Millionenschaden bei Wohnhausbrand in der Innenstadt

Großbrand in Iserlohn: Es war eine Explosion - Schlimmer Verdacht gegen Bewohner

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Bei dem Brand in einem Wohnhaus in Iserlohn wurden 13 Personen verletzt.

Nach dem schweren Wohnhausbrand mitten in Iserlohn ist der schwer verletzte Bewohner in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft spricht von Gasexplosion und Tötungsdelikt.

  • Beim Brand eines Wohnhauses in Iserlohn am Sonntag (1. Dezember sind 13 Personen verletzt worden. 
  • Bis zu 200 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen. Der Einsatz dauerte fast 30 Stunden. Das Gebäude soll wieder aufgebaut werden.
  • Ein Hausbewohner (69) ist in U-Haft. Ihm wird vorgeworfen, in suizidaler Absicht eine Gasexplosion verursacht zu haben.

+++ Update Donnerstag, 5. Dezember: Ein Amtsrichter hat heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen Untersuchungshaftbefehl gegen den schwer verletzten 69-jährigen Bewohner des Hauses am Kurt-Schumacher-Ring erlassen.

Er steht im Verdacht, für die Feuer-Katastrophe in der Iserlohner Innenstadt verantwortlich zu sein. Polizei und Staatsanwaltschaft werfen ihm vor, dass er in suizidaler Absicht eine Gasexplosionherbeigeführt hat.

Es wird wegen des "Verdachts des Vorliegens eines Tötungsdeliktes" ermittelt, wie es in der Mittilung der Polizei heißt. Es wurde eine Mordkommission beim Polizeipräsidium Hagen eingerichtet. Die Ermittlungen zur Explosion dauern weiter an.

Der 69-Jährige gilt als schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. 

Weiterer Paukenschlag aus Iserlohn: Ex-Bürgermeister Ahrens wird angeklagt.

+++ Update Dienstag, 3. Dezember: Die Polizei im Märkischen Kreis hat nach dem Brand des Wohnhauses in der Iserlohner Innenstadt die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert. Nach aktuellem Stand seien 13 Verletzte zu beklagen. Davon sind laut Polizei 12 Menschen leicht und einer schwer verletzt. Bei dem Schwerverletzten handelt es sich um einen 69-jährigen Bewohner. Unter den Verletzten befinden sich auch zwei Feuerwehrleute.

Großbrand in Iserlohn: Schaden in Millionenhöhe

Nach ersten Schätzungen geht die Polizei von einem Sachschaden in siebenstelliger Höhe aus. Derzeit werden unter anderem Spuren ausgewertet und Zeugen vernommen. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Brandermittler der Kriminalpolizei sowie Sachverständige haben das Haus kontrolliert. Es besteht Einsturzgefahr.

Brand in Wohnhaus in Iserlohn.

+++ Update, 21.20 Uhr: Eine Statikerin und das Bauordnungsamt haben festgestellt, dass ein Teil des Brandobjekts einsturzgefährdet ist - und somit der Kurt-Schumacher-Ring in Iserlohn bis auf Weiteres für den Straßenverkehr gesperrt bleibt. Das teilte die Feuerwehr Iserlohn am Montagabend mit.

Demnach ist der Kurt-Schumacher-Ring im Bereich zwischen "An der Schlacht" und "Am Bielstein" gesperrt. 

Brand in Iserlohn: Einatzende

Die erforderlichen Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in den späten Montagnachmittag. Sie wurden der durch die beeinträchtigte Statik erschwert. Der Einsatz mit rund 200 Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes konnte schließlich um 17.15 Uhr beendet werden.

Wie die Feuerwehr zusammenfasste, wurden bei dem Großbrand in der Iserlohner Altstadt eine Person lebensbedrohlich und acht weitere Personenleicht verletzt, darunter zwei Einsatzkräfte.

