"Längste Praline der Welt", "süße Sauerei"

Weltweit in aller Munde: Breites Medien-Echo auf Werler Schokoladen-Panne

+

Werl-Westönnen - Das Thema schwappt weltweit durch die Gazetten und den Boulevard wie zuvor die Schokolade selbst: Die DreiMeister-Panne, bei der am Montagabend rund eine Tonne Schokolade auf die Straße floss, findet ein Echo selbst in internationalen Medien.

Beim englischen „Guardian“ war die Story aus Westönnen zwischenzeitlich sogar meist gelesener Online-Artikel – vor Berichten über den Brexit und Donald Trump.

Aber auch in anderen Ländern war die braune Vollmilch-Masse in aller Munde wie sonst nur die Schokolade selbst. In Neuseeland, Irland oder in die renommierte „Washington Post“ (USA) sowie in etliche deutsche Medien floss die Schokolade in die Berichterstattung ein, nachdem die Agenturen dpa und AP die Berichterstattung unserer Zeitung aufgegriffen hatten.

Ein Anliefertank der Firma war am Montagabend übergelaufen. Der Grund laut Firmenchef Markus Luckey: „ein kleiner technischer Defekt“, der schnell behoben worden sei. Von „Chaos“ durch die Panne in der Pralinenfabrik schreibt gleichwohl der Guardian.

Wortspiele sehr beliebt

Andere Medien veredelten die Schoko-Story mit Wortspielen. „Ist das die längste Praline der Welt?“, fragte die Berliner Morgenpost und berichtet genüsslich vom „zuckersüßen Einsatz“ für die Werler Feuerwehr und einer „süßen Sauerei“. 

Schokoladen-Malheur bei Dreimeister in Westönnen

Auf den Geschmack gekommen ist auch das Fernsehen. Eine Tonne Schokolade? Das, so das ZDF, sei „eine Vorstellung, die bei vielen Menschen zum erhöhten Speichelfluss führt“.

Konsistenz der Schoko-Masse ein Problem

Für die Werler Wehr aber sei die Beseitigung „kein Zuckerschlecken“ gewesen. Naschen an der Masse war ohnehin verpönt. Das habe man sich verkniffen, sagte Werls Feuerwehrleiter Karsten Korte. 

Ein Problem für die Wehr war die Konsistenz der Masse: Die Schokolade war teils hart, teils noch flüssig war – und sie war in die Straßenporen gelaufen und drohte zu einer glitschigen Masse zu werden. Daher mussten auch die Reste im Straßenbelag mit Wasser und Feuer aus Dachdeckerbrennern beseitigt werden.

5,3 Millionen Kalorien

Weitere Medien ließen sich das Malheur auf der medialen Zunge zergehen. Den Bogen zum „Schlaraffenland“ spannten viele Re(d)aktionen. „Ungefähr so muss das Schlaraffenland aussehen“, schrieb die Bild – und von einem „cremig-süßen Zwischenfall“. 

Polizei gerufen und  genascht: So erlebte Tobias Teutenberg den Westönner Schoko-Unfall

Der Sender „nrw aktuell TV“ hatte unterdessen ausgerechnet, was die Schokomasse an Energiezufuhr bedeutet hätte, wäre sie wie geplant in den Mägen der Kunden gelandet: Die „braune Soße“ habe umgerechnet rund 5,3 Millionen Kalorien gehabt.

"Neuer Belag" für die Weststraße

Die Vorzüge der süßen Masse rückte der Kölner Express in den Vordergrund: „Dieser Unfall bringt jeden Schoko-Fan zum Schmelzen“. Und auch „Spiegel online“ berichtet vom Malheur in der Pralinenfabrik mit dem Hinweis: „Werl von seiner Schokoladenseite“. 

Unter www.infranken.de findet sich passend zur Vorweihnachtszeit die „überraschend süße Straßenverschmutzung“, während Presse.com berichtet, dass die Weststraße Westönnen „unbeabsichtigt einen neuen Belag verpasst“ bekommen habe.

Medien ziehen Schokoladen-Seiten auf

Den aber entfernten gut 25 Mann des Löschzugs 3 (Westönnen und Mawicke) mit Schaufel und bloßer Hand, um Werls größte Schokoladentafel nicht zur Verkehrsgefahr werden zu lassen, unterstützt von DreiMeister-Mitarbeitern. 

In Kisten wurden die Brocken gesammelt und entsorgt. Und während für DreiMeister am Dienstag die Produktion mit der Frühschicht um 7 Uhr weiterlief, zogen die Medien nach und nach ihre ganz eigenen Schokoladen-Seiten auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare