Laumann mit Appell

Corona-Impfungen: Viele Termin-Schwänzer in NRW - das hat Auswirkungen

Die Corona-Impfungen in NRW laufen auf Hochtouren. Doch nicht jeder tritt seinen vereinbarten Impftermin auch an. Das hat Auswirkungen.

Hamm - Die Corona-Impfungen in Nordrhein-Westfalen haben an Fahrt aufgenommen. Personen aus Gruppe 3 können einen Termin vereinbaren. Und schon mehr als ein Drittel der NRW-Bevölkerung hat mindestens die Erstimpfung erhalten. Im Juni soll zudem die Impfpriorisierung aufgehoben werden. Dann könnte die Kampagne noch schneller werden. Allerdings gibt es einen Dämpfer. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Corona-Impfungen in NRW - Trotz Turbo: Termine bleiben regelmäßig ungenutzt

Der Run auf Impftermine in Nordrhein-Westfalen ist enorm. Zum Beispiel hat es einen Ansturm auf die Online-Börse sofort-impfen.de gegeben, wo Impfwillige und Ärzte zusammengebracht werden sollen. Außerdem scheinen einige sich nur deshalb um einen Posten als Wahlhelfer zu bemühen, um durch das Ehrenamt früher geimpft zu werden, da sie in Gruppe 3 vorrücken. Die Nachfrage an Corona-Impfungen bleibt also hoch.

Doch es gibt einen Haken. Denn wie das NRW-Gesundheitsministerium bekanntgab, nimmt nicht jeder, der einen Impftermin ergattert, diesen auch wahr. Ganz im Gegenteil: In Nordrhein-Westfalen bleiben regelmäßig Impftermine ungenutzt. Deshalb hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) einen Appell ausgesprochen, an all diejenigen, die bereits einen Termin zur Impfung erhalten haben: „Nehmen Sie die Termine wahr!“, forderte Laumann.

Wer spontan noch einen zweiten, früheren Termin bekommt oder aus anderen Gründen nicht erscheinen kann, sollte seinen anderen Impftermin zumindest absagen. Denn wenn ein Termin weder wahrgenommen noch abgesagt wird, hat das Konsequenzen für die Schnelligkeit der Impfkampagne in NRW. Dann können die Impfzentren und Hausärzte in den meisten Fällen keinen Ersatztermin für andere Impfwillige organisieren.

Corona-Impfungen in NRW: Umgang mit Terminen für Laumann „Frage der Gerechtigkeit“

Wer einen Termin nicht mehr wahrnehmen will, solle diesen laut Laumann also nicht einfach kommentarlos sausen lassen, sondern den vereinbarten Impftermin absagen. So könnten andere Impfwillige aus NRW nachrücken und sich gegen Corona impfen lassen. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Fairness gegenüber denjenigen Menschen, die nach wie vor auf einen Termin warten”, so Laumann. „Um das noch einmal ganz praktisch darzustellen: Wer einen Termin im Impfzentrum hat, dann aber noch einen früheren Termin in einer Arztpraxis bekommt, den man dann auch wahrnehmen will, sollte den Termin im Impfzentrum umgehend absagen.“

Der NRW-Gesundheitsminister verweist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die unterschiedlichen Möglichkeiten, sich einen Termin für eine Corona-Impfung zu organisieren. Die Terminvergabe in den Impfzentren laufe über das Land Nordrhein-Westfalen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kommunen und sei unabhängig zu den Terminen beim Hausarzt.

Impftermine beim Hausarzt oder anderen niedergelassenen Ärzten würden „in Eigenregie der Patientinnen und Patienten in Absprache mit der jeweiligen Ärztin bzw. dem jeweiligen Arzt“ erfolgen, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums. Das zweigleisige System sei ein Vorteil, doch die unterschiedlichen Organisationswege (Impfzentrum und Hausarztpraxen) können die Impfkampagne in NRW auch aufhalten*, wie ruhr24.de* berichtet.

Impfpriorisierung in NRW: Gruppe 3 auch an der Reihe

Noch gibt es in Nordrhein-Westfalen eine strenge Impfreihenfolge, die besagt, welche Personengruppen gegen Corona priorisiert geimpft werden sollen. Seit Kurzem können sich auch Personen aus Gruppe 3 mit Nachweis impfen lassen. Im Juni soll die Impfpriorisierung dann bundesweit aufgehoben werden, was manchen Experten deutlich zu spät kommt. Für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson hat die Regierung bereits bekanntgegeben, dass die Priorisierung aufgehoben ist und sich jeder in Absprache mit einem Arzt mit dem Vakzin impfen lassen kann. - *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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