Auch zur Versorgung der Bewohner aus verschiedenen umliegenden Häusern gab die Feuerwehr noch Details bekannt. In einem hinzugerufenen Linienbus seien im Einsatzverlauf 39 Bewohner aus verschiedenen geräumten Objekten betreut worden. 

Großbrand in Iserlohn: Unterstützung aus umliegenden Städten

Und all diese Löschzüge aus der Region waren demnach im Einsatz: "In Absprache mit dem Einsatzleiter Jörg Döring und Kreisbrandmeister Michael Kling, kamen jeweils ein Löschzug aus Menden und Hemer, ein Gerätewagen Atemschutz aus Lüdenscheid, eine Drehleiter aus Hagen und ein 54m-Teleskopmast aus Dortmund am Kurt-Schumacher-Ring zum Einsatz. Zwischenzeitlich wurden sieben C-Rohre und drei Wenderohre parallel eingesetzt. Das Deutsche Rote Kreuz war mit Rettungsmitteln und Einsatzverpflegung an der Einsatzstelle", so die Bilanz der Feuerwehr.

+++ Update, 13.44 Uhr: Noch immer ist die Feuerwehr in großer Stärke vor Ort. Ein Personalwechsel ist vollzogen. Aktuell sind Kräfte aus Iserlohn und Menden im Einsatz. Die nächste Ablösung soll am späten Nachmittag erfolgen. Dann soll laut Feuerwehrsprecherin auch entschieden werden, wie es weitergeht.

Aktuell kämpfen die Feuerwehrleute weiterhin gegen Glutnester. Das Haus gilt als einsturzgefährdet. Der Kurt-Schumacher-Ring ist an dieser Stelle gesperrt.

Großbrand in Iserlohn: Spenden für Bewohner

+++ Update, 13.01 Uhr: Die Familienschule Kinderleicht sammelt Spenden für die Bewohner. "Wir werden heute (am Montag, Anm. d. Red.) von 16.30 bis 17.30 Uhr in der Familienschule Kinderleicht, Friedrichstraße 29, 58636 Iserlohn, Sachspenden entgegen nehmen", erklärte die Familienschule auf Facebook.

"Von Möbelspenden bitten wir vorerst abzusehen, dazu fehlen uns die Lagermöglichkeiten aber auch hier sind wir dran, etwas zu finden", hieß es. 

Die Kleidergrößen aller Bewohner:

  • Damen 40-42
  • Herren M, 2L-3XL 
  • Schuhgröße Damen 40
  • Herren 42

+++  Update, 12.19 Uhr: Auch zwölf Stunden nach Anrücken der Kräfte waren die Arbeiten am Montagvormittag noch nicht abgeschlossen. "Es sind noch kleine Glutnester zu bekämpfen, die überall aufflackern und an die wir nur schwer rankommen." Auch zwei Feuerwehrleute seien leicht verletzt worden, aber bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Wie es zu dem Feuer in der ersten Etage kommen konnte, war zunächst unklar. Womöglich war eine Zigarette die Ursache. Die Wohnung habe bereits voll in Flammen gestanden, als die Einsatzkräfte anrückten. Auch die beiden rechts und links angrenzenden Häuser seien nicht mehr bewohnbar, ein viertes Wohngebäude müsse noch von Experten untersucht werden, schilderte der Feuerwehr-Sprecher.

Großbrand in Iserlohn: Mehrere Häuser evakuiert

Der betroffene Häuserblock sei sehr verwinkelt angelegt, die Häuser seien dicht an dicht gebaut, was die Arbeiten erschwere. Rund 50 Bewohner - etwa 16 im Brandhaus und 30 weitere in den umliegenden Häusern - mussten ihr Zuhause verlassen. Für einige Betroffene wurden laut Feuerwehr bereits Ersatzunterkünfte gefunden.

Die Polizei nahm Ermittlungen zur Brandursache auf. Nach ersten Schätzungen geht der Schaden in die Millionenhöhe. Das Gebäude, das insgesamt sechs Wohnungen und eine Kunstgalerie im Erdgeschoss beherbergte, war nach Informationen des Iserlohner Kreis-Anzeigers denkmalgeschützt.

