1. wa.de
  2. NRW

Millionen-Betrug: Staatsanwaltschaft sucht Erfinderin von Kryptowährung weltweit

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Das LKA NRW geht davon aus, dass der Schaden mit der Kryptowährung „OneCoin“ bei mehr als 88 Millionen Euro liegt.
Das LKA NRW geht davon aus, dass der Schaden mit der Kryptowährung „OneCoin“ bei mehr als 88 Millionen Euro liegt. © Marijan Murat/dpa

Das Landeskriminalamt NRW fahndet jetzt weltweit nach einer flüchtigen Millionen-Betrügerin. Der Schaden mit der wertlosen Kryptowährung „OneCoin“ ist hoch.

Düsseldorf - Das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen ist auf der Suche nach der Juristin Dr. Ruja Ignatova. Die Suche läuft jetzt weltweit. Die 41-jährige deutsche Staatsbürgerin steht im Verdacht, als treibende Kraft und geistige Erfinderin der erfundenen Kryptowährung „OneCoin“, einen Millionen-Schaden verursacht zu haben.

Millionen-Betrug: Staatsanwaltschaft sucht Erfinderin von Kryptowährung weltweit

Geführt werden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dem LKA. Ruja Ignatova wurde nach Angabe der Ermittlungsbehörden am 30. Mai 1980 in Russe in Bulgarien geboren. Die Vorwürfe: „gemeinschaftlicher Betrug im besonders schwerem Fall“ sowie Geldwäsche.

Die Juristin soll weltweit Investoren veranlasst haben, in die wertlose „Währung“ zu investieren. „Insoweit wurden die Anleger über die technischen Hintergründe des sogenannten ‚Minings‘ getäuscht“, heißt es von den Ermittlungsbehörden. Als „Mining“ bei Kryptowährungen wird das Aufwenden möglichst hoher Rechenleistungen bezeichnet, um größere Chancen zu haben, von Neuemissionen zu profitieren - sprich Kryptowährung zu erzeugen.

Das LKA NRW fahndet jetzt weltweit nach Dr. Ruja Ignatova.
Das LKA NRW fahndet jetzt weltweit nach Dr. Ruja Ignatova. © LKA NRW, Aufnahme: Oktober 2016

Millionen-Betrug: Dr. Ignatova ist seit Oktober 2017 untergetaucht

Der vermeintliche, letztlich stetig steigende Wert des „OneCoin“ wurde unter Verantwortung der Beschuldigten Dr. Ignatova intern vorgegeben und beruhte nicht auf Marktmechanismen, heißt es in der Mitteilung weiter. Der bislang durch LKA und Staatsanwaltschaft festgestellte Betrugsschaden liegt bei etwas mehr als 88 Millionen Euro. „Der weltweit verursachte Schaden dürfte deutlich höher sein“, so die Ermittlungsbehörden.

Seit Oktober 2017 ist die Beschuldigte untergetaucht, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. „Sie dürfte aufgrund ihrer Taten über erhebliche finanzielle Mittel und weltweit über Unterstützer und Kontaktpersonen verfügen“, heißt es weiter.

Millionen-Betrug: „Aktenzeichen XY“ und 5000 Euro Belohnung

Zusätzlich zu den bereits bestehenden nationalen und europäischen Haftbefehlen wird jetzt auch die weltweite Öffentlichkeitsfahndung nach der Flüchtigen eröffnet. Dabei steht eine Fahndung unter Einbindung aller 194 Interpol-Mitgliedsstaaten im Vordergrund.

Ein öffentlicher Fahndungsaufruf in Deutschland erfolgt am Mittwoch (11. Mai) in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Flüchtigen führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt - Hinweise an das LKA (+49211/939-6644) oder an jede andere Polizeidienststelle.

Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Jahren. Vor dem Landgericht Münster hat im vergangenen Jahr bereits ein spektakulärer Prozess begonnen. Auch dort geht um eine erfundene digitale Währung namens OneCoin.

Auch interessant

Kommentare