Eröffnung der Session

Karnevalsbeginn am 11.11. in NRW: Stiller Auftakt in Köln und Düsseldorf

Am 11.11. startet in NRW traditionell die Karnevalssession. Doch im Corona-Jahr 2020 ist bekanntlich alles anders. Wie sieht der Karneval 2021 aus?

Update vom 11. November, 16.39 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie haben die Karnevalisten zum Start der neuen Saison am 11.11. ihre Fähigkeit zur Selbstdisziplin unter Beweis gestellt. In Hochburgen wie Köln und Düsseldorf war es am Mittwoch alles in allem still, die Jecken beherzigten die Appelle und blieben zu Hause.

StadtKöln
BürgermeisterinHenriette Reker
Bevölkerung1,061 Millionen (2016)
RegierungsbezirkKöln

Der Kölner Karnevalsprinz Sven I. verteilte mit den beiden anderen Mitgliedern des Dreigestirns - Bauer und Jungfrau - in einem Krankenhaus 111 Weckmänner an Mediziner und Pflegekräfte. „Frohsinn bedeutet, dass man den Menschen Freude bringt, und gerade in Krisenzeiten ist das wichtig, damit die Menschen einen Lebensmut haben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Karneval darf man nicht verwechseln mit Saufen und über die Stränge schlagen.“

Etwa 120 Menschen demonstrierten in Köln am rechten Rheinufer gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Sie hielten Transparente hoch mit Aufschriften wie „Gib Gates keine Chance“ und „DDR ging unter nach Volksaufstand - BRD geht unter an Verordnungen“.

Karnevalsbeginn am 11.11. in NRW: Oberbürgermeisterin von Köln zufrieden mit verhaltenem Auftakt

Update vom 11. November, 16.27 Uhr: Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich zufrieden über den Verlauf des verhaltenen Karnevalsauftakts geäußert. „Der 11.11. ist wie ein ganz normaler Wochentag gestartet, so wie ich es mir gewünscht habe“, sagte die parteilose Politikerin am Mittwoch. „Mit der Lage, die wir bis jetzt am späten Mittag verzeichnen, bin ich sehr zufrieden.“

In Köln waren wegen der Corona-Pandemie alle Veranstaltungen abgesagt worden, in der ganzen Stadt galt ein Alkoholverbot auf der Straße. „Bliev zohuss“ (Bleib zuhause) stand auf einem Zeppelin, den das Traditionscorps Rote Funken über die Innenstadt hinwegschweben ließ.

Karnevalsbeginn am 11.11. in NRW: Ruhiger Auftakt in Köln und Düsseldorf

Update vom 11. November, 11.11 Uhr: Alaaf und Helau - die Karnevalssession 2020/2021 hat begonnen. In den Hochburgen Köln und Düsseldorf ist es weiterhin ruhig. Die Düsseldorfer Karnevalsfigur Hoppeditz hat heute nach ihrem Erwachen die „Jecken mit dem Aluhut-Kostüm“ aufs Korn genommen. „All die, die glauben, sind dabei, datt die Erde ‚ne Scheibe sei“, reimte er. „Ich Andersdenken prima heiße, doch wird es braun, ist das echt Scheiße.“

Update vom 11. November, 9.10 Uhr: Normalerweise würde in Köln schon jetzt buntes Treiben herrschen. Am 11.11. um 11.11 Uhr wird traditionell in der Karnevals-Hochburg die neue Session eröffnet. Aber an diesem Mittwoch ist es still und grau in Köln. „Bisher ist es ruhig“, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber dpa. Es gebe keine Feiernden auf der Straße.

