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Kölner Dom könnte nachts dunkel bleiben – um Strom zu sparen

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Von: Mick Oberbusch

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Der Kölner Dom bei Nacht, angeleuchtet und dunkel (Montage)
Geht am Kölner Dom bald das Licht aus? Die Stadt prüft eine Reduzierung oder Abschaltung der Beleuchtung vieler Gebäude (Symbolbild, IDZRW-Montage). © blickwinkel/Imago & imagebroker/Imago

Die Energiekrise zwingt auch die Stadt Köln zum Handeln. Möglicherweise wird die Beleuchtung an wichtigen Kölner Gebäuden und Institutionen abgeschaltet.

Köln – Ganz Deutschland diskutiert über die Energiekrise, etliche Menschen fragen sich, ob sie künftig wie gewohnt weiter heizen oder duschen können, ob sie Strom einsparen oder Lichter öfter ausgeschaltet lassen müssen. Zu letzterem Punkt macht sich aktuell auch die Stadt Köln Gedanken – und prüft, die nächtliche Beleuchtung an wichtigen Kölner Gebäuden, Institutionen und Sehenswürdigkeiten zu reduzieren oder gar ganz abzuschalten, berichtet 24RHEIN. Dabei könnte sogar der Kölner Dom betroffen sein.

Köln: Stadt-Beleuchtung wegen Energiekrise reduziert? „denkbar und wird geprüft“

Denn: In anderen NRW-Städten wie beispielsweise Aachen werden künftig Brunnen-Beleuchtungen ab abgeschaltet, der Aachener Dom nachts nach 23 Uhr bereits seit Jahren nicht mehr angestrahlt. Auch in Berlin wurde die Bestrahlung des Doms abgeschaltet. Ist dies tatsächlich auch in Köln denkbar? 24RHEIN hat bei Stadtsprecher Alexander Vogel nachgefragt – und erfahren, dass es gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. „Eine Reduktion der Beleuchtung ist durch Anpassung der Schaltzeiten denkbar und wird derzeit geprüft“, sagt er – und bezieht sich dabei auf Bauwerke wie den Kölner Dom, die Hohenzollernbrücke oder den Colonius.

Kölner Dom bald im Dunkeln? Das sagt der Dombaumeister dazu

Gegenüber dem Domradio hat sich Peter Füssenich, Kölner Dombaumeister, zu den Plänen geäußert, die Beleuchtung am Dom zu reduzieren oder abzuschalten. Er hält die Energiesparmaßnahme durchaus für möglich. „Der Dom ist das einzige Gebäude in der gesamten Stadt Köln, was durchgehend bestrahlt wird, von Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen“, erklärt Füssenich. Insgesamt würden so rund 250.000 Kilowattstunden pro Jahr aufgewendet.

„Wenn man das umrechnet, entspricht das einem Jahresverbrauch von 100 Privathaushalten. Das ist für die Beleuchtung nicht ganz wenig. Deshalb ist auch aus Gründen der Stromersparnis geplant, dem Dom eine völlig neue Beleuchtung zu geben. Ich denke, ab dem nächsten Jahr können wir die anschalten.“ Das Abschalten der Lichter am Dom wäre ihmzufolge aktuell kein Problem. „Aus meiner Sicht ist es überhaupt kein Problem, den Dom nachts abzuschalten. Er ist zwar das einzige Gebäude, was beleuchtet dann über die Stadt wacht. Trotz Dunkelheit würde der Dom aber auf die Kölnerinnen und Kölner aufpassen.“

Beleuchtung von Gebäuden in Köln dienen dem Stadtbild – mehr Aufenthaltsqualität

Einiges an Energie einsparen könnte man so mit Sicherheit; insgesamt gibt es in Köln rund 1100 sogenannte Lichtpunkte, die der Illumination bestimmter Gebäude, Plätze oder Sehenswürdigkeiten dienen. „Mit der Illumination werden stadträumliche Situationen im nächtlichen Erscheinungsbild entsprechend dem Lichtmasterplan gestaltet. Sie dienen sowohl der Verbesserung der Aufenthaltsqualität, der Attraktivierung der Stadtwahrnehmung und dadurch im gewissen Umfang auch der Vermeidung von Angsträumen“, so Vogel. Die Plätze würden so attraktive Aufenthaltsorte, die in der Folge einer höheren Frequentierung unterlägen.

Lichtpunkte/Beleuchtung in Köln
Anzahlrund 1100
wo?u.a. Kölner Dom, Hohenzollernbrücke, Colonius, romanische Kirchen

Energiekrise auch in Köln: Schaltet Stadt bald die Beleuchtung am Kölner Dom ab?

„Repräsentative Objekte sind u.a. der Kölner Dom, die Hohenzollernbrücke und die zwölf romanischen Kirchen aber auch zahlreiche weitere Einzelobjekte“, so der Stadtsprecher. Einen Zeitplan für eine eventuelle Entscheidung, ob am Dom künftig die Lichter ausgehen, gibt es noch nicht. Sollte dies an allen 1100 Lichtpunkten in Köln geschehen, würden pro Nacht rund 1000 kWh Energie gespart. Angesichts der aktuellen Situation ein Szenario, mit dem man sich also wohl zurecht beschäftigt. (mo) 

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