Täter wurde in Lüdenscheid festgenommen

Sprengsatz-Fund in RB25: 21-Jähriger erklärt, warum er die Bombe legte

Nach dem Fund einer nicht funktionsfähigen Bombe in einem abgestellten Zug in Köln Anfang Oktober sind neue Details zu dem Motiv des Tatverdächtigen (21) bekannt geworden. Der in Lüdenscheid festgenommene syrische Flüchtling führte einen bestimmten Grund für seine Tat an.

Düsseldorf/Köln - Das Motiv des 21-jährigen Tatverdächtigen aus Plettenberg, der in Lüdenscheid festgenommen wurde, ist bekannt geworden: Der in Plettenberg lebende syrische Flüchtling soll den vermeintlichen Sprengsatz in einem Zug-WC der RB25 deponiert haben, weil er nach eigenen Angaben „mit der Bearbeitung seines Asylantrags und seinem derzeitigen ausländerrechtlichen Status unzufrieden“ war.

Der Sprengsatz-Fund in der RB25 war bei Reinigungsarbeiten auf dem Abstellbahnhof in Köln-Deutz gefunden worden. Wie das Ministerium dem Innenausschuss mitteilte, war der Sprengsatzfund mit Klebeband umwickelt und eine Zündschnur ragte heraus. „In dem Paket befand sich ein Explosivstoff (Schwarzpulverkügelchen/pyrotechnisches Pulver aus Silvesterraketen), zwei Knallkörper in einer Länge von etwa 2-3 cm, eine Glasfaserdämmung und beigemischte Metallkugeln, Nägel und Schrauben. Es handelte sich um eine selbstgebaute, nicht funktionsfähige Bombe“, so der Bericht.

Sprengsatz-Fund in RB25: Täter legt umfangreiches Geständnis ab

Der Verdächtige habe nach seiner Deutschland-Einreise im September 2017 einen Asylantrag gestellt und im August 2020 eine Aufenthaltsgestattung bekommen. Im Verhör habe der Mann aus Plettenberg angegeben, dass er davon ausgegangen sei, dass man das Paket sofort findet - und er so die Aufmerksamkeit „auf seine derzeitige Lebenssituation“ lenken könnte.

Der 21-jährige Plettenberger habe bei seiner Vernehmung ein umfangreiches Geständnis abgelegt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Köln vor drei Wochen mit.

Sprengsatz-Fund in RB25: Plettenberger zu seiner Tat in RB25 unbescholten

Als das zunächst in einem Abfalleimer versteckte Paket nicht entdeckt worden sei, habe sich der Mann aus Plettenberg auf der Zugfahrt der RB25 von Lüdenscheid nach Engelskirchen nochmals zur Toilette begeben und es an eine augenfälligere Stelle gelegt.

Mitarbeiter der Polizei stehen bei einem Zug auf dem Gelände des DB Betriebsbahnhofs Deutzer Feld.

Bislang zu seiner Sprengsatz-Tat war der Plettenberger laut Ministerium bis zu seiner Festnahme in Lüdenscheid völlig unbescholten. Nun wird gegen ihn wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten in Tateinheit mit Vortäuschen einer Straftat ermittelt

Rubriklistenbild: © Steil-TV/dpa

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