,62) und Linke (-2,15) verlieren.

20.35 Uhr: Den erhofften Überraschungserfolg hat Frederik Müller (CDU) verpasst. Woran es gelegen hat? Er sei als der deutlich unbekanntere Kandidat in den Wahlkampf gestartet, zudem gehe er davon aus, dass die SPD in Hamm finanziell besser aufgestellt war. "Es standen ja überall große Plakate." Einen inhaltlichen Grund dafür, dass mehr Hammer für Justus Moor als für ihn gestimmt haben, nennt er nicht. "Wenn man sich mal die Historie ansieht, sieht man auch, dass wir bei den letzten Wahlen nur ein einziges Mal den Wahlkreis gewonnen haben." Er habe nicht damit gerechnet, das zu ändern. Den Wahlkampf habe er trotzdem als Bereicherung erlebt.

20.30 Uhr: Der OB äußert sich noch einmal zur Landespolitik. Eine „Zukunftskoalition“ zusammen mit den Grünen sei aller Voraussicht nach rein rechnerisch möglich. Herter hält es für möglich, dass die SPD doch noch den Ministerpräsidenten stellt. „Die Geschichte hat bewiesen, dass nicht immer die stärkste Fraktion den Ministerpräsidenten stellt.“ Er geht davon aus, dass es viel Redebedarf geben werde.

20.24 Uhr: Herter sagt, er habe mit dem positiven Ergebnis für Justus Moor gerechnet. „Ich habe noch am Mittwoch gesagt, er werde deutlich über 40 Prozent liegen.“

20.23 Uhr: „Er hat das hervorragend gemacht. Er ist ein sehr authentischer Politiker. Sein Ergebnis ist eine Sensation. Die Hammer SPD hat zum zweiten Mal in Folge den Landestrend umgekehrt“, lobt Oberbürgermeister Marc Herter seinen Nachfolger als Landtagsabgeordneter. Den OB ärgert das eher ernüchternde Ergebnis seiner Partei auf Landesebene: „Das ist schon bitter. Rot-Grün wäre drin gewesen, wenn die SPD ein bisschen besser gewesen wäre.“ Allerdings: „Die Leute haben den Wechsel gewählt, Schwarz-Gelb ist abgewählt“, sagt er.

20.20 Uhr: Zu den wichtigsten Zielen, die er als Landtagsabgeordneter vertreten will, zählt Justus Moor unter anderem die Entwicklung des Rangierbahnhofs. Seinen ersten Termin in Düsseldorf werde er direkt am Montag um 12 Uhr wahrnehmen. Das Landesergebnis sehe er mit einem weinenden Auge, sagt er. Er verteilt aber keine Schelte für den Wahlkampf auf Landesebene. "Am Ende sind viele Themen, die auf Landesebene wichtig sind, komplett in den Hintergrund gerückt: Innere Sicherheit, Schulpolitik. Das wichtigste Thema war die Ukraine, nur die Ukraine hat die Leute interessiert." Als Koalition auf Landesebene hält Moor eine Ampel für eine gute Idee. "Das funktioniert hier in Hamm sehr gut, das wäre natürlich wünschenswert. Dabei geht es vor allem um wirtschaftliche Förderung, soziale Verantwortung und Klimaneutralität. Das ist ein guter Dreiklang."

20.15 Uhr: Wir wollen noch einmal auf die Stimmenauszählung vor Ort schauen. 140 von 167 Stimmbezirken sind mittlerweile ausgezählt. Justus Moor liegt weiter stabil vorne mit 44,97 Prozentpunkten. Damit liegt er ziemlich genau gleichauf mit dem Ergebnis, das zuletzt Marc Herter in Hamm holte (45,0). Frederik Müller kommt unterdessen auf 29,94 Prozentpunkte. Dritter ist Nelli Foumba Soumaoro (10,10). Er hat sich ein bisschen von Pierre Jung (AfD) abgesetzt (7,57). Bei den Zweitstimmen liegt die SPD (35,39) knapp vor der CDU (33,77).

20.09 Uhr: Sichtlich gerührt ist Justus Moor auf der Bühne: "Es ist für mich eine sehr, sehr große Ehre, dass die Hammer mich in den Landtag gewählt haben, aber ich weiß auch, dass es eine große Verantwortung ist." Er sagt, er habe mit einem Erststimmenergebnis in dieser Deutlichkeit nicht gerechnet. "Ich glaube, dass passt mit dem zusammen, wie wir hier in Hamm Politik machen." Das Ergebnis sei eins für die Hammer SPD, man habe es gemeinsam erreicht.