Großbrand in Iserlohn: Das war der Stand am Morgen

+++ 6.58 Uhr: Der Inhaber der Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses am Kurt-Schumacher-Ring 20 habe auf der Straße gesessen, als Polizei und Feuerwehr eintrafen, berichtet die Polizei. Er hat lebensgefährliche Verletzungen erlitten, wie eine Feuerwehrsprecherin bestätigte. Er wurde in eine Dortmunder Klinik gebracht.

Die Wohnung stand in Vollbrand; im Laufe der Nacht breitete sich das Feuer zunächst auf eine weitere Etage, dann auf das ganze Haus aus. Einsatzkräfte kontrollierten unter Atemschutz das Haus und retteten laut IKZ einen Mann aus dem ersten Stock über ein Vordach.

Der Brand schien zunächst fast unter Kontrolle, doch als das hölzerne Treppenhaus Feuer fing und die hölzerne Zwischendecke im zweiten Geschoss zu brechen drohte, musste die Feuerwehr die Brandbekämpfung im Innern aufgegeben.

Nachdem sich der Dachstuhl entzündet hatte, stand binnen Sekunden das ganze Dach in Brand, das Feuer drohte, auf die beiden Nachbarhäuser und die beiden rückwärtigen Häuser (Südengraben) überzugreifen. Die waren wie das betroffene Wohnhaus evakuiert worden. Die Bewohner wurden zunächst in Bussen der MVG untergebracht und betreut. Das Ordnungsamt kümmerte sich um die Betroffenen. 

Großbrand in Iserlohn: NINA warnt vor Rauchgas

Die Warnapp NINA sendete um 1.38 Uhr eine Warnung vor Rauchgasen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen könnten nicht ausgeschlossen werden. "Bitte begeben Sie sich im Innenstadtbereich sofort in geschlossene Räume, Fenster und Türen geschlossen halten."

NINA warnt vor Rauchgasen

Großbrand in Iserlohn: Zahl der Feuerwehrleute erhöht

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Kurze Zeit später hatte sich ihre Zahl bereits auf 170 erhöht, überörtliche Hilfe war aus dem ganzen Kreisgebiet, eine dritte Drehleiter aus Hagen angefordert worden. Die Löscharbeiten dauern an. 

Am frühen Morgen entsandte die Dortmunder Feuerwehr ein Fahrzeug mit einem Knickarm, das flexibler als eine herkömmliche Drehleiter ist. 

Großbrand in Iserlohn: 200 Mann im Einsatz

Gegen 6 Uhr kämpften mehr als 200 Feuerwehrleute gegen die Flammen, alle noch im unmittelbaren Einsatzgeschehen und noch nicht als Ablöse für die Kameraden. Für sie müssen noch mehr Kräfte aus dem Märkischen Kreis nachrücken, erklärte Frank Brenscheidt, Sprecher der Iserlohner Feuerwehr. 

Der Kurt-Schumacher-Ring bleibt für die Dauer der Löscharbeiten der Feuerwehr ab der Brüninghauskreuzung und An der Schlacht gesperrt. 

Zur Brandursache und Höhe des Sachschadens können noch keine Angaben gemacht werden. Die Polizei spricht in einer ersten Mitteilung von sieben leicht verletzten Personen, darunter drei Feuerwehrleuten. 

Wohnmobil-Brand in Lüdenscheid

Ein verheerendes Feuer tobte auch in Lüdenscheid. Dort brannte es auf einem Abstellplatz für Wohnmobile und Wohnwagen. Acht Fahrzeuge wurden ein Raub der Flammen. Die Polizei hat einen Verdacht. Kontrollen in 19 Lüdenscheider Hochhäusern deckten lebensgefährliche Mängel auf.

Wohnhausbrand in Iserlohn: Einsatz dauert die ganze Nacht

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