Corona-Betrieb

Kitas in NRW: Wird es bald wieder uneingeschränkte Betreuung für Kinder geben?

Der Corona-Lockdown wird verlängert. Aber wie geht es mit der Kinderbetreuung in Kitas weiter? NRW-Familienminister Joachim Stamp erklärt das Konzept.

Update vom 25. Februar, 12.28 Uhr: „Es kann weiter keinen normalen Regelbetrieb geben“, so lautet die ernüchternde Bilanz von NRW-Familienminister Joachim Stamp zum Corona-Alltag in den Kitas. Auch sein Phasenmodell stehe laut Aussagen beim Familienausschuss im NRW-Landtag noch unter Vorbehalt. Stamp hatte angekündigt, weitere Öffnungsschritte ab dem 8. März möglich zu machen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Zunächst aber bleibt es weiter bei dem pauschal um zehn Wochenstunden gekürzten Betreuungsangebot. Die Rückkehr zum uneingeschränkten Regelbetrieb in NRWs Kindergärten und Kitas hänge von den Corona-Zahlen, weiteren Testmöglichkeiten und dem Fortschritt bei der Impfung ab. Laut Phasenmodell sollen ab dem 8. März die Kita-Leitungen und -Träger selbst entscheiden, ob sie wieder im vollen Umfang Kinder betreuen, wenn es die Infektionslage denn zulässt.

Seit Montag können in NRW wieder alle Kinder in die Kitas und die Tagespflege kommen. Allerdings bleibt es bei gekürzten Wochenstunden und festen Gruppen. In den vergangenen Wochen waren die Kitas in NRW zwar geöffnet. Stamp hatte aber einen Appell an die Eltern gerichtet, ihre Kinder möglichst zu Hause betreuen. So seien in der Woche vom 15. bis 19. Februar die Kitas in NRW durchschnittlich zu 42 Prozent belegt gewesen, sagte Stamp. In der Woche davor waren es demnach 34 Prozent, berichtet dpa.

Kitas in NRW: Angst vor Ansteckung bei Rückkehr der Kinder

Update vom 20. Februar: Angst vor Ansteckung und abermals weniger Personal: Aus Sicht der Expertin sind Erzieherinnen und Erzieher mit der Rückkehr der Kinder in die Kindertageseinrichtungen nach wochenlanger Kita-Pause nun auch pädagogisch besonders gefordert. Sie befürchte auch, dass in der durch die Corona-Krise abermals verschärfte Personalsituation, die Kapazitäten für diese pädagogischen Aufgaben zu gering seien.

Update vom 16. Februar, 13.30 Uhr: Ob Elternbeiträge für die Kitas in NRW rückwirkend noch erstattet werden können, wird laut Stamp aktuell geprüft. Darüber gebe es noch Gespräche mit den Kommunen und dem Finanzminister. Im Vordergrund stehe derzeit aber die Stabilisierung des Betreuungssystems mit Bezahlung der Corona-Tests und der Alltagshelfer in den Einrichtungen.

Kitas in NRW: Ab Montag wieder Kinderbetreuung für alle - Minister erklärt Plan

Update vom 16. Februar, 13.05 Uhr: Wie Familienminister Joachim Stamp informiert, soll die Kinderbetreuung in den Kitas in NRW in Phasen weitergeführt werden. Ab Montag (22. Februar) werden wieder alle Kinder in die Kitas eingeladen. „Allerdings kann es weiterhin keinen geregelten Kita-Betrieb geben“, so Stamp. Die Betreuung der Kinder werde um 10 Stunden pro Woche gekürzt, die Gruppen strikt getrennt. Dies sei die Phase des landesweiten eingeschränkten Regelbetriebs.

Die zweite Phase soll beginnen, wenn das Infektionsgeschehen weiter rückläufig ist. Dabei strebe das Land den 8. März an. Dann soll es einen lokal eingeschränkten Regelbetrieb geben. Dabei sollen die Gruppen in Kitas weiterhin getrennt werden. Vor Ort könne dann entschieden werden, ob eine Stundenreduzierung für den Infektionsschutz noch notwendig ist. Für Einrichtungen gebe es in einem solchen Fall die Möglichkeit, bis zu 10 Stunden abzuweichen. Diese Regelung soll zunächst bis Ostern gelten.

Die Phase des uneingeschränkten Regel-Betriebs in Kitas in NRW soll beginnen, wenn ausreichend zertifizierte Selbsttests zur Verfügung stehen, die Erzieher alle geimpft sind und das Infektionsgeschehen ganz niedrig ist.

