Tödlicher Unfall auf der A3

Lärmschutzwand tötet Autofahrerin - Straßen.NRW findet sieben weitere gefährliche Beton-Teile

Ein fünf Tonnen schweres Betonteil einer Lärmschutzwand der A3 hat bei Köln eine Autofahrerin getötet. Straßen.NRW meldet sieben weitere mangelhafte Teile an der Autobahn.

Update vom 25. November, 18.47 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall auf der A3 bei Köln hat Straßen.NRW sieben weitere mangelhafte Platten der Lärmschutzwand gefunden. Das tonnenschwere Betonteil war auf den Wagen einer Frau aus Köln gestürzt und hatte das Auto zerquetscht. Die Fahrerin konnte nur noch tot geborgen werden. Straßen.NRW sperrte daraufhin eine Fahrbahn der Autobahn, um die gesamte Lärmschutzwand zu untersuchen.

StadtKöln
Fläche405,02 km2
Einwohner1.087.863 (31. Dez. 2019)
Stadtgliederung9 Stadtbezirke, 86 Stadtteile

Das Unternehmen fand dabei eine improvisierte Lösung an sieben Lärmschutzplatten an der Autobahn. Dort wurden mit geschweißten WInkeln die Platten nicht regelkonform angebracht. Zwar gebe es außer diesen sieben Platten keine weiteren Stellen an der Lärmschutzwand mit improvisierten Winkeln, jedoch wurden die Arbeiten bei Aufbau in mehreren Fällen unsauber und nicht fachgerecht ausgeführt. Straßen.NRW kann nicht einschätzen, ob auch diese Teile gefährdet sind, auf die Fahrbahn zu kippen. Man habe die Platten deswegen mit Halte-Konstruktionen gesichert.

Straßen.NRW meldet: „Zudem liegt inzwischen das Abnahmeprotokoll aus dem Jahr 2008 für das Bauwerk vor. Darin wurde die improvisierte Konstruktion als Mangel aufgeführt und nur unter dem Vorbehalt eines statischen Nachweises abgenommen, der trotz mehrfacher Aufforderung nicht erbracht wurde. Die Baufirma ist mittlerweile insolvent.“

Es gebe laut Straßen.NRW ähnliche Konstruktionen an 25 weiteren Abschnitten an Autobahnen, Bundesstraßen und Landesstraßen in NRW. Alle diese Lärmschutzwände sollen jetzt überprüft werden. Bislang gebe es aber keinen Hinweis auf ähnliche Mängel wie an der A3.

Tödlicher Unfall auf der A3: Lärmschutzwand löst sich an Autobahn und stürzt auf Auto

Update vom 18. November, 18.19 Uhr: Straßen.NRW teilt mit, dass die A3 nach dem tödlichen Unfall teilweise gesperrt wird. Eine Autofahrerin war von einem Teil einer Lärmschutzwand getroffen worden, die Frau starb noch am Unfallort. Jetzt kam heraus, dass wohl Pfusch für die lockere Platte sorgte. Straßen.NRW will jetzt die Elemente der Lärmschutzwand am betroffenen Streckenabschnitt der Autobahn demontieren. Dafür wird die dritte Spur zwischen Kreuz Köln-Ost und Köln-Dellbrück von voraussichtlich 9 bis 15 Uhr am Donnerstag gesperrt.

Update vom 18. November, 15.08 Uhr: Die Betonplatte, die an der A3 bei Köln aus einer Lärmschutzwand herausgebrochen und auf ein Auto gestürzt ist, war laut Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) offenbar zu groß ausgefallen. Um sie beim Einbau 2007 dennoch befestigt zu bekommen, habe man absichtlich improvisiert. „Da hat was nicht gepasst und das ist dann passend gemacht worden“, erklärte Wüst im Verkehrsausschuss des Landtags. Der Minister betonte auch, dass die mangelhafte Stelle verdeckt war und bei einer neuerlichen Prüfung wohl ebenfalls nicht entdeckt worden wäre. Eine 66 Jahre alte Frau aus Köln war am Freitag gestorben, als die Betonplatte aus der Wand auf ihr Auto gestürzt war.