Jubel und Blumen: Justus Moor (SPD) ist der Wahlgewinner in Hamm.
Jubel und Blumen: Justus Moor (SPD) ist der Wahlgewinner in Hamm. © Szkudlarek

19.55 Uhr: Nun ist auch der designierte Wahlsieger Justus Moor (SPD) im Kurhaus angekommen. Er lässt sich aktuell noch von seinen Genossen feiern.

19.52 Uhr: Ulrich Reuter von der FDP wird deutlich auf die Frage, wie es ihm mit diesem schlechten Ergebnis gehe: „Auf deutsch gesagt scheiße“, sagt er. „Meine Zeit im Landtag endet nun am 31. Mai, aber das ist in einer Demokratie nunmal gelebte Praxis.“ Dass es den einen oder anderen Prozentpunkt weniger geben würde, habe sich abgezeichnet. „Dieses Ergebnis war aber nicht vorhersehbar.“ Bei einem zweistelligen Ergebnis für ihn hätte es für ihn reichen können mit Listenplatz 27. Reuter weiter: „Wir müssen das Ergebnis aufarbeiten. Das ist am Ende nur die Schulpolitik war, wage ich zu bezweifeln. Viele bundespolitische Themen waren ausschlaggebend. Vor fünf Jahren habe ich schon mehr Rückenwind aus Berlin erfahren.“

19.42 Uhr: Nelli Foumba Soumaoro (Grüne) zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. Er selbst steht auf Listenplatz 70, er geht deshalb nicht davon aus, in den Landtag einzuziehen. Er will sich aber weiter politisch engagieren. „Bei uns gibt es so viel zu tun, es gibt so viele spannende Themen: Ich mache, was möglich ist.“

Fühlt sich heute auch als Gewinner angesichts eines aktuell zweistelligen Ergebnisses: Nelli Foumba Soumaoro (Grüne) zusammen mit seinen beiden Kreissprecherinnen Christina Boettcher (Mitte links) und Arnela Sacic (Mitte rechts).
Fühlt sich heute auch als Gewinner angesichts eines aktuell zweistelligen Ergebnisses: Nelli Foumba Soumaoro (Grüne) zusammen mit seinen beiden Kreissprecherinnen Christina Boettcher (Mitte links) und Arnela Sacic (Mitte rechts). © Szkudlarek

19.30 Uhr: Inzwischen sind in Hamm 114 von 167 Stimmbezirken ausgezählt. Der lokale Zwischenstand:

Bei den Zweitstimmen liegt die SPD weniger deutlich vorne (36,42 Prozent). Die CDU liegt exakt vier Prozentpunkte zurück, Grüne (11,22 Prozent) und AfD (8,79 Prozent) folgen abgeschlagen.

19.25 Uhr: Linken-Kandidat Sven Kleinemeier ist angesichts des mauen Ergebnisses seiner Partei in Hamm (Zweitstimmen aktuell: 2,22 Prozent) schwer enttäuscht. „Das Ergebnis ist katastrophal“, sagt Kleinemeier. „Wir blicken auf einen schwierigen Wahlkampf für die Linke zurück. Für uns gab es viel Gegenwind, nicht zuletzt die Debatten der Bundespartei haben unsere Arbeit vor Ort belastet.“ Für den Wahlkampf in Hamm findet er positive Worte: „Trotzdem waren wir aktiv, haben einen engagierten Wahlkampf geführt und den Bürgern ein ernsthaftes Politikangebot unterbreitet, dass sich in wesentlichen Punkten von den anderen demokratischen Parteien von CDU bis SPD unterscheidet.“ Mit Spannung betrachte er nun die Regierungsbildung in NRW. Insbesondere FDP und Grüne hätten sich im Wahlkampf zu allen Seiten offen gezeigt und deutlich gemacht, dass sie in jeder Konstellation bereit sind, die „Interessen der Besserverdienenden zu vertreten“. Dazu hätte es mit der Linken im Landtag einen Gegenpol gebraucht. „Es ist bitter, dass wir dafür nicht die erforderliche Zustimmung erreichen konnten.“

