CDU unterstützt Gegner von Andreas Mucke

Kommunalwahl in Wuppertal: Schneidewind nach Punkten vorn - Stichwahl mit Mucke

Eine Schwebebahn fährt in Wuppertal über der Kaiserstraße in Vohwinkel entlang.
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Wer gibt nach dem 13. September in Wuppertal vor, wohin die Reise geht? Die Kommunalwahl verspricht in der Stadt der weltberühmten Schwebebahn Spannung pur in Sachen Amt des Oberbürgermeisters und des Stadtrates.

Der Wuppertaler SPD-Oberbürgermeister Andreas Mucke muss um seinen Stuhl bangen: Herausforderer Uwe Schneidewind (CDU/Grüne) holte am Wahlabend die meisten Stimmen; beide gehen in die Stichwahl am 27. September.

+++ Die SPD ist stärkste Kraft im Rat der Stadt Wuppertal. Die Sozialdemokraten kommen auf 28,9 Prozent der Stimmen (23 Sitze), gefolgt von der CDU mit 24,2 (20). Die Grünen sichern sich mit einem Anteil von 19,6 Prozent 16 Sitze im Parlament. Die FDP holt 7,2 Prozent (6), Die Linke kommt auf 6,6 (5), die AfD 6,1 Prozent (2). Die Liste WfW/FW liegt bei 2,9 Prozent (1), Sonstige kommen auf 4,4.

+++ Andreas Mucke (SPD) ist in der Stichwahl mit Uwe Schneidewind (CDU/Grüne), der am Wahlabend das beste Ergebnis einfuhr. Die vorläufigen Endergebnisse: Mucke 37 Prozent, Schneidewind 40,8 Prozent.

+++ Die Auszählung der Stimmzettel für die Oberbürgermeisterwahl ist so gut wie durch. Es dürfte sicher sein: Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD) wird mit dem Grünen-/CDU-Kandidaten Uwe Schneidewind in die Stichwahl am 27. September gehen. Beide liegen beinahe gleich auf, mit aktuell 38 (Mucke) und 39 Prozent (Schneidewind).

+++ Nur noch etwa eine Stunde sind die Wahllokale bei der Kommunalwahl in Wuppertal. Wer jetzt noch seine Stimme abgeben möchte, muss wohl mit einer längeren Wartezeit rechnen. Vor vielen Wahllokalen stehen die Menschen Schlange.

Kommunalwahl in Wuppertal: Schafft es OB Mucke erneut?

Wuppertal - Vielleicht in keiner anderen Großstadt in Nordrhein-Westfalen könnte die Kommunalwahl am 13. September so spannend werden wie in Wuppertal - zumindest dann, wenn man den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap unter 1000 Bürgerinnen und Bürgern glaubt.

Kommunalwahl in Wuppertal
Wann wird gewählt?Sonntag, 13. September 2020
Was wird gewählt?Oberbürgermeister, Stadtrat, Bezirksvertretungen
Wer darf wählen?Mindestalter: 16; deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
Wann wäre die Stichwahl?Sonntag, 27. September 2020

Wie das Meinungsforschungsinstitut herausgefunden hat, deutet sich sowohl für das Amt des Oberbürgermeisters als auch für den Stadtrat ein Kopf-an-Kopf-Rennen an.

Kommunalwahl 2020 in Wuppertal (NRW): Spannender Zweikampf

In der größten Stadt des Bergischen Landes leben 355.100 Menschen (Stand 31. Dezember 2019). Die Wahlberechtigten in der Schwebebahnstadt haben für das Amt des Oberbürgermeisters die Wahl zwischen sieben Kandidaten: Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD) hat sechs Herausforderer - und einer davon liegt in besagter Umfrage um eine Nasenlänge voraus.

Demnach käme Mucke „nur" auf 42 Prozent der Stimmen, während auf Uwe Schneidewind aus der Grünen-Fraktion, der von der CDU unterstützt wird, 44 Prozent entfielen. Die übrigen fünf Kandidaten für das höchste politische Amt in der Stadt schaffen es zusammen gerade einmal auf 14 Prozent.

Sollte sich weder Andreas Mucke noch Uwe Schneidewind im ersten Durchgang am 13. September durchsetzen, käme es zwei Wochen später am 27. September zur Stichwahl um das Oberbürgermeister-Amt in Wuppertal. Hier wäre dann die Frage besonders spannend, für wen jene Wählerinnen und Wähler votieren, die zunächst noch einen der fünf „Underdogs" mit ihrer Stimme unterstützt haben.

Kommunalwahl 2020 in Wuppertal: Das sind die sieben OB-Kandidaten

  • Andreas Mucke, SPD
  • Uwe Schneidewind, Grüne (mit Unterstützung der CDU)
  • Bernhard Sander, Die Linke
  • Marcel Hafke, FDP
  • Henrik Dahlmann, WfW/FW
  • Mira Lehner, Die Partei
  • Panagiotis Paschalis, Einzelbewerber

SPD-Politiker Andreas Mucke (53) ist ein echtes Wuppertaler Kind. Er ist in der Stadt zur Schule gegangen, hat dort studiert und arbeitete später erst bei den Wuppertaler Stadtwerken und dann von 2011 bis 2015 als Geschäftsführer der Wuppertaler Quartiersentwicklungs GmbH.

Kommunalwahl 2020 in Wuppertal: Gute Erinnerungen an Stichwahl 2015

Vielleicht ein gutes Omen für Mucke: Am 27. September 2015 - also auf den Tag genau fünf Jahre vor dem jetzigen Termin der Stichwahl - gewann er eben solche um das Oberbürgermeister-Amt gegen Peter Jung von der CDU. Mucke erhielt 59,7 Prozent und löste Jung als hauptamtlicher Chef der Wuppertaler Verwaltung ab, der seit 2004 im Amt gewesen war und damals erstmals seit Anfang der 1960er Jahre die Phalanx der Sozialdemokraten in der Stadt durchbrochen hatte.