Update vom 18. November, 11.30 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall aufgrund einer hinabgestürzten Lärmschutzwand-Betonplatte an der A3 ist inzwischen klar, dass es sich um Baupfusch gehandelt hat. Doch die Suche nach den Schuldigen gestaltet sich schwierig. Laut Verkehrsministerium hätte eine Firma aus Gelsenkirchen 2007 die Stützwand errichtet, eine andere konstruierte die Betonplatte. Inzwischen seien beide Unternehmen insolvent. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt. Auch deshalb, weil noch nicht klar ist, ab eines der Unternehmen auch die mangelhafte Befestigung veranlasste oder ein möglicherweise ein weiteres Subunternehmen engagiert wurde.

Lärmschutzwand erschlägt Autofahrerin auf A3 bei Köln: Fehlkonstruktion war wohl Absicht

Update vom 17. November, 19.38 Uhr: Bei der Betonplatte aus einer Lärmschutzwand, die auf der A3 bei Köln auf die Straße gekracht war und eine Frau getötet hatte, handelt es sich womöglich um eine mutwillig fehlerhafte Konstruktion. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass es sich um einen mit Absicht herbeigeführten Mangel handelt“, erklärt Straßen.NRW. Ersten Untersuchungen zufolge sei die Platte bei der Montage 2007 aus Platzgründen nicht fachgerecht angebracht worden.

Die Schraube sei nicht richtig verankert gewesen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, war eine angeschweißte Schraube nicht geeignet, die Zugkräfte des Betonteils aufzufangen. Statt einem kriminellen Vorsatz gehe es jedoch um eine bewusste Improvisation. Demnach habe die Konstruktion, die von einem extern beauftragten Unternehmen vorgenommen wurde, laut Straßen.NRW nicht den vorherigen Plänen entsprochen. Kurios: Es gebe zudem weitere sechs Fälle, an denen jene Konstruktion an Lärmschutzwänden verbaut worden ist. Dort sollen die Mängel schnellstmöglich behoben werden. Die beiden äußeren Fahrspuren werden bis dahin gesperrt.

A3 bei Köln: Betonplatte von Lärmschutzwand löst sich und tötet Autofahrerin -Vorabgutachten erstellt

Update vom 17. November, 11.55 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall mit einer Betonplatte auf der A3 bei Köln hat der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter mindestens ein weiteres absturzgefährdetes Teil entdeckt. Er dokumentierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in seinem Vorabgutachten einen bereits verbogenen Schweißanschluss mit erhöhter Rissgefahr an einer benachbarten Betonplatte. Die gefährlichen Bauteile sollten schnellstmöglich ausgebaut und als Beweismittel gesichert werden, empfahl der Gutachter laut dpa.

Update vom 16. November, 23.10 Uhr: Das Teil der Lärmschutzwand, das eine Autofahrerin auf der A3 bei Köln getötet hat, soll lose gewesen sein. Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ weise ein Vorgutachten auf mangelhafte Befestigungen als Grund für den tödlichen Unfall hin. Metallhalterungen des Bauteils hätten sich als fehlerhaft erwiesen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein Vorgutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln. Bei der Behörde war zu dem Zeitungsbericht am Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ weiter berichtet, habe der Landesbetrieb Straßen.NRW unterdessen ein Ingenieurbüro beauftragt, das in den kommenden Tagen sämtliche Halterungen der Wandelemente auf beiden Seiten der A3 in dem Bereich untersuchen werde. Am Wochenende seien weitere Bauteile, die sich neben der Unglücksstelle befinden, im Rahmen des Vorgutachtens eingehend untersucht worden. Sie seien aber offenbar mit einem anderen Halterungssystem verankert. (dpa)

Update vom 16. November, 15.12 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet, nachdem eine Betonwand auf der A3 bei Köln vor der Anschlussstelle Dellbrück herabgefallen war und eine Fahrerin verstarb. Es soll geprüft werden, ob der Tod der Fahrerin auf strafrechtlich Anlass auf einen Vorwurf gibt oder auf mehrere Personen zurückzuführen ist.

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll zudem ein Sachverständiger herauszufinden, wie sich die Platte überhaupt lösen konnte. Straßen.NRW gab zugleich Entwarnung: Es gebe bei anderen Betonplatten keinen Hinweis, dass diese ebenfalls lose seien.