19.20 Uhr: CDU-Kandidat Frederik Müller ist mittlerweile im Kurhaus angekommen. „Wenn man kandidiert, dann macht man das, weil man gewinnen will. Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden“, sagt er. „Ich möchte mich bei der CDU für die Unterstützung bedanken und freue mich, dass wir landesweit als stärkste Partei einen klaren Regierungsauftrag haben. Ein lachendes Auge ist auf jeden Fall dabei.“

19.15 Uhr: 81 von 167 Stimmbezirke sind mittlerweile in Hamm ausgezählt, ganz am Ende dürften erst die Briefwahlbezirke drankommen. Der Zwischenstand bei den Erststimmen: Moor (SPD/45,34 Prozent), Müller (CDU/28,83), Jung (AfD/9,89), Soumaoro (Grüne/8,82), Reuter (FDP/4,32), Kleinemeier (Linke/2,61).

19.10 Uhr: Nochmal Hamms CDU-Chef Arnd Hilwig: Auf die Frage, ob die CDU-Mitglieder sich mit einer Koalition mit den Grünen anfreunden könnten, sagt er: "Das hängt vom Verlauf der Ergebnisse ab." Sicherlich sei eine Koalition mit den Grünen möglich, in Hamm beispielsweise seien sich die Ratsfraktionen von CDU und Grünen in vielen wichtigen Fragen einig. "Es gibt aber sicherlich einige Punkte, die für die CDU nicht verhandelbar sind." Dazu gehörte beispielsweise die Innere Sicherheit, aber auch ein Bekenntnis zu einem vielfältigen Schulsystem. "Wir wollen, dass die Vielfalt der Schulen erhalten bleibt." In anderen Fragen wie etwa der Nachhaltigkeit werde man sich sehr schnell einig sein, glaubt Hilwig - also was Klimaschutzziele angeht. Schwierigkeiten könne es aber auch in Fragen der Infrastruktur geben. Bei Sanierungen werde man sich sicher schnell einig, bei Straßenneubauprojekten könne es schwieriger werden.

19.06 Uhr: Die Hammer SPD-Spitze hat sich inzwischen geäußert. „Das ist der absolute Wahnsinn. Dieses Ergebnis ist eine absolute Sensation. Das ist der verdiente Lohn für Justus Moor. Wir dürfen uns definitiv viel erhoffen von ihm im Landtag – noch mehr, wenn es zu einer rot-grünen Landesregierung kommen sollte“, sagt der Vorsitzende Stefan Heitkemper mit Blick auf das Einzelergebnis der Direktkandidaten. Seine Co-Vorsitzende Dilek Dzeik-Erdogan äußert sich zum Ergebnis der Landes-SPD: „Das Ergebnis auf Landesebene dürfen wir nicht kleinreden.“

19.02 Uhr: Bei den Zweitstimmen liegt die SPD entgegen des Landestrends in Hamm vorne. Mit 37,16 Prozent vor der CDU (31,40). Ein kurzer Blick zur FDP, die weiter unter „Sonstige“ läuft. Aktuell stehen bei den Zweitstimmen 4,1 Prozent.

19.00 Uhr: Ein weiterer Blick auf die Stimmenauszählung in Hamm, eine Stunde nachdem die Wahllokale geschlossen haben. 40 Stimmbezirke sind ausgezählt. Bei den Erststimmen führt Justus Moor (SPD) deutlich mit 44,51 Prozent vor Frederik Müller (CDU/29,41), Pierre Jung (AfD/10,85) und Nelli Foumba Soumaoro (Grüne/8,34).

18.51 Uhr: Ingo Müller, FDP: „Ich hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit, dass wir darum bangen müssen, ob wir in den Landtag einziehen.“ Er sagt, die FDP habe die Wahl verloren, es sei klar, dass der Hammer Landtagsabgeordnete Ulrich Reuter nicht in den Landtag einziehen werde. Auf die Frage der Lippewelle-Moderatoren, ob die Schulpolitik ausschlaggebend gewesen sei, sagt er: „Auf jeden Fall, aber das war nicht der einzige Faktor.“ Man habe auch im Gespräch mit vielen Leuten gehört, wie unzufrieden sie mit der Schulpolitik in Coronazeiten gewesen seien.

18.45 Uhr: Debakel für die Liberalen in Hamm: Die FDP wird nach 26 von 167 Stimmbezirken auf dem Bildschirm im Kurhaus nicht einmal mehr einzeln aufgeführt. Das Ergebnis läuft unter „Sonstige“.

