Stellenausschreibung der KVWL

Hohe Kosten in Impfzentren: Soviel Honorar sollen Ärzte im Einsatz bekommen

Mediziner, die in einem der 29 Corona-Impfzentren in Westfalen-Lippe anheuern, sollen dafür ein stolzes Honorar erhalten. Mehr als 3000 Ärzte haben sich bereits beworben.

Düsseldorf - Ärzte, die in einem der 29 Corona-Impfzentren in Westfalen-Lippe zum Einsatz kommen, werden circa 150 Euro pro Stunde verdienen – das wären bei einem Acht-Stunden-Tag mehr als 1000 Euro. So steht es in der Stellenausschreibung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Der exakte Stundensatz werde derzeit mit dem NRW-Gesundheitsministerium verhandelt. Landesweit haben sich bereits 3.270 Ärzte für den Job gemeldet. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche 34.098 km²
HauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Aus dem Ministerium hieß es auf Anfrage unserer Redaktion, dass sich die Vertragsverhandlungen inklusive Vergütungsregelungen zwischen dem Land und den Kassenärztlichen Vereinigungen in der finalen Abstimmungsphase befinden. Klar sei aber bereits, dass es in ganz NRW flächendeckend gleiche Rahmenbedingungen bei der Impfung gegen das Coronavirus geben werde. Die Kosten für Betrieb und Einrichtung der Impfzentren – darunter auch die Personalkosten – tragen je zur Hälfte Bund und Land.

Hohe Kosten in Impfzentren: Lohnausfall für Freiwilligeneinsatz

„Mir ist sehr wichtig, dass niemandem durch den Freiwilligeneinsatz Nachteile entstehen. Das hat das Land jetzt durch die Freiwilligenverordnung sichergestellt“, machte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag deutlich. Die Verordnung sieht vor, dass bei Freiwilligen, die durch ihren Arbeitgeber oder ihren Dienstherren freigestellt werden und künftig bei einer Einsatzstelle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes oder in einem Impfzentrum eingesetzt werden, das Land für den Lohnausfall aufkommt und den freistellenden Arbeitgebern die Kosten erstattet. Demnach haben auch Selbstständige einen Anspruch auf Erstattung ihres Verdienstausfalls gegenüber dem Land.

Laut KVWL werden die Impfzentren in einem Zwei-Schicht-System arbeiten – pro Schicht sechs Stunden. Geplante Öffnungszeiten seien montags bis sonntags jeweils von 8 bis 20 Uhr.

Hohe Kosten in Impfzentren: Mehr als 11000 Fachkräfte registriert

Mittlerweile haben sich mehr als 11.000 ausgebildete Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Pflegebereich im Freiwilligenregister des Landes registriert. Neben den 3.270 Ärzten stehen 1.883 medizinische Fachangestellte und 3.118 staatlich anerkannte Pflegefachkräfte bereit.

Für das medizinische Fachpersonal im Impfzentrum wird die Vergütung laut KVWL 30 Euro pro Stunde – sozialversicherungsfrei, aber steuerpflichtig – betragen.

Honorare für Ärzte in Impfzentren: 30 Euro für medizinisches Fachpersonal

Vor den Impfzentren kamen Ärzte bereits in den Corona-Testzentren zum Einsatz. Im Frühjahr 2020 hat die KVWL nach eigenen Angaben zunächst Corona-Diagnosezentren (CDZ), in einem zweiten Schritt Corona-Behandlungszentren (CBZ), als Eigeneinrichtungen betrieben. Ärzte, die in diesen Zentren tätig waren, haben mit der KVWL einen Honorarvertrag abgeschlossen. Die Stundenvergütung lag in den Diagnosezentren bei 110 Euro und bei 150 Euro in den Behandlungszentren. Die Stundenvergütung für medizinisches Fachpersonal lag bei 30 Euro. Diese Systematik wurde mit den regionalen Krankenkassenverbänden vereinbart.

Ein Einflussfaktor bei der Festlegung der Vergütung war auch die Tatsache, dass sich Ärzte und medizinisches Personal durch ihre Tätigkeit in den CDZs und CBZs zunächst einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt haben, da u.a. zum damaligen Zeitpunkt noch ein deutlicher Mangel in Bezug auf persönliche Schutzausrüstung vorherrschte.

Die KV Nordrhein teilte auf Anfrage mit, dass sich die für sie bislang entstandenen Kosten für Corona-Maßnahmen im Rheinland inklusive Honorierung des medizinischen Personals in den Testzentren auf insgesamt rund 11,5 Millionen Euro belaufen. So wurde unter anderem je Abstrich und einmal pro Behandlungstag und Person ein Honorar von 20 Euro fällig.

Gerade kurz vor Weihnachten haben Schnelltests auf das Coronavirus Konjunktur. In vielen NRW-Städten können Selbstzahler ihren Antigen-Status überprüfen lassen. Um die Zahl der Ansteckungen zu senken, ist ein harter Lockdown im Gespräch. Noch an diesem Wochenende könnte die Entscheidung fallen.

Rubriklistenbild: © Frank Augstein/dpa

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