Albtraum auf der Autobahn: Platte von Lärmschutzwand löst sich und tötet Autofahrerin

Köln, Ursprungsmeldung - Eine tonnenschwere Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofahrerin getötet. Das etwa fünf Tonnen schwere Teil habe sich am Freitagvormittag aus der Lärmschutzwand gelöst und sei auf das fahrende Auto gekracht, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die viel befahrene Autobahn aus Richtung Frankfurt ins Ruhrgebiet wurde gesperrt. Zu dem Unfall kam es um 10.15 Uhr vor der Anschlussstelle Dellbrück.

Einsatzkräfte sicherten den Unfallort. Statiker prüften die Standfestigkeit der betroffenen Lärmschutzwand. Erst dann konnte die ums Leben gekommene Frau aus dem völlig zerstörten Auto geborgen und der Unfallort freigeräumt werden. Bei dem Opfer handelt es sich um eine 66-jährige Frau aus Köln. Etwa 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort.

Eine große Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofahrerin getötet.

Wie lange die A3 gesperrt bleibt, sei unklar, sagte der Feuerwehrsprecher am Mittag. Auch müsse geklärt werden, ob die Platte für die Bergung mit einem Kran zunächst zerschnitten werden müsse. Auf der Autobahn bildete sich ein kilometerlanger Stau. Laut WDR waren auch die Ausweichstrecken voll. Die A3 bei Köln sollte großräumig umfahren werden, hieß es.

Die Polizei Köln gab bekannt, dass das Verkehrsunfallaufnahmeteam sowie das Kriminalkommissariat die Ermittlungen aufgenommen haben. Die Polizei sperrte die Autobahn in Richtung Norden ab dem Kreuz Ost ab. Der stehende Verkehr wurde zwischen dem Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Dellbrück an der Unfallstelle vorbeigeführt. Die Straßenbahn-Linien 3, 13 und 18 waren von und nach Köln-Holweide gesperrt.

Tödlicher Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln: Straßen.NRW zu Sonderprüfung des Abschnitts

Wie der Landesbetrieb Straßen.NRW am Freitagnachmittag mitteilte, werden auf dem Streckenabschnitt zwischen Kreuz Köln-Ost und der Anschlussstelle Köln-Dellbrück in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei Spuren gesperrt, „um eine weitere Gefährdung auszuschließen. Die Stützwände an diesem Streckenabschnitt werden einer Sonderprüfung unterzogen.“

Am Nachmittag wurde die Autobahn teilweise wieder freigegeben, die rechten Fahrspuren entlang der Lärmschutzwände blieben aber in beide Richtungen gesperrt. „Das ist notwendig wegen der Prüfung der Lärmschutzwände“, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. Die Wände stammten von ungefähr 2007, seien also noch nicht so alt. Wie es zu dem Unglück habe kommen können, wisse man noch nicht.

Tödlicher Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln - Landtag mit aktueller Viertelstunde


Straßen.NRW erklärt zur Bauweise der Autobahn auf diesem Abschnitt: „Die A3 wird zwischen den Anschlussstellen in sogenannter Tieflage geführt. Das heißt, dass für den Bau der Autobahn ein Geländeeinschnitt hergestellt wurde und sich rechts und links der Fahrbahn Betonwände befinden. Oben auf den Betonstützwänden sind die eigentlichen Lärmschutzwände montiert, die Wände selbst sind mit Lärmschutzelementen ausgestattet.“

Auch der Verkehrsausschuss des Landtags soll sich am Mittwoch mit dem tödlichen Betonplatten-Unfall auf der A3 bei Köln beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat eine Aktuelle Viertelstunde beantragt, in der die Landesregierung über das Unglück selbst und den Zustand der Lärmschutzwände vor Ort und in ganz NRW berichten soll.

Lärmschutzwand stürzt auf Auto: Bestürzung über Todesopfer

„Der tragische Tod der Autofahrerin macht uns alle fassungslos. Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers. Wir sind es ihnen schuldig aufzuklären, wie es zu diesem schlimmen Unglück kommen konnte. Gleichzeitig müssen wir ausschließen, dass weitere Gefahr von den Lärmschutzwänden ausgeht. Hier sind wir jetzt alle gefordert“, sagte Carsten Löcker, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hat mit Bestürzung auf den tödlichen Verkehrsunfall durch eine Betonplatte auf der A3 bei Köln reagiert: „Die Nachricht vom Unfalltod der Autofahrerin hat mich zutiefst erschüttert. Ich bin in Gedanken bei den Angehörigen der Verstorbenen“, sagte er. - dpa und eB

Rubriklistenbild: © Daniel Evers/dpa

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