18.42 Uhr: Gegen 16 Uhr war die Stadt nach einer Hochrechnung von einer Wahlbeteiligung von 45 Prozent ausgegangen. Dabei waren die Briefwahllokale noch nicht berücksichtigt. In diesem Jahr hatten deutlich mehr Hammer Briefwahl beantragt als bei bisherigen Landtagswahlen. 2017 hatte die Wahlbeteiligung bei 63 Prozent gelegen. „Wir gehen auch in diesem Jahr davon aus, dass sich die Wahlbeteiligung bei etwas mehr als 60 Prozent einpegeln wird“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg.

18.38 Uhr: Hilwig plädiert für eine Koalition der Gewinner - sprich schwarz-grün. Die SPD hätte das schlechteste Ergebnis in ihrer NRW-Historie eingefahren. Er könne sich nicht vorstellen, dass das für eine Regierungsmehrheit reiche.

18.36 Uhr: Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Weymann kündigt an, dass die Grünen mit beiden großen Parteien - SPD und CDU - Sondierungsgespräche führen würden. "Da, wo viel Grün rauskommt, wird am Ende auch die Koalition sein", sagte er. Bei den Grünen werde bei einer Mitgliederversammlung entschieden, mit wem sie koalieren würden. Eine Zweierkoalition ziehe Weymann vor.

18.34 Uhr: Die ersten Stimmbezirke in Hamm sind ausgezählt. Anders als im Land liegt in Hamm nach vier von 167 Stimmbezirken die SPD vorne. Bei den Erststimmen führt Justus Moor (SPD) aktuell mit 40,93 Prozent vor Frederik Müller (32,64 Prozent). Bei den Zweitstimmen liegen die Genossen knapp mit rund 32 zu 30 Prozent vorne.

18.30 Uhr: Der Hammer CDU-Chef glaubt, dass die Landtagswahl in Schleswig-Holstein noch einmal Rückenwind für die NRW-Wahl gegeben hat. Er sieht seine Partei als klare Wahlsiegerin. „Es ist länger her, dass es erfreuliche Wahlabende für die CDU gegeben hat“, so Hilwig. „Wüst hat souveräne, gute politische Arbeit gemacht.“ Das Ergebnis habe sich nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in den vergangenen Tage bereits abgezeichnet. Hilwig vermutet, dass aus dem FDP-Lager viele Menschen CDU gewählt haben, weil die Liberalen schon mit SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty verhandelt hätten und mit der Schulpolitik und dem damit verbundenen „Kommunikationsdesaster“ unzufrieden gewesen seien.

18.21 Uhr: Auch die Grünen hoffen in Hamm angesichts eines wohl guten Landesergebnisses (Prognosen 18 bis 19 Prozent) auf gute Stimmenanteile in Hamm. „Wenn wir in Hamm zweistellig werden, mache ich einen Sekt auf, wenn wir das Landesergebnis erreichen, tanze ich hier auf dem Tisch. Wir waren noch nie zweistellig in Hamm“, sagte Ratsfraktionsgeschäftsführer Karsten Weymann auf der Wahl-Party im Kurhaus.

18.16 Uhr: In wenigen Minuten wird mit den ersten Wahlergebnissen aus Hamm gerechnet. Die Stimmbezirke sind teilweise unterschiedlich groß. Im kleinsten leben 225 Wähler, im größten 1.370.

Jubelstimmung: Die Hammer CDU freut sich über die erste Prognose.
Jubelstimmung: Die Hammer CDU freut sich über die erste Prognose. © Szkudlarek

18.13 Uhr: Die beiden großen Parteien in Hamm - SPD und CDU - verfolgen die ersten Prognosen nicht weit voneinander entfernt. Beide sind im Maximare. Während bei der CDU über die prognostizierten 35 Prozent mehrfach Jubel aufbrandet, sind die SPD-Mitglieder etwas reserviert und hoffen nun auf ein gutes Ergebnis für ihren Landtagskandidaten Justus Moor.

Kurz vor der ersten Prognose fachsimpelte die Hammer CDU-Spitze noch.
Kurz vor der ersten Prognose fachsimpelte die Hammer CDU-Spitze noch. © Szkudlarek

17.59 Uhr: Bis kurz vor Toreschluss konnten Briefwähler noch ihre Wahlbriefe am Rathaus einwerfen. Das taten auch einige - wie Sigrid Deppe.

