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„Zeigen, dass wir für etwas stehen“: Frederik Müller will CDU in Hamm zum Wahlsieg führen

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Von: Cedric Sporkert

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BVB-Wimpel, Filmplakate und ein Schlagball für das heimische Boxtraining: Frederik Müller hofft, das Direktmandat in Hamm zu erobern.
BVB-Wimpel, Filmplakate und ein Schlagball für das heimische Boxtraining: Frederik Müller hofft, das Direktmandat in Hamm zu erobern. © © Andreas Rother

Sechs Kandidaten bewerben sich um das Landtagsmandat für Hamm. Wir haben sie zuhause besucht und mit ihnen darüber gesprochen, was sie politisch antreibt und was sie für Hamm erreichen wollen. Heute: Frederik Müller (CDU).

Hamm – Frederik Müller ist im „Angriffsmodus“. Er möchte dafür sorgen, dass die CDU nach verkorkster Bundestags- und Kommunalwahl in Hamm bei der NRW-Landtagswahl wieder Grund zum Feiern hat. Wie das gelingen soll? „Wir müssen zeigen, dass wir auch für etwas stehen und nicht nur der Kanzler- und Ministerpräsidentenverein sind“, sagt der 29-Jährige.

CDU-Butterkekse und Wahlkampfflyer der Konkurrenz

Wie zum Beweis zückt er einen Wahlkampf-Flyer, der fein drapiert auf dem Esstisch seiner schlicht eingerichteten Mietwohnung in der südlichen Hammer Innenstadt liegt – direkt neben den CDU-Butterkeksen. Selbstgebacken? „Selbstgekauft.“ Dafür seien aber die Inhalte im Flyer alle selbsterarbeitet.

Aus dem „CDU-Shop“ sind diese Butterkekse.
Aus dem „CDU-Shop“ sind diese Butterkekse. © © Andreas Rother

„Ich habe mir auch mal von der Konkurrenz das Blatt eingeholt. Da sind viele bunte Bilder drin. Inhaltlich vielleicht eine Seite mit ein paar Stichpunkten. Da sind wir besser.“ Gemeint mit der Konkurrenz ist die SPD, der Müller das Direktmandat im Wahlkreis 118 Hamm I streitig machen will.

Müller zur Inneren Sicherheit: „Das ist wirklich ein Ärgernis“

Sein Hauptthema ist die Innere Sicherheit. Zwar sei Hamm so sicher wie seit 35 Jahren nicht mehr. Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe sei indes gestiegen, die Zahl der Messerangriffe habe sich in zehn Jahren verdoppelt. Müller will sich für Messerverbotszonen einsetzen – etwa auf der Meile. Polizei und Rettungskräften gebühre mehr Respekt. „Es ist wirklich ein Ärgernis, wenn sie sich den Arsch aufreißen und dann noch bepöbelt werden“, meint der 29-jährige Mitarbeiter der Kommunalverwaltung Drensteinfurt.

NRW-Landtagswahl 2022

Termin der NRW-Landtagswahl 2022 ist Sonntag, 15. Mai. 64 Parteien schicken Kandidaten ins Rennen. Knapp 13 Millionen Wahlberechtigte können in 128 Wahlkreisen ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Die Wahlbenachrichtigung wird Mitte April versendet. Ab dann ist auch Briefwahl möglich. Laut Umfragen und Prognosen ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD zu erwarten. Eine gute Entscheidungshilfe wird wieder der Wahl-o-mat sein. Landtagswahlen 2022 finden außerdem im Saarland, in Schleswig-Holstein und Niedersachsen statt.

Durch seine Arbeit dort habe er viel Erfahrung mit Modernisierungsprojekten in der Verwaltung. Die wolle er nun für den Bürokratieabbau im Land einsetzen. Wichtig sind Müller moderne Lehrpläne mit dem bereits eingeführten Schulfach Wirtschaft und einem stärkeren Fokus auf Informatik. „Das kann doch zum Beispiel mit Latein und Französisch gleichgesetzt werden“, findet Müller. Er wünscht sich eine Stärkung der Hauptschulen und eine Praxiswoche in jedem Schuljahr.

Als Neunjähriger fand er das Kanzlerduell „mega spannend“

Für Politik habe Müller sich „schon immer“ interessiert. „2002 fand ich das Kanzlerduell zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber mega spannend.“ Da war Müller neun Jahre alt. Als Jugendlicher war er dann mehrere Jahre lang Mitglied bei den Hammer Grünen. Wie lange, das wisse er selbst nicht mehr so genau. Den Zugang habe er von seinem Vater „geerbt“, der in Niedersachen lebe und dort für die Partei engagiert sei. „Wegen ihm habe ich da mal reingeschnuppert.“

Frederik Müller tritt für die CDU bei der Landtagswahl an.
Frederik Müller tritt für die CDU bei der Landtagswahl an. © Grafik: WA / Foto: Rother

Als er dann „älter und reifer“ geworden sei, habe er sich für die CDU entschieden. „Als die AfD immer stärker wurde und auch aus dem linken Spektrum gefährliche Aussagen kamen, habe ich die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft gesehen. Das Konzept Volkspartei fand ich gut“, erklärt Müller.

Ohnehin sei die CDU vielfältiger aufgestellt als seine Ex-Partei. „Die Grünen sind wirklich ein weißer Obere-Mittelschicht-Akademikerverein. In der CDU sind Handwerker, Landwirte, Juristen, Azubis, Schüler, Studenten und auch Migranten dabei“, zählt Müller auf.

Erst mit der Kandidatur im politischen Rampenlicht

Er selbst war in seiner Partei und vor allem darüber hinaus bis zur Kandidatur für den Landtag ein weitgehend Unbekannter. Erst Ende Juli 2021 wurde Müller Vorsitzender der Jungen Union in Hamm. Für diese Wahl hätten natürlich auch andere Interesse angemeldet. „Die hatten dann irgendwann aber kein Interesse mehr“, erklärt der 29-Jährige.

„Ich gebe zu, dass ich mir gegen einen erfahrenen Haudegen keine Kampfkandidatur zugetraut hätte. Ich bin ja noch jung und hätte auch wann anders noch die Möglichkeit gehabt.“ Letztlich sei er es aber gewesen, der vom Kreisvorstand gefragt worden sei. „Dann hatte ich nicht mehr lange Zeit, um zu überlegen.“

Müller: „Wir haben eine gute Landesregierung“

Wie er seine Chancen einschätzt? Die CDU habe sich zuletzt immerhin berappelt. Nach den verlorenen Wahlen in Hamm gebe es eine „Jetzt erst recht“-Stimmung in der Partei. „Und wir haben eine gute Landesregierung“, meint Müller. „Ich will dazu beitragen, dass das auch so bleibt.“

Die insgesamt sechs Direktkandidaten zur Landtagswahl haben auf Einladung des Westfälischen Anzeigers und der Lippewelle eine Bus-Tour durch Hamm absolviert und an fünf Standorten zu wichtigen Themen diskutiert. Alle Inhalte und Aussagen sind hier als Podcast abrufbar.

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