Rund 35 Teilnehmer bei friedlichem Protest auf Potsdamer Platz

Klimaaktivisten demonstrieren in Soester Innenstadt - Auswirkungen auf Verkehr

"Macht Liebe und keinen Dreck in die Luft", so steht es auf der Flüstertüte eines Aktivisten. Der fordert, die Klimaschutzziele für Soest jetzt umzusetzen und nicht bis nach den Ratswahlen zu warten.
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"Macht Liebe und keinen Dreck in die Luft", so stand es auf der Flüstertüte eines Aktivisten von Extinction Rebellion. Der forderte, die Klimaschutzziele für Soest jetzt umzusetzen und nicht bis nach den Ratswahlen zu warten.

Rund 35 Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben am Samstag in der Soester Innenstadt demonstriert. Sie wollten mehrere Straßen blockieren. Die Polizei war vor Ort.

  • Ab 12 Uhr demonstrierten am Samstag rund 35 Klimaaktivisten von Extinction Rebellion in Soest.
  • Mit bunten Aktionen wie Blumenkübeln und Musik machten sie auf dem Potsdamer Platz auf sich aufmerksam und protestierten gegen eine Entscheidung des Stadtrats.
  • Laut Polizei verlief alles friedlich, der Verkehr wurde umgeleitet.

Soest - Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Samstag in der Soester Innenstadt demonstriert. Rund 35 Teilnehmer machten mit Plakaten und weiteren Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Klimaaktivisten forderten die Politik dazu auf, mehr gegen den Klimawandel zu tun.

Die Polizei teilte während und auch nach der Demonstration auf Anfrage mit, dass der Protest friedlich verlaufen sei. "Im Moment müssen wir nicht einschreiten", sagte ein Sprecher am Mittag. Und auch am Abend hatte die Leitstelle nichts Gegenteiliges mitzuteilen.

Ziel der Gruppe Extinction Rebellion war es laut einer Pressemitteilung, Straßen zu blockieren, sodass große Teile der Innenstadt autofrei wären. "Das haben wir aber nur für kurze Zeit geschafft, die Polizei schickt jetzt wieder Autos an uns vorbei", sagte Norman Schumann, Sprecher von Extinction Rebellion NRW, bereits am Mittag auf Anfrage.

Klimaprotest von Extinction Rebellion in Soest: Verkehr wird umgeleitet

Nach Auskunft der Leitstelle war ein Streifenwagen vor Ort auf dem Potsdamer Platz. Der Verkehr wurde zeitweise von der Thomästraße über die Kolkstraße in Richtung Ententeich abgeleitet. Es kam allerdings nicht zu großen Verkehrsstörungen.

Neben Mitgliedern der Soester Extinction-Rebellion-Gruppe waren auch Klimaaktivisten aus Dortmund ab 12 Uhr vor Ort. Sie hatten sich am Soester Bahnhof getroffen. Die Teilnehmenden hatten Plakate dabei, pflanzten ein Blumenbeet und machten Musik.

Klimaprotest von Extinction Rebellion in Soest: Reaktion auf Abstimmung im Stadtrat

Als Anlass nahmen die Aktivisten die knappe Ablehnung weiterer Klimaschutzmaßnahmen im Stadtrat. In der Pressemitteilung der Gruppe hieß es: "Am Montag scheiterte der Stadtrat in einer außerordentlichen Sitzung, den Klimaschutz in Soest auf ein solides Fundament zu stellen. CDU, FDP und die BG stimmten geschlossen dagegen. Ferner sagte Bürgermeister Ruthemeyer sinngemäß, dass man nach der Wahl nochmals drüber sprechen könne. Dies lässt die Vermutung zu, dass CDU, FDP und BG das Thema aussitzen wollen und es nach der Wahl einfach weiter so wie bisher geht."

Klimaprotest von Extinction Rebellion in Soest: So äußert sich Pressesprecher Normann Schumann zur Protest-Aktion 

„Wir berufen uns auf die Verfassung und die Versammlungsfreiheit“, sagte Pressesprecher Norman Schumann für seine knapp 40 Mitstreiter von jung bis jung geblieben: „Wir haben die Aktion hier natürlich nicht angemeldet. Zeitgleich läuft eine Aktion in Wuppertal zu einem anderen Schwerpunktthema.“ 

Mit Musik und Plakaten demonstrierten die Aktivisten auf dem Potsdamer Platz.

Ob es Ärger mit der Polizei gegeben habe wegen des Eingriffs in den Verkehr – schließlich komme kein Fahrzeug mehr durch? „Wir sind friedlich, das ist bekannt“, sagte Schumann dazu: „Die Beamten sind aufmerksam, aber entspannt – sie schützen unser Recht, uns zu versammeln und zu demonstrieren.“

Klimaprotest in Soest: Extinction Rebellion trifft sich um kurz nach zwölf - Uhrzeit mit Symbolkraft

Um kurz nach zwölf Uhr begann die Aktion. Schumann: „Das soll zeigen, dass es für alles gegen den Klimawandel bereits kurz nach zwölf ist! Wir müssen endlich handeln und nicht reden und verschieben!“ Der Tag sei bewusst gewählt für den Protest, dieser Samstag sei der „Welt-Erschöpfungs-Tag“ – ab heute seien die natürlich regenerierbaren Ressourcen verbraucht, weltweit und statistisch gesehen. Schumann: „Ab heute leben wir auf Kosten des Planeten, und die Rechnung kann auf Dauer nicht aufgehen!“

Ein kreisrundes Gartenbeet hatten Aktivisten mitten auf den Platz gezaubert, Steine, Pflanzerde, und Pflanzen mitgebracht. Einige hatten Instrumente dabei, spielten von Frieden und einer glücklichen Welt. „So wie jetzt, so könnte Innenstadt aussehen“, fand Schumann: „Wir sollten drüber reden. Jetzt – nicht nach der Wahl: Wir alle müssen jetzt handeln, das ist unsere klare Forderung an die Politik! Schöne Ideen wie diese hier von einem begrünten Potsdamer Platz, sie gefallen vielen Bürgern und Bürgerinnen – aber sie scheitern letztlich immer am politischen Willen…“

Klimaprotest in Soest: Das macht Extinction Rebellion

Extinction Rebellion ist eine weltweite Bewegung, die sich den Tier- und Umweltschutz zum Ziel gemacht hat. Nach eigenen Angaben macht die Bewegung mit "friedlichem Ungehorsam auf den drohenden Klimakollaps und das massive Artensterben" aufmerksam. Zuletzt hatte die Gruppe mit einer stundenlangen Blockierung der Möllerbrücke in Dortmund auf sich aufmerksam gemacht. Auch in Soest gab es bereits mehrere Aktionen. Im Juni haben Aktivisten tote Bäume in der Innenstadt "gepflanzt".

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