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Corona-Impfung für Kinder: Wird in NRW bald an Kitas und Schulen geimpft?

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Von: Daniel Schinzig

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Die Corona-Impfung für Kinder ab 5 Jahren wird von der Stiko empfohlen. Jetzt muss es umgesetzt werden: Wird bald auch an Schulen und Kitas in NRW geimpft?

Hamm - Neben Hygiene-Regeln und Kontaktbeschränkungen ist vor allem das Impfen das große Puzzlestück im Kampf gegen das Corona-Virus. Derzeit stehen dabei zwei Themen im Mittelpunkt: Die Boosterimpfung und das Impfen von Kindern. Kürzlich hat die Stiko eine eingeschränkte Empfehlung herausgegeben. So sollen sich vorerkrankte Kinder ab 5 Jahren gegen Corona impfen lassen. Aber auch alle anderen Kindern dürfen eine Impfung auf eigenen Wunsch bekommen. Nun wird darüber diskutiert, ob in NRW auch an Schulen und Kitas der Impfstoff an Kinder verabreicht wird.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17.925.570

Impfung für Kinder in NRW: Wird bald an Schulen und Kitas geimpft?

Der Weg ist bereitet, jetzt muss er beschritten werden: Seit dem 13. Dezember dürfen sich auch Kinder von 5 bis 11 Jahren gegen Corona impfen lassen. Eine besonders wichtige Sache, da die neue Virus-Variante Omikron im Verdacht steht, bei den Jüngsten schwerere Krankheitsverläufe als bisherige Mutationen auszulösen. Orte für die Impfung sind vor allem die Kinderarztpraxen. Auch in einigen Impfzentren sollen spezielle Wege für die Jüngsten angelegt werden.

Darüber hinaus sind einige Aktionen geplant, durch die Kinder und ihre Eltern besonders niederschwellig erreicht werden sollen. So sind in Berlin spezielle Impf-Termine im Zoo und im Naturkundemuseum angekündigt. In Niedersachsen wiederum soll sich das Fußballstadion von Hannover 96 in ein Impfzentrum für Kinder verwandeln.

Das Ziel ist klar: Kinder sollen dort erreicht werden, wo sie ohnehin oft sind. Da liegt die Überlegung nicht weit entfernt, auch in Schulen und Kitas Impfmöglichkeiten anzubieten. Und tatsächlich werden in NRW immer mehr Stimmen laut, die genau das fordern.

NRW: Können sich Kinder bald in Schule und Kita gegen Corona impfen lassen?

So sagte Josef Neumann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, der Rheinischen Post, dass es überall dort, wo Kinder sind, auch ein Impfangebot geben müsse. „Es geht vor allem darum, auch diejenigen Eltern zu erreichen, die anders sonst nur schwer zu erreichen sind“, führt der Politiker weiter aus.

Dass es besonders wichtig ist, die Eltern bei der Überlegung nicht außer Acht zu lassen, erwähnt auch Andreas Bartsch, Präsident des nordrheinwestfälischen Lehrerverbands. Daher müsse eine Impfung an Schulen nach dem Schulbetrieb stattfinden. „Da wir ja in erster Linie über die Grundschüler und die Klassen der 5 und 6 reden, wäre das nachmittags oder am Samstag auch möglich“, sagt er der Rheinischen Post.

Eine Spritze mit Impfstoff gegen Corona. Im Hintergrund Spielzeug.
Wird die Corona-Impfung für Kinder bald auch in Schulen und Kitas in NRW angeboten? (Symbolbild) © Jens Kalaene / dpa

Doch so sinnvoll die Idee, Schule und Kitas in die Impfkampagne miteinzubeziehen auch ist: Viele befürchten, dass das organisatorisch nur schwer machbar ist. Vor allem hätte der Weg dahin schon lange vorbereitet werden müssen: Es gilt unter anderem zu klären, wer genau das Impfen vor Ort durchführt.

Corona-Impfung für Kinder: Wo ist das in NRW möglich?

So könnte es dazu kommen, dass Schulen und Kitas in NRW noch nicht zeitnah an den Impf-Aktionen beteiligt sind. Aber da sich abzeichnet, dass der Schutz gegen das Corona-Virus regelmäßig erneuert werden muss, könnte das für Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, dennoch ein Szenario für die Zukunft sein. Der Rheinischen Post sagt sie: „Wenn die Politik dann die Voraussetzungen schafft, hielte ich es für durchaus machbar und auch sinnvoll, den öffentlichen Gesundheitsdienst direkt an den Schulen und Kitas impfen zu lassen analog zu Betriebsimpfungen.“

Das NRW-Gesundheitsministerium wiederum verweist an die Kommunen. Die Kreise und Städte würden sich selbstständig um die lokalen Impfangebote kümmern. So könne auf den Bedarf vor Ort eingegangen werden. Jeder Stadt und jedem Kreis stehe es frei, zum Beispiel Impfstationen an Schulen und Kitas zu errichten oder mit Impfbussen Schulen und Kitas anzusteuern.

Wichtig sei nur, erwähnt eine Sprecherin des Ministeriums in der Rheinischen Post, dass der besondere Beratungsbedarf der Eltern mitbedacht wird. Daher sei es wichtig, dass die Impfungen von Kindern räumlich und zeitlich klar getrennt von den restlichen Impfungen werden.

Derzeit denken viele Menschen vermehrt über das Impfen nach. Sei es, ob die eigenen Kinder geimpft werden sollen. Oder wie gut der eigene Impfschutz noch ist. Um das herauszufinden, lassen immer mehr Menschen einen Antikörpertest durchführen. Dass eine Boosterimpfung aber so und so wichtig ist, zeigen neue Daten. So soll der Impfstoff von Biontech gegen die neue Corona-Variante Omikron vor allem nach nur zweifacher Impfung nicht mehr so gut schützen wie vor älteren Versionen des Virus. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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