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Impf-Panne in NRW: Anzahl der Kinder ist jetzt geklärt

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Von: Erik Hlacer, Sebastian Schulz, Kristina Köller

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Fehlerhafte Impfungen im Kreis Olpe und NRW sorgen für Aufsehen. Zwei Kinder haben einen nicht zugelassenen Corona-Impfstoff erhalten. Jetzt äußert sich der Kreis.

Update vom 20. Dezember, 16.25 Uhr: Der Kreis Olpe ruft alle Eltern, deren Kinder am Sonntag im Impfzentrum des Kreises gegen Corona geimpft worden sind, dazu auf, die Impfdokumente dahingehend zu checken, welcher Impfstoff verwendet wurde. Der Kreis bietet auch an, die Impfdokumente zu überprüfen. „Eltern, die sich Sorgen machen, können sich per E-Mail an impfdokumente@kreis-olpe.de wenden oder sich telefonisch unter 02722/6575660 melden“, heißt es.

In einer Mitteilung im Anschluss an die Pressekonferenz heißt es weiter, dass der Kreis sich mit der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Verbindung setzen und um eine fachmedizinische Einschätzung bitten werde. Der Kreis werde engen Kontakt mit den beiden betroffenen Familien halten.

Impfung Moderna an Kinder im Kreis Olpe: Fehler im Impfzentrum Attendorn
Es laufen die Interviews der Fernsehteams, hier mit dem Ärztlichen Leiter des Impfzentrums, Stefan Spieren. © Schulz

Update vom 20. Dezember, 14.42 Uhr: Es bleibt die Frage: Wie wirkt sich die Impfung des noch nicht empfohlenen Impfstoffs nun auf die Kinder aus? Eine Antwort darauf konnte keiner der Verantwortlichen geben. „Wir können nichts ausschließen“, machte Landrat Melcher klar. Der Ärztliche Leiter Spieren verwies darauf, dass der Impfstoff für Moderna bereits in anderen Ländern zugelassen ist. Für Europa befindet sich der Moderna-Impfstoff für Kinder unter elf Jahren derzeit in der Zulassung. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist unklar. Der Kreis Olpe hat Kontakt zur Ständigen Impfkommission aufgenommen. „Wir hoffen da auf rasche Informationen“, hieß es.

Update vom 20. Dezember, 14.35 Uhr: Thema der Pressekonferenz war natürlich die Frage, wie es zu der Verwechslung des Impfstoffes kommen konnte. Der Ärztliche Leiter Stefan Spieren erklärte dazu die Abläufe. Der Impfwillige wird mit einer Farbe an einem Armband dem passenden Impfstoff zugeordnet, der in farblich passenden Schälchen vorgehalten wird. Im Fall der betroffenen Kinder hatte die Impfkraft die Farbe der Schälchen offenbar verwechselt. Auf Nachfrage eines Journalisten schlossen die Kreisverantwortlichen aus, dass die Impfkraft farbenblind ist.

Update vom 20. Dezember, 14.32 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Es bleibt die Erkenntnis: Es handelte sich offenbar um den individuellen Fehler einer laut Stefan Spieren „erfahrenen Kraft“.

Update vom 20. Dezember, 14.30 Uhr: Im Verlauf der Pressekonferenz ist auch geklärt worden, in welcher Dosis der Impfstoff von Moderna an die Kinder verimpft worden ist. Die Antwort lautet: 50 Mikrogramm. Das ist die Dosis, die laut dem Pharmazeutischen Leiter des Impfzentrums, Dr. Torsten Hundt, auch in Zukunft an Kinder verimpft werden sollen, sofern die Zulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur erfolgt.

Update vom 20. Dezember, 14.27 Uhr: Die Konsequenz, die nun gezogen wird: Es soll nun nur noch ein Impfstoff in einer Dosierung in einer bestimmten Zeit verimpft werden. Das werde die Prozesse verändern, erklärt Landrat Melcher. Booster-Impfungen für Erwachsene und Impfungen für Kinder zum Beispiel werde es künftig gleichzeitig nicht mehr geben.

