Beerdigung in Kamen

Aggressives Verhalten bei Trauerfeier: Polizei stoppt Beerdigung mit viel zu vielen Teilnehmern

Corona-Krise: Die Regeln für Beerdigungen und Gedenkfeiern
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In der Corona-Krise gelten Beschränkungen für Trauerfeiern

[Update] Beerdigungen sind in Corona-Zeiten streng reglementiert. Auf einem Friedhof in Kamen musste nun die Polizei eingreifen und eine aus dem Ruder gelaufenen Trauerfeier stoppen.

  • Beerdigung mit 150  Personen aufgelöst
  • Die Teilnehmer verstießen gegen die Corona-Regeln, teilweise gab es aggressives Verhalten
  • Die Trauerfeier sorgte für einen Großeinsatz der Polizei
  • Stadt Kamen prüft, ob gegen 46 Personen ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird und inwieweit das Beerdigungsinstitut mitverantwortlich ist

Kamen - Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes war bei einer Routinestreife auf die Veranstaltung auf dem katholischen Friedhof an der Fritz-Haber-Straße in Kamen aufmerksam geworden – so stellte er zahlreiche Verstöße gegen die geltende Corona-Schutzverordnung fest, unter anderem wegen fehlender Mindestabstände. Rund 150 Personen hatten sich nach Angaben der Stadt Kamen auf dem Friedhof versammelt.

"Eine gemeinsame Kontaktaufnahme mit der hinzugerufenen Polizei war nicht möglich, weil sich die Teilnehmer nicht gesprächsbereit und aggressiv verhielten", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Polizeisprecher Bernd Pentrop bestätigte, dass die Polizei im Kreis Unna mit mehreren Streifenwagen vor Ort war. Es seien keine Anzeigen wegen Körperverletzung gestellt worden, sagte Pentrop auf Anfrage. Er geht davon aus, dass das aggressive Verhalten einiger Teilnehmer verbal blieb. "Wir gehen mit Augenmaß an Beerdigungen heran", sagte der Polizeisprecher. "Man möchte nicht stören, trotz alledem sind wir in einer Pandemie."

Entsprechend habe die vor Ort eingesetzten Mitarbeiter des Ordnungsamtes Verstärkung angefordert, die Polizei rückte daraufhin mit weiteren Kräften an. Das Ordnungsamt der Stadt Kamen beendete die Veranstaltung. 

Beerdigung in Kamen zieht Massen an: Teilnehmer verstoßen gegen Corona-Auflagen

Engsten Familienmitgliedern wurde gestattet, die Trauerfeier fortzusetzen. "Einige Teilnehmer hatten sich vom Ort des Geschehens inzwischen entfernt, von 46 Personen wurden aber die Personalien aufgenommen", bestätigt der Sprecher der Stadt Kamen, Peter Büttner.

 "Jetzt wird geprüft, ob gegen diese Personen ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird wegen Verstoßes gegen das Coronaschutzgesetz", erläutert Büttner. Das soll zeitnah passieren. Mit welcher Bußgeldhöhe die Personen zu rechnen haben, konnte der Stadtsprecher nicht beziffern. "Der Fall muss noch bewertet werden." Auch soll geprüft werden, wie weit Verantwortlichkeiten durch das beteiligte Bestattungsunternehmen verletzt worden seien.

Nach den Regelungen der Coronaschutzverordnung sind Beerdigungen zulässig, wenn die entsprechenden Hygieneschutzmaßnahmen und Abstandsgebote eingehalten werden. Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen, appelliert an die Vernunft der Bürger, auch bei so traurigen Anlässen wie dem Tod eines Angehörigen die Abstandsregeln und Verhaltensvorschriften zu befolgen.

In Hamm gab es einen ähnlichen Vorfall, aber in deutlich kleineren Dimensionen bei einer Beerdigung.

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