Kleines Mädchen von Wolf gebissen – Teil eines Parks in den Niederlanden schließt
Ein Teil eines Nationalparks in den Niederlanden musste geschlossen werden. Es gab zwei Vorfälle mit Wölfen – unter anderem wurde ein kleines Mädchen gebissen.
Hamm - Ein Teil eines weitläufigen Nationalparks in den Niederlanden musste geschlossen werden. Das teilten die Lokalbehörden der Gemeinde Leusden am Donnerstag, 18. Juli, mit. Weil ein kleines Mädchen Mitte Juli von einem Wolf gebissen worden war, sei das Gebiet „Den Treek“, in Leusden, vorsorglich gesperrt worden.
Kleines Mädchen von Wolf gebissen – Park in den Niederlanden schließt
Die Polizei habe den Wolfsbiss des kleinen Mädchens zunächst nicht bestätigt, aber sie nehme den Fall „sehr ernst“, wie eine Sprecherin der Region Utrecht der Nachrichtenagentur AFP zunächst mitteilte. Lotte Mulders, Sprecherin der Gemeinde Utrecht, erklärt auf Nachfrage von wa.de, dass der Biss eines Wolfes mittlerweile bestätigt wurde.
Nach Angaben der Eltern wurde das Mädchen bei einem Ausflug mit ihrer Kindertagesstätte am Oberschenkel gebissen. Das Kind habe „leichte Verletzungen“ davongetragen, aber sei größtenteils „geschockt“, erklärte die Kitaleitung. Aber: Es gehe dem Mädchen gut.

Wölfe in Nationalpark – wie geht es mit den Tieren weiter?
Dass Wölfe in dem Gebiet herumlaufen, ist bekannt. „Den Treek ist ein Teil des Nationalparks ,Utrechtse Heuvelrug‘. Im ‚Utrechtse Heuvelrug‘ haben wir einen allein lebenden Wolfsrüden und ein Wolfspaar mit ihren 5 Jungtieren“, so Mulders.
Laut der niederländischen Zeitung AD halten sich Wölfe eher in Gebieten auf, in denen keine oder nicht viele Menschen unterwegs sind. Allerdings sei das Wolfspaar aus der Leusderheide vermutlich aufgrund von Schüssen auf einem Truppenübungsplatz in ein von Besuchern frequentierteres Gebiet abgewandert, als sie Junge bekommen haben. Und wie geht es mit den Wölfen nun weiter? „Wir haben für die Wölfin und ihre Jungen etwas Ruhe geschaffen“, erklärt Mulders.
Nach dem Vorfall mit dem Mädchen hat die Gemeinde zudem das Kerngebiet „Den Treek“ abgesperrt. Besuchern ist der Zugang also nicht mehr gestattet. Das sei zunächst bis zum 15. August der Fall. Mitarbeiter überwachen das Gebiet, schreibt AD, unterstützt von der Gemeinde, der Provinz Utrecht und bei Bedarf der Polizei.
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Laut AD sei es das erste Mal, dass ein großes Gebiet in den Niederlanden wegen Wölfen gesperrt wurde. Und auch Mulders bestätigt: „Ja, es war das erste Mal, dass es zu einer engen Begegnung zwischen Wolf und Mensch kam. Am 6. Juli gab es einen Zwischenfall mit einem kleinen Hund in der Nähe.“ Ein Wolf soll nahe der Gemeinde einen angeleinten Hund mitgerissen haben.
Und auch in Nordrhein-Westfalen ist der Wolf wieder auf dem Vormarsch. Eine Wölfin aus Belgien hat zum Beispiel in Borken ein Schaf gerissen. Fast die Hälfte von NRW ist jetzt Wolfsgebiet. Das Land hat neue Bereiche ausgewiesen – und fordert praxisgerechte Regeln im Umgang mit problematischen Wölfen.