Besteuerung

Haustrunk-Diskussion: Was sagen Warsteiner und Veltins dazu?

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Warstein - In der Diskussion um eine mögliche Besteuerung des Haustrunks für Mitarbeiter wollte die Warsteiner Brauerei am Donnerstag keine Stellungnahme abgeben. Ulrich Biene, Pressesprecher der Veltins-Brauerei dagegen erklärte: "Wir sehen das nicht so dramatisch, aber es ist bedenklich.“

Mit der Befürchtung, dass das Bundesfinanzministerium plane, die steuerlichen Vergünstigungen für den sogenannten Haustrunk der Bierbrauereien abzuschaffen, war am Mittwoch der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft, Nahrung, Genuss, Gaststätten, Mohamed Boudih, an die Öffentlichkeit gegangen. 

Der Haustrunk, auf den die Brauereien keine Steuern zahlen müssen, ist eine im Tarifvertrag zugesicherte Leistung für Brauereiangestellte. Gewerblich Beschäftigten über 18 Jahren stehen dabei 2,5 Liter Bier pro Arbeitstag zu, allen anderen Brauereiangestellten 2 Liter pro Tag, erklärte Ulrich Biene, Pressesprecher der Veltins-Brauerei.

Boudih hatte kritisiert, dass durch eine Besteuerung des Haustrunks, eine „bewährte tarifliche Sozialleistung“ aufs Spiel gesetzt würde. Der Gewerkschafter hat nach seinen Aussagen bereits ein Schreiben an NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) auf den Weg gebracht mit dem Appell, sich gegen eine mögliche Abschaffung der Steuerbefreiung für Haustrunk-Deputate einzusetzen.

Warsteiner: Keine Stellungnahme

Auch in der Warsteiner Brauerei gibt es ein solches Deputat für die Mitarbeiter. Sinje Vogelsang, Pressesprecherin der Warsteiner Brauerei, wollte am Donnerstag aber keine Stellungnahme zu dem Thema abgeben, verwies stattdessen auf den Deutschen Brauerbund. 

Veltins: "Es ist bedenklich"

Auskunftsfreudiger war dagegen Veltins-Pressesprecher Ulrich Biene. „Wir sehen das nicht so dramatisch, aber es ist bedenklich“, erklärte er und kritisierte, dass die Politik auf diese Weise einen Eingriff in die Tarifautonomie vornehmen wolle. „Man würde die Tarifleistung reduzieren“, wäre die Auswirkung einer solchen Besteuerung. 

"Angriffe auf die Brauereien"

Neu ist diese Steuer-Debatte für den Veltins-Pressesprecher allerdings nicht. „Es ist bemerkenswert, dass immer wieder fiskalische Angriffe auf die Brauereien unternommen werden. Das ist ein Thema, das in den letzten 20 Jahren immer wieder im politischen Raum diskutiert wurde. Alle vier, fünf Jahre kommt diese Diskussion wieder hoch und wird dann aber immer wieder auch schnell eingestellt“, erklärte Biene, der deshalb auch sagt: „Wir sehen das nicht so aufgeregt und warten das in Ruhe ab.“

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