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Kita-Streik in NRW: Erzieher legen heute Arbeit nieder - viele Einrichtungen geschlossen

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Von: Daniel Großert

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Ein Schild mit einer Information zu einem Streik hängt am Eingangstor einer Kita.
In vielen Kitas in NRW wird am Dienstag, 8. März, gestreikt. (Symbolfoto) © Sebastian Kahnert/dpa

Weil Erzieherinnen in NRW streiken, bleiben am Dienstag, 8. März, viele Kitas geschlossen. Das wollen die Mitarbeiter mit dem Streik heute erreichen.

Update vom 8. März, 9.43 Uhr: Die Warnstreiks in Kitas haben in NRW begonnen. In mehreren Teilen des Landes seien Kundgebungen und Demonstrationen geplant, teilte ein Sprecher der Gewerkschaft auf Nachfrage der dpa mit. In Köln rechne man den Angaben zufolge bei einem Demonstrationszug am Morgen mit 1000 bis 1200 Teilnehmern. Aus Paderborn und Bielefeld und Herford wurden von Verdi 100 bis 300 Teilnehmer gemeldet. An den Streiks seien nicht nur Mitarbeiter aus den Kitas beteiligt, sondern auch Beschäftigte aus der Lebenshilfe und aus Behindertenwerkstätten. 

Kita-Streik in NRW: Erzieher legen Arbeit nieder - viele Einrichtungen zu

[Erstmeldung vom 7. März] Hamm - Viele Kindergärten und Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen bleiben am Dienstag, 8. März, geschlossen. Grund dafür sind landesweite Streiks, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Es geht um eine bessere Bezahlung und mehr Personal.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Kita-Streik in NRW: Erzieher legen Arbeit nieder - Einrichtungen geschlossen

Tausende Beschäftigte aus Kitas in NRW werden dem Streik-Aufruf folgen und am Internationalen Frauentag die Arbeit niederlegen. Der 8. März sei ein „guter Tag, um die Forderungen in der Tarifauseinandersetzung mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden mit einem Streik zu unterstützen“, sagte Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Dieser Tag steht auch für die Gleichstellung der sozialen Berufe in der Gesellschaft.“

In vielen Städten in NRW sind anlässlich des Streiks in den Kitas Demonstrationen und Kundgebungen geplant. Schwerpunkte sind dabei größere Städte wie Bielefeld, Münster, Dortmund, Essen, Köln, Düsseldorf oder Wuppertal. „Wie viele Teilnehmende es im ganzen Land werden, lässt sich schwer voraussagen. Aber die Beteiligung wird sicher groß“, sagte Verdi-Sprecher Udo Milbret der dpa.

Mit den Streiks wollen die Beschäftigten aus Kitas, sozialen Diensten und Ganztagsschulen auf ihre Situation aufmerksam machen. Schließlich waren sie während der Corona-Pandemie an vorderster Front gefragt, fühlen sich dafür aber zu wenig beachtet und unterstützt.

Kita-Streik in NRW: Gewerkschaft fordert mehr Geld und Personal

Deshalb fordert die Gewerkschaft Verdi neben einer guten Bezahlung auch Wertschätzung für ihren Beruf und die Einstellung von Fachpersonal in den Einrichtungen. „Nur klatschen reicht den Kolleginnen und Kollegen nicht mehr“, erklärte Landesfachbereichsleiterin Andrea Becker. „Die Bundesregierung hat 100 Milliarden für Waffen, aber kein Geld für Pflege, Erziehung und Soziales“, teilte Johanna Stoll, Pressesprecherin des „8M Bündnis“, einem Zusammenschluss verschiedener feministischer Gruppen, mit.

Bereits im Februar hatte es eine erste Verhandlungsrunde gegeben, doch die Gesprächsbereitschaft auf Arbeitgeberseite sei „nicht sehr groß“ gewesen, wie Andrea Becker meinte. Zwei weitere Verhandlungsrunden sind für den 21. und 22. März sowie den 16. und 17. Mai geplant.

Durch die Streiks werden viele Kitas in NRW am Dienstag geschlossen bleiben. In Bochum sind einem Bericht der WAZ zufolge mehr als die Hälfte der 20 städtischen Einrichtungen dicht. Wie DerWesten berichtet, sollten Eltern ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause betreuen. In einigen Kitas wird aber wohl eine Notbetreuung angeboten.

Einen Streik gab es zuletzt auch bei Amazon und in mehreren Geschäften. Dabei forderten Gewerkschaft und Mitarbeiter eine Tarifbindung ihrer Unternehmen. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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