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Kinderärzte fordern Rücktritt von Gesundheitsminister Lauterbach

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Von: Marvin K. Hoffmann

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gerät wegen eines angeblich nicht eingehaltenen Versprechens in die Kritik. Kinder- und Jugendärzte fordern den Rücktritt.

Hamm – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Nordrhein-Westfalen fordert den Rücktritt von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die Mediziner werfen dem Politiker Wortbruch vor. Es geht, wie so oft im Leben, ums Geld.

Kinderärzte werfen Gesundheitsminister Lauterbach einen Wortbruch vor und fordern Rücktritt

In einer Rede vor dem Bundestag am 15. Dezember bezog Lauterbach, der erst kürzlich der Medikamenten-Knappheit und leeren Apotheken-Regalen den Kampf angesagt hat, Stellung zur Budgetierung. „Jede zusätzliche Leistung, die erbracht wird, wird voll bezahlt, sodass hier nicht über Gebühr am Rande der Erschöpfung gearbeitet wird und man das noch nicht einmal komplett bezahlt bekommt“, sagte er.

Dieses „Versprechen“ habe er in den Augen des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte aber nun gebrochen. In einem Brief an die Kassenärztliche Bundesvereinigung und den Bund der Krankenkassen habe Lauterbach noch am selben Tag einen Rückzieher von dem Versprechen gemacht und das Problem auf die Gremien abgewälzt.

BVKJ-Landesvorsitzender sieht Karl Lauterbach in der Pflicht

Dr. Marcus Heidemann, Landesvorsitzender des BVKJ in Westfalen-Lippe, äußert sich dazu in einem Schreiben, das auch wa.de vorliegt, wie folgt: „Wenn wir nicht wissen, wie unsere Arbeit entlohnt wird bzw. wir eigentlich wissen, dass aufgrund der Budgets in NRW jede weitere Tätigkeit nicht mehr vergütet wird, wenn Versprechen, die einmal gegeben wurden, nun nicht einmal mehr einen Tag lang gelten; dann gilt unsere Zusage, weiter für die Versorgung der Patienten zu sorgen eben auch nicht mehr. Herr Lauterbach, Sie haben die Wahl: Halten Sie Ihr Versprechen und bezahlen Sie Leistungen, die erbracht werden, auch tatsächlich, oder treten Sie mit Anstand zurück, wenn Sie als Minister nicht die Macht oder den Willen haben, dies umzusetzen!“

Die Forderung der Kinder- und Jugendärzte in NRW: Gesundheitsminister Lauterbach soll zeitnah eine klare Aussage treffen. Falls er das nicht tut, „werden wir den Kolleginnen und Kollegen auch spätestens im Januar empfehlen, unabhängig vom Bedarf in den Praxen, die Versorgung deutlich einzuschränken“, erklärt Dr. Marcus Heidemann. „Dieser Minister“ schade nachhaltig dem Vertrauen der Mediziner in die Politik und somit der gesicherten medizinischen Versorgung der Kinder“, sagt der Landesvorsitzende des BVKJ in Westfalen-Lippe.

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