Angeklagte und Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt

Kleinkind verhungert: Mitarbeiterin des Jugendamtes zu Geldstrafe verurteilt

Kleinkind verhungert: Heute soll das Urteil gegen Jugendamts-Mitarbeiterin fallen
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Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes soll verurteilt werden.

[Update 18.06 Uhr] Ein kleiner Junge starb im Sauerland an Unterernährung. Die Mutter musste ins Gefängnis. Nun ist eine Mitarbeiterin des zuständigen Jugendamts zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie das Verhungern des Kindes nicht verhindert hat.

  • Der zweijährige Anakin ist verhungert.
  • Neben der Mutter wurde auch eine Mitarbeiterin des Jugendamtes angeklagt.
  • Am Dienstag ist das Urteil gegen sie gefallen - nach einer ersten Verurteilung waren Mutter und auch Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen.

Arnsberg/Medebach - Nach dem Hungertod eines zweijährigen Jungen im Sauerland ist eine Mitarbeiterin des zuständigen Jugendamts zu einer Geldstrafe verurteilt worden. 

Das Landgericht Arnsberg verurteilte die 31-Jährige am Dienstag in dem Berufungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. 

Die Mutter des verhungerten Jungen war im Juni 2018 vom Landgericht Arnsberg zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Seit Februar 2019 ist dieses Urteil rechtskräftig. 

Die Mitarbeiterin des Jugendamts im Hochsauerlandkreis muss 50 Tagessätze à 70 Euro zahlen. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Revision ist grundsätzlich möglich. 

In erster Instanz war die Frau 2017 wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung verurteilt worden. 

Aus Sicht des Amtsgerichts Medebach hätte sie "aufgrund ihrer dienstlichen Stellung" den Tod des Jungen 2014 und auch die Mangelernährung seiner neun Monate alten Schwester "verhindern müssen und verhindern können". 

Gegen das Urteil von 2017 hatten die Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Nun verurteilte das Landgericht die Frau wegen fahrlässiger Tötung, aber nicht wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Das neun Monate alte Mädchen hatte nur knapp überlebt. Der Fall des kleinen Jungen hatte große Bestürzung ausgelöst. In dem Prozess gegen die Jugendamtsmitarbeiterin waren der Gerichtssprecherin zufolge die verurteilte Mutter und der Vater des verhungerten Jungen getrennt als Nebenkläger aufgetreten. - dpa

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