Bis zum 31. Januar

Kitas in NRW: Lockdown verlängert - „Pandemie-Betrieb“ stellt Eltern vor Herausforderungen

Wie geht es im Lockdown mit den Kitas in NRW weiter? Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp verkündete nun einen Pandemie-Betrieb. So sieht der Plan aus.

  • Ein Regelbetrieb in Kitas in NRW ist nach den Weihnachtsferien 2021 nicht möglich.
  • Die Corona-Lage ist wegen der Feiertage und unklaren Infektionszahlen unübersichtlich.
  • NRW-Familienminister Joachim Stamp erklärt, wie es bis zum 31. Januar in den Kindertagesstätten weitergeht. (News zum Coronavirus)

Update vom 7. Januar, 14.52 Uhr: Der Corona-Lockdown ist eine Herausforderung für Familien. Weil Kitas geschlossen bleiben, müssen Eltern ihre Kinder daheim betreuen. Immerhin soll es dafür vom Land Nordrhein-Westfalen eine finanzielle Entschädigung geben.

Denn NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) und Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) wollen die Kita-Beiträge für den Monat Januar erstatten. Darauf hätten sich die beiden Minister geeinigt, schrieb Stamp in einem Brief an die Kita-Eltern in NRW, der der dpa Agentur vorliegt. Der Beschluss des Landeskabinetts zur Aussetzung der Beiträge wegen des Corona-Lockdowns stehe aber noch aus, sagte ein Sprecher des Familienministeriums am Donnerstag. Das Land und die Kommunen sollen sich die Kosten teilen.

Kitas in Nordrhein-Westfalen: Lockdown verlängert - NRW-Minister erklärt „Pandemie-Betrieb“

Update vom 6. Januar, 14.13 Uhr: Jetzt ist klar, wie es in NRW mit den Kitas im verlängerten Corona-Lockdown weitergeht. Ab Montag, 11. Januar, werde es einen „eingeschränkten Pandemie-Betrieb“ in den Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen geben, wie Familienminister Joachim Stamp (FDP) mitteilte.

Dazu erklärte er: „Landesweit kann die Betreuung nur in festen Gruppen stattfinden.“ Der maximale Betreuungsumfang in den Kitas werde für jedes Kind um 10 Stunden pro Woche reduziert, kündigte Joachim Stamp an. Gruppen sollen zudem strikt voneinander getrennt werden.

Allerdings erneuerte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Joachim Stamp auch seinen Appell „an diejenigen Eltern, die dazu beruflich und familiär in der Lage sind, die Kinder zuhause zu betreuen“, sagte der FDP-Politiker: „Je weniger Kinder in die Kita sind, desto einfacher ist es für die Erzieherinnen und Erzieher (...), den Alltag dort vor Ort zu organisieren.“ Diese Regelungen gelten zunächst bis zum 31. Januar - der Dauer des am Dienstag verlängerten Lockdowns.

Um die Betreuung der Kinder im verlängerten Lockdown zu gewährleisten, haben Bund und Länder bei ihren Beratungen am Dienstag beschlossen, die Anzahl der Kinderkrankentage pro Elternteil um jeweils zehn zu erhöhen, bei Alleinerziehende sind es 20 zusätzliche Tage, „sodass es bis zum Zeitraum des 31. Januar ausreichend abdeckend ist“, sagte Joachim Stamp.

In den Kitas in NRW werde es aber nicht nur eine Notbetreuung wie im Frühjahr 2020 geben, als im ersten Lockdown nur Eltern mit systemrelevanten Berufen ihre Kinder betreuen lassen konnten. Dies führte seinerzeit zu viel Kritik.

Kitas in NRW: Land berät über Weg im Lockdown

Update vom 5. Januar, 20.27 Uhr: Das nordrhein-westfälische Kabinett wird an diesem Mittwoch in einer Sondersitzung entscheiden, wie es an Kitas und Schulen in der Corona-Krise weitergeht. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstagabend in Düsseldorf an. Davor werde darüber mit den Fachverbänden gesprochen. Für Eltern sollen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen.

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Update vom 5. Januar, 19.13 Uhr: Nicht nur in Schulen, sondern auch in Kitas wird der Lockdown wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen bis Ende Januar verlängert. Darauf haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Dienstag in Berlin verständigt, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. Außerdem sollen sich Eltern in diesem Jahr doppelt so lange für Kinder krankschreiben lassen dürfen wie normalerweise. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich bei ihrer Videoschalte darauf verständigt, das sogenannte Kinderkrankengeld pro Elternteil von 10 auf 20 Tage zu erhöhen. Alleinerziehende können es demnach für 40 statt 20 Tage erhalten. Grund seien die Folgen der Corona-Pandemie auf die Eltern.

Update vom 5. Januar, 15.35 Uhr: Aus der Beschlussvorlage für den Bund-Länder-Gipfel geht laut Redaktionsnetzwerk Deutschland hervor, dass Kitas und Schulen weiterhin geschlossen bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder besprechen aktuell (Dienstag, 5. Januar) die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Klar ist, dass der Lockdown verlängert wird, dass die Kontaktbeschränkungen verschärft werden und offenbar auch, dass eine Einschränkung des Bewegungsradius kommen wird.