Update vom 20. Dezember, 14.23 Uhr: Im Moment geht es darum, wer die Polizei verständigt hat. Landrat Melcher stellt klar: Nicht der Kreis, sondern die Eltern haben die Polizei eingeschaltet. Hätten die Eltern dies nicht getan, hätten „selbstverständlich“ die Verantwortlichen des Impfzentrums reagiert, betonte der Ärztliche Leiter Spieren.

Update vom 20. Dezember, 14.10 Uhr: Landrat Melcher und der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Stefan Spieren, nennen als Grund einen individuellen Fehler, für den sich Melcher im Namen des Kreises Olpe und im Namen der Mitarbeiterin entschuldigt.

Update vom 20. Dezember, 14.07 Uhr: Landrat Theo Melcher hat die Pressekonferenz eröffnet. Nach seinen Aussagen sind insgesamt drei Kinder von den Vorfällen betroffen. Die Kinder sind in einem Alter von 7, 10 und 11 Jahren. Bisher seien keine Nebenwirkungen genannt worden, heißt es von Theo Melcher.

Update vom 20. Dezember, 13.49 Uhr: Die Kameras der Fernsehteams stehen. Um 14 Uhr soll die Pressekonferenz mit Landrat Theo Melcher und Verantwortlichen des Kreises Olpe beginnen, um mehr Licht in die Impfungen für Kinder zu bringen, die am Sonntag fälschlicherweise mit Moderna vorgenommen worden sind. Wir berichten an dieser Stelle weiter.

LandkreisOlpe
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche710,7 km²
Einwohner134.775 (2019)

Update vom 20. Dezember, 13.07 Uhr: Wie die Siegener Zeitung berichtet, schilderten Eltern von zwei betroffenen Kindern die Abläufe anders, als es der Kreis Olpe bisher getan hat. Die Fehlimpfung sei ihnen anhand des Impfpass-Eintrags aufgefallen. Sie hätten daraufhin die Polizei informiert. Der Kreis hatte bisher mitgeteilt, dass der Fehler der impfenden Fachangestellten selbst aufgefallen war, und dass die Eltern sofort über den Vorfall informiert worden seien. Ab 14 Uhr findet eine Pressekonferenz statt, von der wir an dieser Stelle berichten werden.

Impf-Panne im Kreis Olpe: Kinder erhalten Moderna - Kreis will nochmals Stellung beziehen

Update vom 20. Dezember, 12.36 Uhr: Der Kreis Olpe will am Mittag in einer Pressekonferenz zu der Verimpfung von Moderna an jüngere Kinder informieren. Neben Landrat Theo Melcher werden Andreas Sprenger, Leiter der Koordinierenden COVID-Impfeinheit (KoCI) des Kreises Olpe, Stefan Spieren, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, Dr. Torsten Hundt, pharmazeutischer Leiter des Impfzentrums, sowie Dr. Claudia Lamprecht, Fachdienst Gesundheit des Kreises Olpe, Stellung beziehen. Wir berichten an dieser Stelle weiter.

Der Kreis Olpe hat zur Pressekonferenz geladen, nachdem am Sonntag Kinder einen falschen Corona-Impfstoff erhalten haben.
Der Kreis Olpe hat zur Pressekonferenz geladen, nachdem am Sonntag Kinder einen falschen Corona-Impfstoff erhalten haben. © Sebastian Schulz

Die Eltern zweier mit dem Impfstoff von Moderna geimpften Kinder haben bei der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung erstattet (Update vom 20. Dezember, 12.22 Uhr).

Update vom 20. Dezember, 12.22 Uhr: Nach der Panne um Impfungen jüngerer Kinder mit dem Impfstoff von Moderna im Kreis Olpe hat ein Elternpaar Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Anzeige richte sich gegen die Person, die die fehlerhafte Impfung am Sonntag im Impfzentrum in Attendorn durchgeführt haben soll, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag gegenüber dpa.

Das Elternpaar habe zwei Kinder unter zwölf Jahren, denen das Vakzin von Moderna verabreicht worden sei. Der Moderna-Impfstoff Spikevax ist bisher in der EU erst für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. „Es muss ermittelt werden, ob es noch weiteren Kindern gespritzt wurde“, sagte die Sprecherin.

Die Ermittlungen der Polizei richten sich bisher gegen eine Person, sagte die Polizeisprecherin. Parallel werde die Staatsanwaltschaft bewerten, „ob Körperverletzung vorliegt oder nicht“.

