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Corona-Impfstoff für Kinder: Ärzte befürchten Knappheit

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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2,2 Millionen Corona-Impfdosen sollen für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren bereitstehen. Kinderärzte befürchten aber, dass zu wenig Impfstoff geliefert wird.

Hamm - Die ersten Corona-Impfungen für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren sollen am Montag (13. Dezember) ausgeliefert werden. Insgesamt 2,2 Millionen Dosen stehen laut Bund deutschlandweit zur Verfügung. Nach Angabe des Gesundheitsministeriums in Nordrhein-Westfalen sind alleine hierzulande 1,15 Millionen Kinder in dieser Altersgruppe impfberechtigt. Der Kinderärzteverband rechnet mit einer hohen Impfbereitschaft. Kinderärzte befürchten, dass nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölerung17,9 Millionen (2021)

Ärzte in NRW befürchten Knappheit des Corona-Impfstoffs für 5- bis 11-Jährige

Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, sagte der Rheinischen Post, er rechne mit einer hohen Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. „Das war auch schon bei der Impfung der Jugendlichen so. Dort impfen wir erst seit September, haben aber schon eine Quote von 50 Prozent erreicht“, sagte Fischbach. Die Praxen seien gut vorbereitet.

Die ersten Kinderärzte in NRW wollen bereits ab Montag (13.12.) mit dem Impfen beginnen. In den kommunalen Impfstellen steht das Angebot für Kinder erst ab Freitag, 17. Dezember, zur Verfügung, teilte das Gesundheitsministerium von Karl-Josef Laumann (CDU) in der vergangenen Woche mit.

Da voraussichtlich nicht alle Kinderärzte ein Impfangebot machen werden, sei es richtig, dass auch in den kommunalen Impfstellen geimpft werde. „Wir favorisieren allerdings die Impfung in den Praxen, wo die Ärzte ihre Patienten auch kennen. Das ist allemal besser als im seelenlosen Impfzentrum“, sagte Kinderarzt Fischbach aus Solingen.

Ärzte in NRW befürchten Knappheit des Corona-Impfstoffs für 5- bis 11-Jährige

Ein Problem sieht der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte bei der Bereitstellung des Impfstoffs auf die Ärzte zukommen. Das habe schon in der Altersgruppe der über Zwölfjährigen nur schlecht funktioniert. „Wir bekommen dort oftmals gerade die Hälfte des bestellten Impfstoffs“, sagte Fischbach der RP. Jetzt bestehe die Sorge, dass es bei den Jüngeren ähnlich aussehe. „Wenn wir unsere Praxen derart dilettantisch organisieren würden, wie die Politik es beim Impfstoff tut, würden uns die Patienten aufs Dach steigen“, ist der Kinderarzt verärgert.

Stiko spricht vorläufige Empfehlung für 5- bis 11-Jährige aus - aber nicht für alle

NRW-Minister Laumann hatte mit Blick auf die angespannte Corona-Lage von einer „sehr guten Nachricht“ gesprochen, dass nun endlich auch Kinder von 5 bis 11 Jahren bestmöglich vor einer Corona-Infektion geschützt werden könnten. „Wichtig ist aber auch, dass wir Erwachsenen als gutes Vorbild vorangehen und uns ebenfalls um unseren Impfschutz - ob Erstimpfung oder Booster - kümmern“, so Laumann .

Kinderärzte in NRW befürchten, dass nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.
Kinderärzte in NRW befürchten, dass nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. © Seth Wenig/dpa

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende November den Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer für Kinder ab 5 Jahren in Europa zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatte in der vergangenen Woche eine vorläufige Empfehlung ausgesprochen. Sie empfiehlt die Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten. Gesunde Kinder sollen auf Wunsch geimpft werden können, hieß es ausdrücklich in einer Mitteilung des Expertengremiums. Es handelt sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung.

Im Jahr 2020 wurden die Kinder und Jugendliche angesichts hoher Corona-Zahlen vorläufig in die Weihnachtsferien geschickt. Eine Schutzmaßnahme für das Weihnachtsfest. Jetzt sind die Zahlen noch höher als im vergangenen Jahr. Beginnen die Ferien auch 2021 in NRW früher. Das Schulministerium hat eine klare Antwort darauf gegeben.

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