Sigrid Deppe warf noch kurz vor Schluss ihren Wahlbrief am Rathaus ein.
Sigrid Deppe warf noch kurz vor Schluss ihren Wahlbrief am Rathaus ein. © Szkudlarek

12.00 Uhr: Bei den Zweitstimmen wird es laut Prognosen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD geben. In den jüngsten Umfragen lag die CDU stets knapp vorne.

9.30 Uhr: 29 Parteien treten bei der NRW-Wahl an. So ist die Reihenfolge auf dem Stimmzettel, den Sie heute im Wahllokal bekommen.

8.00 Uhr: Die Wahllokale öffnen. Bis 18 Uhr können alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Wenn Sie Ihre Wahlunterlagen verlegt haben, ist dies kein Problem. Auch ohne Wahlbenachrichtigung können Bürger ins Wahllokal kommen.

Wer NRW die kommenden fünf Jahre regiert, werden die Entwicklungen am Wahlsonntag zeigen. Die ersten Ergebnisse werden einen ersten Fingerzeig geben, wer die NRW-Wahl gewonnen hat und Ministerpräsident wird. Sicher sein konnte sich im Vorfeld der Landtagswahl aufgrund der knappen Umfragen zumindest niemand.

Die aktuellen Hochrechnungen am Abend der Landtagswahl in NRW werden also mit Spannung erwartet. Aber ganz gleich, ob die CDU mit Hendrik Wüst oder die SPD mit Thomas Kutschaty das Rennen macht: Alleine werden sie nicht regieren können.

Es werden anhand der Sitzverteilung mehrere Koalitionen möglich sein. Wer am Ende mit wem ein Bündnis bildet, wird erst Tage nach der NRW-Wahl feststehen. Erst einmal müssen die offiziellen Ergebnisse der Landtagswahl NRW feststehen.

NRW-Landtagswahl 2022: Wahlkreis 118 Hamm I – SPD als Favorit

Wird die SPD ihrer Favoritenrolle im Wahlkreis 118 Hamm I gerecht? Mit 45,0 Prozent der Stimmen gewann Marc Herter vor fünf Jahren das Direktmandat. Auch bei den Zweitstimmen lag die SPD mit 38,8 Prozent der Stimmen klar vor der CDU (30,5 %). Herter selbst ist seit 2020 nicht mehr Mitglied des Landtags. Der SPD-Politiker wurde im Herbst 2020 zum Oberbürgermeister in Hamm gewählt. Für die SPD tritt in diesem Jahr Justus Moor als Direktkandidat an.

Die Direktkandidaten im Überblick:

NameParteiWohnortGeburtsjahrBeruf
Frederik MüllerCDUHamm1992Angestellter im öffentlichen Dienst
Justus MoorSPDHamm1987Pädagoge
Ulrich ReuterFDPHamm1964Verlagskaufmann
Nelli Foumba SoumaoroGrüneHamm1990Wirtschafts- und Politikberater
Sven KleinemeierLinkeHamm1981Angestellter
Pierre JungAfDHamm1976Berufskraftfahrer

NRW-Landtagswahl 2022: Das ist der Wahlkreis 118 Hamm I

NRW ist in 128 Wahlkreise zur Landtagswahl eingeteilt. Ein Wahlkreis soll sich so weit es geht an den Grenzen der Landkreise und kreisfreien Städte orientieren. Entscheidend ist aber eine gleichmäßige Bevölkerungszahl in allen Wahlkreisen. Zum Wahlkreis 118 Hamm I gehört: Hamm mit den Stadtbezirken Mitte, Uentrop, Rhynern, Pelkum, Bockum-Hövel, Heessen. Der Bezirk Herringen gehört zum Wahlkreis 117 Unna III – Hamm II. Weitere Wahlkreise in der Nachbarschaft sind 115 Unna I, 116 Unna II, 119 Soest I und 120 Soest II.

NRW-Landtagswahl 2022: Duell zwischen Hendrik Wüst und Thomas Kutschaty

Mit der Zweitstimme entscheiden die Bürger im Wahlkreis 118 Hamm I über die Landesliste der Parteien in NRW. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird herausgefordert von Thomas Kutschaty (SPD). Weitere Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl sind Mona Neubaur (Grüne) und Joachim Stamp (FDP).

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