Verschwörungstheoretiker-Satire

ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann: Neue Show in der Mediathek

Die neue Show von Jan Böhmermann „ZDF Magazin Royale“ ist gestartet. Dazu wächst sein Telegram-Kanal rasant - dank Verschwörungstheoretiker-Charme.

Update vom 6. November, 20.17 Uhr: Jan Böhmermanns Telegram-Kanal ist nun zum ZDF Magazin Royale-Kanal geworden. Rund 100.000 Follower hatte der Satiriker in den vergangenen sieben Tagen hier gesammelt. Leider gibt es damit wohl weniger Spam, so heißt es im Channel - aber mehr Inhalte. Seine neue Sendung ist jetzt in der ZDF-Mediathek verfügbar. Sie hat das Motto - nach der Ankündigung rund um Telegram mag man das kaum glauben - „WIR BRINGEN DIE THEORIE ZURÜCK IN DIE VERSCHWÖRUNG!“. Ab 23 Uhr gibts die Show im Fernsehen.

NameJan Böhmermann
Geburtstag23. Februar 1981 in Bremen
Bekannt durchLate Night Show Neo Magazin Royale, Podcast Fest & Flauschig
Singlesu. A. V for Varoufakis (2015), Ich hab Polizei (2015), Menschen Leben Tanzen Welt (2017), Rainer WEndt (2018) Licht an! Licht an (2019)
BücherGefolgt von niemandem, dem du folgst. Twittertagebuch, Alles, alles über Deutschland, Lukas' Tagebuch

Update vom 6. November, 16.26 Uhr: Was hat Jan Böhmermann nur vor? Der Satiriker startet heute um 23 Uhr mit seiner neuen Show. „ZDF Magazin Royale“ soll der Nachfolger von „Neo Magazin Royale werden“ - Böhmermann darf ins ZDF-Hauptprogramm. Die Sendung ist bereits ab 20 Uhr in der Mediathek zu sehen, aber knapp davor (um 18 Uhr) hat er ein Video auf seinem Telegram-Kanal angekündigt. Ob damit Licht ins Dunkle seiner Verschwörung kommt?

Hamm - Erst sorgte Jan Böhmermann mit einem Video auf Telegram und Youtube für Furore, in dem der Moderator hüllenlos und mit Striemen auf der Brust für seinen Telegram-Account warb. Jetzt scheint er zu den alten sozialen Netzwerken zurückgekehrt zu sein. Die Twitter- und Instagram-Accounts des Satirikers sind wieder aktiviert - und am Freitag soll die erste Folge von seiner neuen Show „ZDF Magazin Royale“ ausgestrahlt werden.

Jan Böhmermann: Telegram-Kanal reine Satire? Podcast-Folge über Christian Drosten lässt Schlüsse auf Motive zu

Folgt Jan Böhmermann also doch nicht Verschwörungstheoretikern wie Attila Hildmann zur alleinigen Internet-Präsenz auf Telegram? Sind die Anspielungen auf die Riege der Coronavirus-Leugner reine Satire? In der neuen Podcast-Folge von „Fest & Flauschig“ mit Olli Schulz lässt Böhmermann auf seine Motive schließen - und spricht auffällig viel über Deutschlands bekanntesten Virologen Christian Drosten.

Mittlerweile hat der Telegram-Kanal von Jan Böhmermann über 80.000 Follower (Stand Mittwoch, 4. November, 11.30 Uhr) und zeigt sich als süffisante Satire auf die Kanäle von Attila Hildmann, Michael Wendler und Co.. Inklusive Video, in dem der Moderator von „ZDF Magazin Royale“ ohne Kleidung vor einem Spiegel steht und Wendler-ähnlich verkündet, dass er jetzt die Wahrheit wisse und man ihm dringend auf Telegram folgen solle.

In dem Video sagt Böhmermann, man habe all seine anderen Social-Media-Accounts gelöscht. Das ZDF habe mit allem nichts zu tun, sagt der Satiriker. „Das ZDF weiß genauso wenig wie Staatsanwaltschaften und Polizeien, wie Telegram überhaupt funktioniert“, so Böhmermann. Dabei erinnert er an den Stil und die Vortragsweise von Michael Wendler, der in einem Instagram-Video die Corona-Maßnahmen des Bundesregierung kritisierte und danach seinen Platz in der „Deutschland sucht den Superstar“-Jury aufgab. Mittlerweile will der Sänger nach Deutschland zurückkehren, wie ruhr24.de berichtet.

Die Löschung von Instagram und Twitter habe den Zweck ihn zum Schweigen zu bringen. Nur auf Facebook sei Verlass: „Ob Terroranschlag planen, Holocaust leugnen oder Hass und Hetze verbreiten, solange keine Nippel zu sehen sind, löscht Facebook überhaupt nichts.“ Auf Telegram macht er deutlich, dass es sich bei dem Video um keine Promo für seine neue Show handle, denn Promo sei der Sänger von U2. Böhmermann ist vor allem eins auf dem Kanal - albern. Und entlarvt so die Mechanismen, die auch die Corona-Leugner nutzen. Eine Mischung aus angedeuteten „Wahrheiten“, persönliche Bezüge durch Sprachnachrichten, private Fotos, viele geteilte Quellen und dazwischen auch immer mal wieder Werbung für eigene Produkte.

Instagram und Twitter wieder aktiviert: Jan Böhmermann will sich auf Telegram konzentrieren

„Ich bin wieder auf allen sozialen Kanälen“, sagt Böhmermann in der aktuellen Folge von seinem Podcast „Fest & Flauschig“. Ausschließlich konzentrieren will er sich aber bis Freitag - da ist der Start von „ZDF Magazin Royale“ - auf Telegram. Ab Samstag sei er wieder normal unterwegs. Bis Freitag strebt Böhmermann an, den größten deutschsprachigen Telegram-Channel zu betreiben. Attila Hildmann zum Beispiel hat etwa 110.000 Follower (Stand 4. November, 12.22 Uhr). Olli Schulz hingegen gab im Podcast zu bedenken, dass Michael Wendler so unzufrieden mit den Klicks auf seine Links bei Telegram war, dass sich der Schlagersänger von dem Messenger zurückzog.

Verschwörungstheoretiker-Freunde sollten Böhmermann auf Telegram folgen, sagt der Satiriker. Denn am Freitag würde er ein großes Video veröffentlichen. Davor halte er sich mit Inhalten zurück.

Böhmermanns eigene Einstellung zur Corona-Situation in Deutschland wird im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich. Er und Olli Schulz sprechen über den Lockdown light und die Reaktionen ihrer Freunde, davor noch einmal auszugehen und zu feiern. Jedoch sollte man bei dem Thema Corona auf Experten hören, sagt Böhmermann. Statt also weiter über Covid.-19 zu sprechen, geben Schulz und Böhmermann Christian Drosten Platz in ihrem Podcast „Fest und Flauschig“. Sie hängen einen Vortrag des Virologen an ihre Folge. Drosten sprach am 30. Oktober in Meppen in einem Jugendzentrum beim Windhorst-Abend erklärte die Lage.

Die Mitarbeiter der Sendung „ZDF Magazin Royale“ würden per Schnelltest auf Corona getestet, sagt Böhmermann. Schulz und Böhmermann sagen, sie versuchen die Zuhörer mit ihrem „lockerleichten Podcast“ durch die schwierige Zeit zu bringen.

Rubriklistenbild: © obs/ZDF/ZDF/Jens Koch

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