Aber auch einen Plan B gibt es laut Stamp. Sollte das Infektionsgeschehen stetig steigen, sollen die Kitas in NRW wieder einen Schritt zurück in die Phase davor machen. Bei einem sprunghaft ansteigendem Infektionsgeschehen soll es die sogenannte Corona-Notbremse geben: Die Schließung der Kitas mit einer eng begrenzten Ausnahmeregelung, die allerdings regional begrenzt angewendet werden soll.

Kitas in NRW: Schulen öffnen teilweise - wie geht es mit der Kinderbetreuung weiter?

Update vom 16. Februar, 12.37 Uhr: Wie geht es weiter in den Kitas in NRW? Während es für Schulen bereits eine Öffnungsperspektive gibt, gucken Eltern von Kita-Kindern aktuell noch in die Röhre. Den weiteren Plan für die Kinderbetreuung möchte Familienminister Joachim Stamp gleich erläutern.

[Erstmeldung] Hamm - Der Lockdown in Deutschland wird sich noch Wochen hinziehen. Die Corona-Lage entspannt sich zwar, aber nicht schnell genug. Bund und Länder haben beim jüngsten Corona-Gipfel noch keine weitreichenden Lockerungen beschlossen. Trotzdem öffnen bald die Schulen in Nordrhein-Westfalen, zumindest teilweise. Und Kitas in NRW? (News zum Coronavirus)

Für Eltern von Schulkindern gibt es einen Lichtblick. Am 22. Februar geht es an den Schulen in NRW weiter. Grundschüler und Abschlussjahrgänge kehren in einem Wechselmodell aus dem Distanzunterricht zurück.

„Um Bildung und Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten, haben Öffnungen im Betreuungs- und Bildungsbereich daher Priorität“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Länder, auf den sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beim jüngsten Corona-Gipfel geeinigt haben. Dieser Bereich - also Schulen und Kitas - solle als erster schrittweise wieder geöffnet werden. 

Es gibt allerdings keine bundesweite Regelung zur Öffnung von Schulen und Kitas. Die Länder sollen selber entscheiden, wann der Präsenzunterricht und die Kinderbetreuung weitergeht. NRW-Chef Armin Laschet und Schulministerin Yvonne Gebauer hatten unmittelbar nach dem Bund-Länder-Treffen verkündet, wie der Plan für die Schulen in Nordrhein-Westfalen aussieht.

Kitas in NRW: So soll die Kinderbetreuung im verlängerten Corona-Lockdown laufen

Eltern von Kita-Kindern in NRW schauten danach aber erst einmal in die Röhre. Wie die Kinderbetreuung in den kommenden Wochen weitergeführt wird, war zunächst ungewiss. In den Kitas herrscht seit Wochen Pandemie-Betrieb. Das Gebot der Stunde: Kinder sollen wann immer möglich zuhause betreut werden.

Und so soll es nach einer Information des NRW-Familienministeriums in der kommenden Woche auch weitergehen. Am Donnerstag ging das Schreiben an Eltern, Träger, Leitungen und Personal raus. Demnach solle der eingeschränkte Betrieb zunächst fortgesetzt werden. Der Appell, Kinder selbst zu betreuen, werde aufrechterhalten.

Kitas in NRW: Ministerium arbeitet bei Kinderbetreuung an „Perspektive bis zu den Osterferien“

Laut dem Schreiben des Familienministeriums spreche man bereits „intensiv mit allen beteiligten Akteuren“ über die Kinderbetreuung in den nächsten Wochen. „Ziel ist, – immer vorbehaltlich der Entwicklungen beim Infektionsgeschehen – möglichst eine längere zeitliche Perspektive bis zu den Osterferien zu eröffnen“, heißt es weiter. Die Planung brauche große Sorgfalt.

Derzeit sind die Kitas nach Angaben des Ministeriums im Landesdurchschnitt mit etwa einem Drittel der Kinder belegt. „Die Zahlen können von Kita zu Kita unterschiedlich sein“, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In der Vorwoche seien im Durchschnitt 39 Prozent der Kinder in den Kindertageseinrichtungen betreut worden.

Kitas in NRW: Kinderbetreuung im verlängerten Corona-Lockdown - keine Befreiung von Elternbeiträgen

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) betonte: „Ich freue mich, dass wir den Beschäftigten in den Kitas und den Kindertagespflegepersonen eine Vervierfachung der Testmöglichkeiten ermöglichen können und sie sich zukünftig zweimal pro Woche freiwillig testen lassen können.“

Eine Befreiung von den Elternbeiträgen für die Kitas für den Monat Februar ist indes weiter nicht in Sicht. Diese Frage sei Teil der Gespräche mit Eltern, Gewerkschaften, Kommunen und Trägern, bekräftigte das Familienministerium auf dpa-Anfrage. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © dpa/Monika Skolimowska

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