Keine Strafgebühren

Jerusalema-Challenge: So viel kosten das Land die Videos der NRW-Polizei

Die Polizei des Märkischen Kreises nahm als eine der ersten bei der Jerusalema-Challenge teil.
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Die Polizei des Märkischen Kreises nahm als eine der ersten bei der Jerusalema-Challenge teil.

Die Polizei tanzt zur Jerusalema-Challenge, das NRW-Innenministerium zahlt, Warner Music kassiert. Inzwischen ist die Höhe der Lizenzgebühren bekannt.

Düsseldorf - Die Polizei tanzte zum Sommer-Hit Jerusalema und das hatte Folgen. Dass das Innenministerium Nordrhein-Westfalens für Videos der Polizei im Rahmen der Jerusalema-Challenge Lizengebühren zahlen musste, war längst klar. Inzwischen ist auch geklärt, wie hoch die Zahlung war, die gegenüber dem amerikanischen Musik-Label Warner Music fällig wurde. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Jerusalema-Challenge der NRW-Polizei: So viel Lizenzgebühren zahlt Ministerium an Warner Music

Demnach hat das NRW-Innenministerium für die Tänze der Polizei genau 2675 Euro an Lizenzgebühren an Warner Music gezahlt. Ein Vertreter des Ministeriums verdeutlichte im Innenausschuss des Landtags, dass sich das rentiert habe: Schließlich habe alleine das Jerusalema-Video der Polizei im Märkischen Kreis*, nahezu 10 Millionen Menschen erreicht. Das sei ein riesiger Social-Media-Erfolg für eine Behörde.

Das befand auch Marcel Dilling, Polizeisprecher des Märkischen Kreises. „Damit ist es das erfolgreichste Video einer Polizeibehörde in NRW aller Zeiten“, betonte Dilling, der sich anfangs über viel positives Feedback freuen durfte, ehe die Lizenzgeldforderungen von Warner Music der Jersusalema-Challenge der MK-Polizei einen faden Beigeschmack* verpasste. In dem Video hatte unter anderem die Spurensicherung zu dem Pop-Song getanzt.

Öffentlich hat das NRW-Innenministerium die Höhe der Zahlungen auch deshalb gemacht, weil die oppositionelle SPD im Landtag nach den Lizenzgebühren gefragt hat, nachdem die Forderungen von Warner Music bekannt geworden waren. Allerdings stellte der Ministeriums-Vertreter, der die Jerusalema-Challenge somit verteidigte, auch klar, dass es sich bei der Summe nicht etwa um „Straf- oder Mahngebühren“ gehandelt habe. Für andere Musik habe das Land ohnehin Rahmenverträge. Das Problem bei Jerusalema: Das Lied aus Südafrika fällt unter die Kategorie Chart-Musik, wobei solche Lieder laut Ministerium „gesondert bei dem Rechteinhaber“ gekauft werden müssen.

Jerusalema-Challenge nicht nur bei Polizei beliebt - Warner Music viel kritisiert

Die Jerusalema Challenge erfreut sich im Übrigen nicht nur bei der Polizei an Beliebtheit. Zu dem Song der südafrikanischen Künstler DJ Master KG und Nomcebo Zikode tanzen Rettungskräfte, Ärzte, Krankenschwestern oder Bürogemeinschaften. Die Internet-Videos haben vor allem Hoffnung in der Corona-Pandemie symbolisieren und transportieren. Dementsprechend wurde Warner Music im Internet scharf für seine Vorgehensweise kritisiert, in vielen Fällen nachträglich Lizenzgebühren einzufordern.

Die Lizenzzahlungen werden nicht nur für staatliche Institutionen fällig. Auch die St.-Barbara-Klinik in Hamm muss sich im Zuge ihrer Jerusalema-Challenge und den Forderungen von Warner Music mit der Rechtslage auseinandersetzen. Viele andere Behörden oder Dienststellen in NRW haben ihre Tanzvideos zum Teil wieder gelöscht. - *come-on.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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