[Erstmeldung von Montag, 4. Januar] NRW - Zum Leben ohne Einschränkungen werden die Menschen auch in NRW noch für längere Zeit nicht zurückkehren können. Wegen der Corona-Pandemie müssen sie weiter mit Regeln und Verboten klarkommen. Vor dem erneuten Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Dienstag, nach dem die Lockdown-Verlängerung verkündet werden soll, zeichnet sich bereits ab, dass ein Regelbetrieb an Schulen nicht möglich sein wird. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte am Montag, dass die vollständige Rückkehr aller Jahrgänge zum Präsenzunterricht aufgrund der derzeitigen Infektionslage „nicht vorstellbar“ sei. Doch was ist mit Kitas? (News zum Coronavirus)

Kitas in NRW: Wie geht es im Corona-Lockdown mit der Betreuung von Kindern weiter?

Die Zukunft des Schulunterrichts ist ein heiß diskutiertes Thema - im Wesentlichen sind sich die Politiker einig, dass ein Normalbetrieb angesichts der Corona-Situation undenkbar ist. Über die Wiederöffnung von Kitas und die Betreuung von Kindern gehen die Meinungen, Vorschläge und Ideen aber noch stark auseinander. Mehr Klarheit könnte das am Dienstag das Bund-Länder-Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten bringen - auch wenn die Entscheidung am Ende bei den Ländern liegt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat ein verlässliches und möglichst bundesweit einheitliches Stufenmodell bei der Rückkehr in den Kita-Normalbetrieb gefordert. „Wichtig ist, dass Eltern verlässliche Aussagen über die Kinderbetreuung bekommen“, sagte Giffey am Montag nach Beratungen mit dem Corona-Kita-Rat. In dem Gremium tauschen sich seit dem Sommer Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Eltern und Kindertagespflege regelmäßig über Erfahrungen und Konzepte im Umgang mit der Pandemie in den Kitas aus.

Kitas in NRW: Bei Lockerungen der Corona-Regeln sollen Einrichtungen als erstes wieder öffnen dürfen

Anders als bei den ersten Kita-Schließungen zu Beginn der Pandemie haben laut Giffey im aktuellen Lockdown neun Bundesländer die Kitas offen gehalten. Sie appellieren demnach an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Die restlichen sieben Bundesländer hätten den Kita-Betrieb dagegen auf eine Notbetreuung umgestellt. „Das ist eine unterschiedliche Herangehensweise, die von den Ländern mit dem unterschiedlichen Infektionsgeschehen begründet wird“, sagte Giffey.

Die derzeitigen Corona-Infektionszahlen ließen keine großen Lockerungen zu. Man müsse jedoch berücksichtigen, dass das Infektionsgeschehen bei kleinen Kindern geringer sei als bei Erwachsenen. Kitas müssten daher die ersten sein, die bei Lockerungen der Corona-Regeln wieder öffnen dürften.

Kitas in NRW: Opposition im NRW-Landtag pocht auf klare Ansage

Der Oppositionsführer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), hat auf eine klare Ansage von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) gepocht. Dieser solle klare Verhältnisse schaffen, wie es in den Kitas weitergehe. Die Einrichtungen grundsätzlich offenzuhalten, Eltern aber zu bitten, ihre Kinder nicht hinzuschicken, sei inkonsequent. Wenn ein hohes Infektionsrisiko Ursache für einen solchen Appell sei, dann dürfe es nur Notbetreuung in den Kitas geben.

Kitas in NRW: SPD fordert bezahlten Urlaub für Eltern von Kita-Kindern im Corona-Lockdown

Noch ein weiterer Vorschlag beziehungsweise eine weitere Forderung kam aus Reihen der SPD: Nach Angaben von Generalsekretär Lars Klingbeil will die SPD beim Bund-Länder-Treffen auf ihrer Forderung nach bezahltem Urlaub für Eltern von Kindern beharren, deren Kitas und Schulen wegen Corona geschlossen bleiben. Klingbeil sagte am Sonntagabend in der Politik-Talkshow „Die richtigen Fragen“ auf Bild live: „Dann müssen Unternehmen den Eltern freigeben, zehn Tage, 14 Tage, eine Woche. Das hat die Union bisher blockiert, aber das werden wir jetzt wieder auf die Tagesordnung setzen.“

Auch die Grünen haben sich zum Thema Kitas geäußert. Sie fordern eine Betreuungsgarantie für Kita-Kinder während des Lockdowns. „Solange Schulen und Kitas weiterhin geschlossen bleiben, müssen sich Bund und Länder auf eine Betreuungsgarantie verständigen“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, der Zeitung Welt. Eine Betreuung sollte demnach für alle sichergestellt werden, die es brauchen - „auch tageweise und ohne mühseliges Antragsverfahren.“ Homeoffice sei keine adäquate Betreuungsmöglichkeit, sagte sie.

Kitas in NRW: FDP will statt Lockdown-Verlängerung bessere Schutzkonzepte

Anstatt die derzeit geltenden Lockdown-Regelungen zu verlängern, sollten Bund und Länder nach Ansicht der FDP-Fraktion besser neue Konzepte für Alte, Schulkinder und Kita-Kinder entwickeln. In Kitas und Schulen könnten Schnelltests, Luftfilter, zusätzliche Räume und mehr Betreuungspersonal helfen, so der familienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Grigorios Aggelidis. Kinder hätten schließlich ein Recht auf Bildung und auf soziale Teilhabe. Für ihre Entwicklung brauchten sie verlässliche Strukturen.

Am Vorgehen der Politik gibt es unterdessen auch Kritik: Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, warf der Politik Konzeptionslosigkeit vor. „Die Diskussion um gesicherten Schulunterricht und zum Betreiben von Kitas in der Corona-Pandemie ist seit dem Sommer kein Stück weitergekommen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Besonders die Schulen brauchen aber ein Gesamtkonzept, das über das Hangeln von Feiertag zu Feiertag hinausgeht.“ - mit Material von dpa, KNA und epd

Rubriklistenbild: © Cedric Nougrigat

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