Karnevalsbeginn am 11.11. in NRW: Ministerpräsident Laschet appelliert, zuhause zu bleiben

Update vom 10. November, 20 Uhr: „Diesmal nicht“ - mit diesen Worten hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an die Jecken appelliert, morgen zum Karnevalsauftakt am 11.11. zuhause zu bleiben. „Bitte fahren Sie nicht in die Karnevalshochburgen“, sagte Laschet in einer auf Twitter verbreiteten Video-Botschaft. „Dort sind die Kneipen zu, viele wollen nicht feiern.“ Die Vereine, die Musiker, alle hätten gesagt: „In Corona-Zeiten müssen wir verzichten. Und dann können wir im nächsten Jahr umso engagierter Karneval feiern.“ Deshalb gelte das Motto: „Alaaf und Helau - diesmal aber ohne Präsenz in den Hochburgen.“

Update vom 10. November, 9 Uhr: Normalerweise wird Köln am 11.11. von Hunderttausenden Jecken besucht. Aber in diesem Jahr ist wegen Corona alles anders. Die Kölner Polizei will morgen zum traditionellen Karnevalsbeginn mit mehreren Hundertschaften im Einsatz sein. „Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, die Regeln einzuhalten und zu erkennen, dass es dieses Jahr nicht anders geht“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. „Anders als in den Vorjahren wird für uns die Zielrichtung sein, auch kleine Gruppen und Einzelpersonen anzusprechen.“ Man wolle verhindern, dass es zu Gruppenbildungen komme.

Karneval in NRW trotz Corona? Strenge Kontrollen am 11.11. 

Update vom 9. November, 19.56 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul hat vor dem Sessionsauftakt am 11.11. an die Jecken appelliert, nicht zum Feiern in die Karnevalshochburgen zu fahren. „Auch wenn in diesem Jahr alles anders ist und die offiziellen Feiern zum Start in die fünfte Jahreszeit ausfallen, kann ich jedem Jecken nur dringend raten: Bleiben Sie zu Hause“, sagte der Minister. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wird die Ordnungsämter am 11. November bei den Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln unterstützen. In Köln, Essen, Duisburg, Bielefeld und Münster wird dafür zusätzlich die Bereitschaftspolizei eingesetzt. Die Beamten würden bei „Verstößen konsequent einschreiten“, sagte Reul.

Köln/Düsseldorf - Volle Straßen und Kneipen, eine Menge Alkohol und Menschen aus ganz NRW: So sieht traditionell der Karnevalsauftakt am 11.11. in Köln und Düsseldorf, aber auch in vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen aus. Zu Zeiten des sich immer weiter ausbreitenden Coronavirus klingt das allerdings nach keinem wünschenswerten Szenario. (News zum Coronavirus)

Karneval 2020/2021: Kein Auftakt am 11.11. wegen Corona in NRW? Das passiert in Köln und Düsseldorf

Der 11.11. wird für viele Jecken und Narren in NRW im Jahr 2020 ein trauriger Tag. Kein Alaaf, kein Helau - die Karnevals-Hochburgen Köln und Düsseldorf sagen ihren traditionellen Sessionsauftakt mit Bühnenprogramm und Straßenkarneval ab.

Es soll ein Tag wie jeder andere sein. Kein Alkohol, keine Partys - nicht während der Corona-Pandemie. Da möchten die Städte entschieden durchgreifen. Das sind die Pläne für den 11.11. in Köln und Düsseldorf:

Karneval 2020/2021: Köln sagt Auftakt am 11.11. wegen Corona ab

Köln wird Jahr für Jahr zum Sessionsauftakt mit Karnevalstouristen überschwemmt. Das soll es im Jahr 2020 nicht geben. Die Corona-Pandemie mache das Feiern unmöglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die Stadt will mit einem ganztägigen Alkoholverbot außerhalb von Gaststätten die Jecken von einem Ausflug in die Karnevals-Hochburg abhalten.

„Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen“, kündigte die parteilose Politikerin mit. Das Verbot beziehe sich auf Straßen, nicht auf Privatwohnungen, stellte ein Sprecher der Stadt klar.

Karneval 2020/2021 und Corona in NRW: Kein Auftakt am 11.11. in Köln - OB: „Bleibt bitte alle

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker richtete sich in einer Pressekonferenz mit einem Appell an die Öffentlichkeit, der den Jecken mit Blick auf Karneval 2020/21 sehr wehgetan haben wird: „Wir alle müssen auf das Feiern am 11.11. verzichten. Diesmal wird nicht gefeiert, diesmal wird nicht gesungen, diesmal wird nicht geschunkelt, diesmal wird nicht getanzt. Diesmal gibt es keinen 11.11. Es ist in diesem Jahr nur ein Tag im Kalender wie jeder andere auch.“ Und sie wurde noch deutlicher: „Bleibt bitte alle zu Hause. Feiert auch zu Hause nicht“.

