Corona-Pandemie

Karl Lauterbach: Mit ihm wird es immer schlimmer - eine Glosse

Kaum ein Politiker ist in der Corona-Pandemie so umstritten wie Karl Lauterbach. Seine Kritiker werfen ihm Alarmismus vor. Eine Glosse.

Folgen Sie Karl Lauterbach auf Twitter? Nein? Dann machen Sie alles richtig. Ich dagegen gehöre zu den – Stand Freitag – 584 924 Menschen, die dem bekanntesten und wohl auch einzigen Gesundheitsexperten der SPD in dem Mikrobloggingdienst mit dem blauen Vogel folgen.

NameKarl Lauterbach
AmtMitglied des Deutschen Bundestags
ParteiSPD
Geboren21. Februar 1963

Karl Lauterbach: Uni-Abschluss in Havard

Jens Spahn, Lauterbachs künftiger Vorgänger als Bundesgesundheitsminister, hat nicht einmal halb so viele Follower wie der Sozialdemokrat. Kein Wunder: Spahn absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank in Münster, Münsterland. Lauterbach erlangte seinen Master of Public Health mit Schwerpunkt Epidemiologie an der Harvard School of Public Health in Boston, USA.

Womit wir bei der Antwort auf folgende Frage sind: Warum folge ich Lauterbach? Natürlich wegen Corona. Vor der Pandemie hat der Genosse für mein Leben keine große Rolle gespielt. Daran änderte auch der SPD-Mitgliederentscheid zur Wahl eines neuen Parteivorsitzendenduos nichts. Die Zustimmungsquote für den Kandidaten Lauterbach war damals noch viel geringer als die Impfquote in Sachsen heute.

Karl Lauterbach: Irgendwo läuft er immer

Gewählt wurden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, berühmt wurde jedoch Karl Lauterbach – dank eines 0,12 Mikrometer großen Virus. Wer dem Corona-Experten nicht auf Twitter folgt, sieht und hört ihn trotzdem. Dazu muss man nur den Fernseher einschalten. Der Prophet der nächsten Infektionswelle ist wie eine Tatort-Wiederholung. Auf irgendeinem Sender läuft er immer.

Doch wer keine Leichen mag, sollte weder Tatort im TV sehen noch Lauterbach auf Twitter lesen. In der Bibel tauchen im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes vier apokalyptischen Reiter auf. Einer von ihnen hat überlebt, heißt Karl Lauterbach und twittert, wenn es um Corona geht. Lieblingsworte wie Risiko, Durchseuchung und Tod. Und für die, die überleben, lautet seine Botschaft: „Sehr viele werden bleibende Schäden behalten.“ Der Mediziner ruft deshalb zur Impfung auf. Allerdings: Ob geimpft, genesen oder getestet ist global gesehen gleichgültig. Der Klimawandel sorgt dafür, dass es – Zitat Lauterbach – „jetzt erst einmal für den Rest des Jahrhunderts schlimmer wird“.

Wenn Sie also nicht depressiv werden wollen, folgen Sie nicht Karl Lauterbach auf Twitter, sondern vertrauen Sie Jens Spahn: „Wer glaubt, dass Twitter etwas mit der realen Welt zu tun hat, der ist schief gewickelt.“

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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