Sexueller Missbrauch an Kindern

Fahndungserfolg: Tatverdächtiger im Missbrauchskomplex Münster stellt sich

Die Ermittler im Missbrauchskomplex Münster haben mit einem Foto nach einem Tatverdächtigen gesucht. Noch am gleichen Tag stellte sich der Mann.

Update vom 22. Juni, 20.17 Uhr: Fahndungserfolg noch am selben Tag: Die Polizei Münster teilt mit, dass der männliche Tatverdächtige, der im Missbrauchskomplex Münster mit einem Foto gesucht wurde, noch am Dienstag identifiziert worden ist. Der 37-jährige Mann aus Berlin wurde laut Polizei um 18.15 Uhr widerstandslos in Berlin festgenommen. Bei der Polizei in Münster seien im Laufe des Tages knapp vier Duzend Hinweise eingegangen. Mehrere davon hätten konkret darauf hingedeutet, dass es sich bei dem Gesuchten um den 37-jährigen Deutschen aus Berlin handeln könnte. „Aufgrund des großen Fahndungsdrucks meldete sich der 37-Jährige am Abend dann unmittelbar vor der Festnahme im Beisein seines Rechtsanwalts telefonisch bei der Polizei“, heißt es in einer Mitteilung von Dienstagabend.

Kind für Video sexuell missbraucht: Polizei sucht mit Foto nach Verdächtigem

[Erstmeldung] Münster/Berlin - Die Ermittler im Missbrauchskomplex Münster suchen mit einem Foto nach einem unbekannten Tatverdächtigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe ein Richter einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erlassen, hieß es von der Polizei am Dienstag (22. Juni).

Der männliche Verdächtige sei auf mehreren beschlagnahmten Bild- und Videodateien zu sehen. „Diese zeigen schwere sexuelle Missbrauchshandlungen an einem unbekannten männlichen Kleinkind“, teilten die Fahnder der Ermittlungskommission „Rose“ mit.

Der Tatverdächtige habe kurze hellbraun beziehungsweise dunkelblonde Haare, ausgeprägte Geheimratsecken und spreche mit Berliner Dialekt.

Für Zeugenhinweise ist eine Hotline geschaltet. Diese ist unter der Rufnummer 0251/275-4000 zu erreichen. Bis zum Dienstagnachmittag (Stand 15 Uhr) waren nach Angaben der Polizei in Münster per Mail und Telefon 40 Hinweise bei den Ermittlern zu dem veröffentlichten Foto eingegangen. „Die werden jetzt nach und nach abgearbeitet“, sagte ein Sprecher. Zur Qualität der Hinweise und woher sie stammen, konnte die Polizei vorerst keine Angaben machen. 

Münster ist einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben.

In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen. Am Dienstag wurde der Hauptprozess mit weiteren Plädoyers fortgesetzt. Die Anklage fordert für den mutmaßlichen Haupttäter, einen IT-Experten aus Münster, 14 Jahre Gefängnis und wegen Wiederholungsgefahr anschließende Sicherungsverwahrung. Ein Urteil am Landgericht Münster wird frühestens Ende Juni erwartet.

Ein Fall von sexuellem Kindesmissbrauch an einem zwölfjährigen Mädchen in Hamm hat das Dortmunder Landgericht beschäftigt.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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