Wirtschaftswissenschaftler Uwe Schneidewind (54), Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, schickt sich an, erster Oberbürgermeister der Grünen in NRW zu werden. Das gleiche Kunststück könnte allerdings auch in Aachen gelingen, wo Kandidatin Sibylle Keupen mit 35 Prozent in der Infratest-dimap-Umfrage vor den Kandidaten von CDU und SPD liegt.

Schneidewind gilt als einer der einflussreichsten Ökonomen Deutschlands und war bis zum 30. April 2020 zehn Jahre lang Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Er hat eine Professur für „Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit“ an der Bergischen Universität Wuppertal inne, von 2013 bis Februar 2020 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).

Kommunalwahl: Alle Oberbürgermeister von Wuppertal seit 1946

  • 1946–1948: Robert Daum, SPD
  • 1948–1949: Otto Schmidt, CDU
  • 1949–1951: Robert Daum, SPD
  • 1951–1956: Heinrich Schmeißing, CDU
  • 1956–1961: Hermann Herberts, SPD
  • 1961–1964: Heinz Frowein, CDU
  • 1964–1969: Hermann Herberts, SPD
  • 1969–1970: Johannes Rau, SPD
  • 1970–1984: Gottfried Gurland, SPD
  • 1984–1996: Ursula Kraus, SPD
  • 1996–2004: Hans Kremendahl, SPD
  • 2004–2015: Peter Jung, CDU
  • seit 2015: Andreas Mucke, SPD

Der bekannteste ehemalige „Stadtvater" Wuppertals war übrigens der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident (1978-1998) und Bundespräsident (1999-2004) Johannes Rau. Der 2006 in Berlin verstorbene Rau wurde in Wuppertal geboren.

Johannes Rau war der bekannteste Bürgermeister Wuppertals. Der 2006 in Berlin verstorbene SPD-Politiker wurde in der Stadt geboren. Bei der Kommunalwahl am 13. September in NRW droht die SPD das Amt an die Grünen zu verlieren.

Über das Oberbürgermeister-Amt hinaus verspricht auch die Wahl der Stadtrates in Wuppertal große Spannung. Denn auch bei den Parteien scheint sich die Frage nach dem Sieger nicht im Vorfeld beantworten zu lassen. SPD (27%), Grüne (25%) und CDU (24%) liegen in der besagten Umfrage für WDR, Kölner Stadt-Anzeiger, Bonner General-Anzeiger und Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten quasi gleichauf.

2014 hatte die SPD 30,0 Prozent geholt, die CDU 29,1 Prozent. Größter Gewinner dürften auch in Wuppertal die Grünen werden, die vor sechs Jahren nur auf 14,9 Prozent gekommen waren. CDU und SPD bildeten bis Oktober 2018 eine Koalition, seit November 2018 kooperieren nun CDU und Bündnis 90/Die Grünen. Damit wollte sich die CDU früh in Stellung für die Kommunalwahl 2020 bringen, verzichtete aber trotzdem darauf, einen eigenen Kandidaten zu küren, sondern schloss sich dem Grünen-Votum für Schneidewind an.

Egal, ob sich am Ende erneut Mucke oder doch Schneidewind durchsetzt: Das größte Problemfeld sehen die Menschen in der Stadt im Verkehr. Hier wird der Oberbürgermeister schlüssige Konzepte präsentieren müssen. So ist die A46 zwischen Wuppertal und Düsseldorf ein ständiger Hotspot in Sachen Stau. Obendrein gab es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Probleme mit der weltberühmten, 120 Jahre alten Schwebebahn, die auch aktuell nur am Wochenende verkehrt.

Kommunalwahl in NRW 2020: So ist die Lage in anderen Großstädten

Spannend könnte die Oberbürgermeister-Wahl in Dortmund verlaufen. Hier - in der oft zitierten „Herzkammer der Sozialdemokratie“ - liefern sich die Kandidaten von SPD, CDU und Grünen ein enges Rennen um die Nachfolge von Ullrich Sierau, der nicht wieder kandidiert. Auch in Düsseldorf zeichnet sich ein enges Rennen um den Chefsessel zwischen Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) und seinem ärgsten politischen Widersacher, dem Kölner Stadtdirektor Stephan Keller (CDU) ab.

In Münster muss sich Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) gegen acht andere Kandidaten behaupten. Auch in Bochum bekommt es SPD-Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ebenfalls mit acht Kontrahenten zu tun. In Bielefeld hat Oberbürgermeister Pit Clausen beste Chancen auf eine dritte Amtszeit im ersten Anlauf. In Hagen hofft der von der Jamaika-Koalition unterstützte parteilose Amtsinhaber Erik O. Scholz auf die Wiederwahl gegen seinen SPD-Herausforderer. Dagegen stehen die Zeichen in der größten NRW-Stadt Köln auf Wiederwahl von Oberbürgermeisterin Henriette Reker direkt im ersten Wahlgang.

Kommunalwahl in NRW 2020: Bis zu fünf Stimmzettel

Bei der Kommunalwahl 2020 in NRW können die Wähler je nach Wohnort bis zu fünf Stimmzettel bekommen. Wer wie viele Stimmzettel bekommt und worauf zu achten ist. Wegen der Coronavirus-Krise gibt es bei der Kommunalwahl in NRW einiges zu beachten. Bei der Kommunalwahl in NRW 2020 rechnen Experten mit einer Rekord-Teilnahme an der Briefwahl.

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