Kirmes in NRW trotz Coronavirus

Rummel trotz Corona-Krise? Pop-up-Parks mit Karussells in Dortmund und Düsseldorf

+
Das Soester Kirmessymbol mit Mundschutz.

Gibt es 2020 trotz Corona-Krise doch Kirmes-Events in NRW wie die Allerheiligenkirmes in Soest? Und wenn ja, wie könnte sie aussehen? Dazu gab es Gespräche im NRW-Ministerium.

  • Gibt es 2020 trotz Corona-Krise doch Kirmes-Events in NRW?
  • Allerheiligenkirmes in Soest wäre nur unter Auflagen machbar.
  • Dazu gab es Gespräche im NRW-Ministerium.

Soest/Düsseldorf - Die Entscheidung, ob es angesichts der Corona-Lockerungen in NRW bald und unter gewissen Voraussetzungen auch die Allerheiligenkirmes in Soest und andere Kirmessen in NRW geben wird, ist weiterhin offen.

Bei einem Treffen zwischen Ausstellern, Veranstaltern und Vertretern des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums am Montag (15. Juni) in Düsseldorf wurde erörtert, welche Möglichkeiten es gibt, diese Veranstaltungen nach dem 31. August vorbehaltlich der Pandemie-Lage durchzuführen.

Coronavirus in NRW: Kirmes-Betrieb dennoch möglich?

Bis dahin gilt laut Corona-Schutzverordnung, die Großveranstaltungen wie Schützenfeste, Sportveranstaltungen und eben auch Kirmes-Veranstaltungen untersagt.

Das NRW-Wirtschaftsministerium sprach nach dem Treffen von einem „weiteren konstruktiven Austausch“ mit dem Schaustellerbund, der unter anderem durch seinen Präsidenten Albert Ritter vertreten war.

Coronavirus in NRW: Vorübergehende Freizeitparks

Da es in der Schutzverordnung in der Übergangsphase bis zum 31. August seit Montag die Möglichkeit gibt, vorübergehende Freizeitparks zu eröffnen, wurden hierfür Konzepte für Hygiene- und Infektionsstandards entwickelt. Zwei dieser Freizeitparks werden in Dortmund und Düsseldorfinstalliert. 

In beiden Städten läuft der Aufbau der großen Fahrgeschäfte bereits auf Hochtouren. Anders als bei großen Volksfesten wie der Düsseldorfer Rheinkirmes oder der Cranger Kirmes in Herne, die wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt wurden, darf man nur mit Ticket auf das Gelände. So sollen die Besucherströme gelenkt und klein gehalten werden.

Rund um die Dortmunder Westfalenhallen wächst zur Zeit auf mehr als 60.000 Quadratmetern der Freizeitpark "FunDomio". 30 Attraktionen vom Riesenrad über die Wildwasserbahn bis zum Kinderkarussell stehen ab dem 25. Juni bis zum 11. August einen Tag lang unbegrenzt dem Besucher offen, der vorab ein Ticket gelöst hat. Kostenpunkt: 34 Euro für einen Erwachsenen, günstiger wird es für Frühbucher, Kinder oder Senioren.

Coronavirus in NRW: Viel Platz für Spaß pur

Patrick Arens, Vorsitzender des Dortmunder Schaustellervereins Rote Erde, wirbt in einem Werbeclip in den sozialen Medien für das weitläufige Gelände, auf dem man sich unbeschwert bewegen könne. Regulär sei dort Platz für 50.000 Menschen. In den "Pop-up-Park" dürfen aber höchstens 5000 Besucher. "Ich glaube ihr habt noch nie soviel Platz gehabt, um so viel Freude zu haben", sagte Arens.

Schausteller rund um den Düsseldorfer Riesenrad-Betreiber Oscar Bruch realisieren ab dem 26. Juni ein ganz ähnliches Konzept auf dem Messegelände der Landeshauptstadt. Einen Monat lang locken mehr als 20 Fahrgeschäfte sowie Buden und ein Showprogramm zur Sommerkirmes ins "Düsselland". Auch hier werden die Besucherströme durch Vorabtickets gelenkt und begrenzt: Anders als in Dortmund ist der Besuch auf zwei zuvor festgelegte Stunden begrenzt, die man für 8 bis 10 Euro je nach Wochentag buchen kann.

Dazu kostet jede Karussell-, Riesenrad- oder Achterbahnfahrt einen Betrag zwischen 2 und 5 Euro. "Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen - und leider verursachen diese Maßnahmen oft auch Mehraufwand und zusätzliche Kosten", erklären die Veranstalter auf ihrer Internetseite.

So kennt und liebt man die Allerheiligenkirmes in Soest.

Coronavirus in NRW: Allerheiligenkirmes mit Abstand

In weiteren Sitzungen sollen auch Standards für Kirmes-Veranstaltungen entwickelt werden, „um für die Zeit nach dem 31. August gerüstet zu sein“, wie es in einer Stellungnahme des NRW-Wirtschaftsministeriums hieß.

Denn klar ist: Wenn der Kirmes-Betrieb wieder erlaubt werden sollte, wird dieser nur mit Einschränkungen wie einem Wegekonzept und Abstandsregelungen möglich sein. Dies wird dann auch für den Stunikenmarkt in Hamm (September), die Sim-Jü-Kirmes in Werne (Oktober) und eben die Allerheiligen-Kirmes in Soest (November) gelten. 

Die wirtschaftliche Situation der Schausteller wurde ebenfalls erörtert. Dies auch vor dem Hintergrund der anstehenden Konjunkturprogramme. Der Dialog werde in regelmäßigen Abständen fortgeführt, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare