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Wie gefährlich ist Corona für Kitas? Streit um Schutzmaßnahmen

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Von: Alexander Schäfer

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Diese Frage ist Gegenstand der politischen Debatte - und auch in NRW relevant: Wie gefährlich ist Corona für Kitas? Es gibt Forderungen nach Schutz, aber auch einen Panik-Vorwurf.

Düsseldorf – Für besorgte Eltern gibt es eine gute Nachricht: Kinder sind meist weniger empfänglich für eine Corona-Infektion als Erwachsene. Das betonte das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage unserer Redaktion. Politisch gestritten wird über den Schutz von Kitas dennoch.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,9 Millionen (2021)
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)

Kitas in NRW vor Corona schützen: Das ist die Situation

Während in München der Betrieb in Kindertagesstätten seit Montag wieder eingeschränkt ist, hat die aktuelle Corona-Lage noch keine drastischen Auswirkungen auf die landesweit mehr als 10.000 Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen. So teilte die Landesregierung in der vergangenen Woche mit, dass zum Stichtag 8. November „nur“ 19 Kitas teilweise und sechs Einrichtungen komplett wegen Infektionsschutzmaßnahmen geschlossen waren.

Wie hart aber wird die vierte Welle die Kitas noch treffen? Glaubt man dem Gesundheitsministerium, besteht kein Grund zur Panik. Studien, in denen Kontaktpersonen von infektiösen Personen untersucht wurden, hätten gezeigt, dass bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen meist eine geringere Empfänglichkeit für eine Infektion mit Corona vorliegt. „Kinder im Kindergartenalter waren weniger empfänglich für eine Infektion als Kinder im Schulalter“, heißt es aus dem Ministerium. Und weiter: „Die Daten einer größeren, qualitativ höherwertigen vorveröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass Kinder, insbesondere jüngere Kinder, wahrscheinlich eine niedrigere Viruslast als Erwachsene haben.“ Innerhalb der Gruppe der Kinder gebe es Hinweise darauf, dass die Viruslast von älteren zu jüngeren Kindern abnimmt.

Ein Kind schnaubt in ein Taschentuch
Wie gefährlich ist Corona für Kitas? Während in Bayern schon wieder Einschränkungen gelten, ist das in NRW noch nicht der Fall. © Nicolas Armer/dpa

Kitas in NRW: Sorge wegen Corona

Dennoch machen sich vor allem SPD und Grüne Sorgen. So forderte Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul, einen „Schutzkokon“ um die Kitas aufzubauen, der aus mehr Impfungen, Tests und einer 2G-Regel bestehen müsse. Es müsse alles getan werden, damit die Kindertageseinrichtungen vom Infektionsgeschehen verschont blieben. Denn kleine Kinder könnten nicht gegen Corona geimpft werden.

SPD-Parteichefin Saskia Esken betonte in einem Interview, dass die vulnerablen Gruppen und Einrichtungen geschützt werden müssten – und zählte dabei auch die Kitas auf. Der NRW-Landtagsabgeordnete Dennis Maelzer (SPD) twitterte: „50.000 Neuinfektionen bedeuten, dass jetzt die Erwachsenen Verantwortung übernehmen müssen, damit die Corona-Welle nicht in unsere Kitas schwappt.“

Kitas in NRW vor Corona schützen - Panik-Vorwurf

Für FDP-Fraktionschef Christof Rasche steht dagegen fest: „Angst ist kein guter Ratgeber.“ Sein Parteifreund Marcel Hafke warf der Opposition vor, Panik bei den Eltern zu schüren. Doch besorgt ist auch die Landesregierung. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) plädiert für eine bundesweit einheitliche 2G-Regel.

Kitas gehören zu jenen Stellen, in denen für das Personal demnächst eine Impfpflicht gelten könnte. Doch in der künftigen Ampel-Regierung herrschte darüber am Montag Verwirrung.

In anderen Bereichen zeichnen sich bereits konkreter bestimmte Maßnahmen ab. So sind 3G am Arbeitsplatz, Homeoffice-Pflicht und Kontaktverbote im Gespräch. Insbesondere für Ungeimpfte könnte es ungemütlich werden - denn Kontaktbeschränkungen sind nach wie vor ein Thema.

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