Dass die Gefahr groß ist, dass trotz steigender Corona-Zahlen und mehrfacher Appelle die Karnevalstouristen nach Köln strömen werden, zeigt die Mühe der Stadt, diese Feier unbedingt zu verhindern. Sie hat eine Plakataktion ins Leben gerufen. Auf den Plakaten sind Prominente wie die Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze zu sehen, dazu ein Spruch wie: „Am 11.11. feiere ich nicht. Weil es dein Leben schützt.“ Auch in den Sozialen Netzwerken wurden solche Plakate unter dem Hashtag „#diesmalnicht“ mehrfach geteilt, damit aufs Feiern von Karneval 2020 verzichtet wird.

Karneval 2020/2021 und Corona in NRW: Auch WDR sagt geplante kleine Sessionseröffnung in Köln ab

Ursprünglich geplant war bis Anfang November noch eine Sessionseröffnung mit Bühnenprogramm des WDR in der Kölner Wagenbauhalle. Am 2. November, Beginn des Lockdowns in NRW, folgte dann aber die Absage. Stattdessen werde man im Rahmen einer kleinen Studioproduktion den Karnevalsauftakt abbilden, teilte der Sender mit.

Im Vordergrund dabei stünden Erinnerungen an vergangene Sessionen, musikalische Einspieler und der Blick auf die Lage des Karnevals in Corona-Zeiten.

Karneval 2020/2021 und Corona in NRW: Düsseldorf lässt Auftakt am 11.11. nicht ganz sausen

Rund 50 Kilometer entfernt von Köln hätte man auch gerne in Düsseldorf am 11.11. den Beginn der Karnevalssession 2020/2021 gefeiert. In der Landeshauptstadt nennt es sich „Hoppeditz-Erwachen“. Anders als in Köln will man in Düsseldorf aber nicht vollständig auf den Auftakt verzichten.

Mit dem Erwachen des Hoppeditz beginnt in Düsseldorf traditionell im November die Karnevalssession. Auch in diesem Jahr soll das Spektakel trotz Coronavirus-Pandemie stattfinden. 

Es wird eine Veranstaltung im Innenhof des Rathauses stattfinden - ohne Publikum, voraussichtlich nur mit Oberbürgermeister und Karnevalspräsidenten. Zunächst waren bis zu 70 Gäste eingeplant worden. Das Erwachen der Traditionsfigur „Hoppeditz“ soll im Live-Stream auf die Facebook-Seite des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) übertragen werden. Die Bevölkerung werde gebeten, nicht zum Rathausplatz zu kommen, sagte der Sprecher.

Aktuell ist noch kein Alkoholverbot auf den Straßen so wie in Köln geplant. Der Karnevalsauftakt sei in Düsseldorf von der Dimension her nicht mit Köln zu vergleichen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Das gelte wohl auch für das Corona-Jahr 2020.

Karneval 2021: Findet er wegen Corona überhaupt statt?

Viele Städte in NRW haben in den vergangenen Wochen wegen Corona bereits den Karneval 2021 vollständig abgesagt. Dazu hatte auch der Bund Deutscher Karneval (BDK) aufgerufen. Rosenmontagszüge und Narren-Sitzungen sollten abgesagt werden. Dem sind viele Karnevalsvereine gefolgt, auch in den Hochburgen Köln und Düsseldorf.

Nach der Absage von den klassischen Karnevalssitzungen und -Zügen wollen die rheinischen Narren ihr Fest während der Corona-Pandemie aber auf neue Art feiern. „Die Absage bezieht sich auf die Formate, wie wir sie kennen“, sagte der oberste Kölner Karnevalist Christoph Kuckelkorn im September. „Ab jetzt planen wir völlig anders, völlig neu.“

Der Karneval, so wie man ihn kenne, sei dieses Mal nicht möglich. Es gehe daher jetzt darum, „kreativ zu werden und das Herz des Fastelovends herauszuarbeiten“. „Fastelovend“ ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval. Gefragt seien kleine und sichere Veranstaltungen, sagte Kuckelkorn. Ob solche Feiern 2021 wirklich stattfinden können, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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