Impf-Panne im Kreis Olpe: Kinder bekommen nicht zugelassenen Impfstoff - Eltern erstatten Anzeige

[Update] Hamm - Am Sonntag wurde im Impfzentrum des Kreises Olpe bei mindestens zwei Kindern anstelle des von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Corona-Impfstoffs der Firma Biontech der Impfstoff der Firma Moderna verimpft. Für das Vakzin von Moderna gibt es in Deutschland aktuell noch keine Zulassung für die Verimpfung an Kinder.

Der Kreis Olpe verwies bereits am Sonntag auf ein Versehen und erklärte zudem, dass der Fehler der impfenden Medizinischen Fachangestellten selbst aufgefallen war. Die Eltern der betroffenen Kinder wurden demnach sofort über den Vorfall informiert. Im Gespräch mit der ärztlichen Leitung des Impfzentrums wurde ihnen der Fehler mitgeteilt, deren Folgen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind.

Mindestens zwei Kinder sind im Kreis Olpe mit dem falschen Impfstoff geimpft worden. (Symbolfoto)
Mindestens zwei Kinder sind im Kreis Olpe mit dem falschen Impfstoff geimpft worden. (Symbolfoto) © Christian Charisius/dpa

Am Montag, einen Tag nach der Panne, heißt es, der Fall werde nun intern aufgearbeitet. Dazu würden sich „sehr zeitnah“ der ärztliche sowie der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Landrat Theo Melcher (CDU), sowie „alle weiteren Personen von Belang“ austauschen, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Montag.

Impf-Panne im Kreis Olpe: Kinder erhalten Moderna statt Biontech

Wie viele Kinder am Sonntag Moderna erhalten haben, sei noch unklar, sagte die Sprecherin. Bei mindestens zwei Kindern ist dies nach Angaben von Sonntag der Fall. Ob „nur“ eine Medizinische Fachangestellte oder weitere Personen im Impfzentrum am Sonntag Kindern Moderna spritzten, müsse ebenfalls noch geklärt werden.

Das Problem: Der Impfstoff von Moderna ist für Kinder noch nicht zugelassen. Aktuell läuft ein Zulassungsverfahren zur Verimpfung an Kinder. Mit anderen Worten: Die Zulassung für die Verimpfung an Kinder wurde beantragt, alles Weitere entscheidet die Europäische Arzneimittelagentur. Bei den Kindern im Kreis Olpe habe es zumindest keine Auffälligkeiten gegeben, als diese das Corona-Impfzentrum des Kreises Olpe verlassen hatten, versicherte die Pressestelle des Kreises noch am Sonntag. Ein schwacher Trost für die Eltern der Kinder, die den Vorfall bei der Polizei anzeigten.

Impf-Panne im Kreis Olpe: Kinder erhalten falschen Impfstoff

Wie der Kreis Olpe bereits am Sonntag mitteilte, habe das Impfzentrum „die individuelle Fehlleistung der Fachangestellten zum Anlass genommen, sämtliche Abläufe und Kinderimpfungen noch einmal zu überprüfen.“ Sollten dabei weitere Fälle falscher Corona-Impfungen festgestellt werden, würden die Eltern davon in Kenntnis gesetzt. Über den genauen Vorgang soll das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag unterrichtet werden.

Um eine unabhängige ärztliche Expertise zu dem Vorfall zu erhalten, wurde den Eltern der betroffenen Kinder nahegelegt, einen Termin bei einem Kinderarzt wahrzunehmen.

Zwischenzeitlich wurde an dieser Stelle fälschlicherweise berichtet, dass es sich um 249 falsch geimpfte Kinder handeln würde, allerdings sind nach aktuellem Kenntnisstand nur zwei Kinder betroffen. Bei der Pressemitteilung des Kreises Olpe mit dem Titel „249 Fehlerhafte Verimpfung im Impfzentrum“ hatte es sich um die Presseinformation mit der Nummerierung 249 gehandelt.

Unterdessen wird wieder einmal heftig um weitere Corona-Maßnahmen diskutiert. Kurz vor Weihnachten treffen sich Bund und Länder zum Corona-Gipfel. Lockdown und Kontaktbeschränkungen stehen im Raum, denn die Omikron-Variante bereitet Sorge

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