Spendeneinnahmen sind eingebrochen

Wegen Corona: Kinderhospiz sorgt sich um die Zukunft - "Noch nie so drastisch"

Das Kinderhospiz Balthasar in Olpe sorgt sich um seine Zukunft: Wegen des Coronavirus sind die Einnahmen eingebrochen.
+
Das Kinderhospiz Balthasar in Olpe sorgt sich um seine Zukunft: Wegen des Coronavirus sind die Einnahmen eingebrochen.

Das Kinderhospiz Balthasar in Olpe sorgt sich um seine Zukunft: Wegen des Coronavirus sind der Einrichtung für todkranke Kinder und Jugendliche die Spendeneinnahmen eingebrochen. Daher benötigt das Hospiz nun Unterstützung.

  • Das Kinderhospiz Balthasar in Olpe macht sich Sorgen um seine Zukunft.
  • Wegen des Coronavirus* sind die Spendeneinnahmen eingebrochen.
  • Die Einrichtung für todkranke Kinder und Jugendliche im Sauerland bittet um Spenden.

Olpe - Seit der Eröffnung im Jahr 1998 benötigt das älteste Hospiz Deutschlands für schwer erkrankte Kinder und junge Erwachsene etwa die Hälfte seiner Kosten über Spenden. Das sind nach Angaben der Verantwortlichen jedes Jahr etwa eine Million Euro. "Der Beitrag der Pflegekassen ist nach wie vor bei weitem nicht kostendeckend", heißt es auf der Homepage des Hospizes.

Weil es in den vergangenen 22 Jahren viele Unterstützer und Spender sowie unzählige Aktionen zugunsten des Kinderhospizes Balthasar gegeben habe, hätten fast 1000 Familien in dieser schweren Zeit in Olpe Hilfe, Zuwendung und ein zweites Zuhause gefunden. 

Kinderhospiz Balthasar in Olpe: Spenden gehen wegen Corona drastisch zurück

Ob das auch zukünftig für betroffene Familien so sein kann, ist aktuell ungewiss, wie Rüdiger Barth, seit fast 20 Jahren Leiter des Hospizes, berichtet: "Immer mal wieder gab es seit Bestehen des Hospizes Schwankungen oder Einbrüche bei den Spendeneinnahmen für Balthasar, auch aufgrund von Naturkatastrophen. Aber noch nie traf es uns so drastisch wie durch Corona." 

Rüdiger Barth, Leiter des Kinderhospiz Balthasar in Olpe.

Spendenaktionen zugunsten des Kinderhospizes seien abgesagt, neue erst gar nicht geplant worden. Geburtstage oder Jubiläen, bei denen für das Haus gesammelt werden sollte, fänden nicht mehr statt. Auch Aktionen von Schulklassen oder Jugendgruppen wie zum Beispiel Sponsorenläufe seien dem Coronavirus zum Opfer gefallen. "Auch die monatlichen Unterstützungen durch Daueraufträge oder Patenschaften gehen zurück oder wurden gekündigt, dringend benötigte Spenden von Firmen oder Privatpersonen gehen aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung durch Corona zurück", schildert Rüdiger Barth. 

Kinderhospiz Balthasar in Olpe: Weniger Geld von den Krankenkassen

Und nicht zuletzt könnten aufgrund der geltenden Abstandsregelungen nicht mehr alle Plätze im Kinderhospiz Balthasar in Olpe belegt werden, sodass auch die Zahlungen der Tagespflegesätze durch die Krankenkassen fehlen würden. Noch im vergangenen Jahr hatte Deutschlands First-Lady, Elke Büdenbender, das Kinderhospiz Balthasar in Olpe als die "Leuchtturm-Einrichtung der Kinderhospizarbeit"* bezeichnet. 

Wer die Einrichtung für todkranke Kinder und Jugendliche in dieser schweren Zeit unterstützen möchte, kann das auf verschiedenen Wegen tun: über das Online-Spendenformular der Hospizstiftung, über eine Spendenaktion von Balthasar auf Facebook (innerhalb des ersten Tages spendeten bereits mehr als 300 Menschen insgesamt knapp 9000 Euro) oder mit einer Überweisung auf das Konto der Kinder- und Jugendhospizstiftung Balthasar (IBAN: DE23 3706 0193 0000 0190 11; BIC: GENODED1PAX; Verwendungszweck: BalthasarHelfen + Adresse für die Spendenbescheinigung). 

Kinderhospiz Balthasar in Olpe: Stromberg-Darsteller ruft zur Unterstützung auf

"Jeder Euro hilft, damit das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar auch weiterhin ein Ort zum Leben und Lachen, Sterben und Trauern sein kann. Wir danken jedem von Herzen, der in diesen Tagen an uns denkt und spendet", heißt es auf der Balthasar-Homepage. Auch einer der prominenten Paten des Hauses in Olpe, Schauspieler Christoph Maria Herbst ("Stromberg"), hat mit einer Videobotschaft dazu aufgerufen, das Kinderhospiz zu unterstützen. 

*sauerlandkurier.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare