Vorschläge zur Priorisierung

Biontech-Impfstoff: EU-Vertrag über den Schutz vor Corona fertig ausgehandelt

Anfang 2021 könnte der erste Corona-Impfstoff verfügbar sein. Allerdings wird es nur knappe Mengen geben. Es gibt Vorschläge, wer zuerst geimpft wird. Ein EU-Vertrag mit Biontech und Pfizer ist ausgehandelt.

Update vom 10. November, 12.19 Uhr: Die EU-Kommission hat einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. „Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen“, bestätigten Kommissionskreise am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Der Vertrag ist in trockenen Tüchern.“ Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Update vom 10. November, 11.31 Uhr: Für Deutschland sollen nach einer Zulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech bis zu 100 Millionen Dosen des Serums zur Verfügung stehen. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Er erwarte einen schnellen Vertragsabschluss der EU-Kommission mit Biontech und seinem Partner Pfizer, sagte Spahn. „Seien Sie versichert, wir werden das jetzt zügig zu einem Abschluss bringen.“

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sagte am Dienstag dem Fernsehsender Phoenix, dass die EU-Kommission kurz vor dem Abschluss eines Liefervertrags stehe. „Ich kann Entwarnung geben: Die Verträge werden in den nächsten Stunden unterschrieben und dann auch durch die Kommissionsbeschlüsse morgen rechtlich verankert werden“, sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei.

Corona-Impfstoff: EU-Kommission verhandelt mit Biontech und Pfizer

Die EU-Kommission verhandelt seit Monaten mit Biontech und Pfizer. Nach Vorgesprächen hatte die Behörde schon im September erklärt, sie wolle bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen der Hersteller beziehen. Ein Rahmenvertrag kam aber noch nicht zustande - anders als bei drei anderen Impfstoffherstellern.

„Die Verträge müssen fachlich, sachlich, rechtlich ordentlich abgeschlossen werden“, sagte Weber. Es habe am Schluss noch Diskussion darüber gegeben, dass Pfizer europäisches Recht, auch das Haftungsrecht Europas, zu respektieren habe. „Das musste noch geklärt werden“, fügte er hinzu. Doch könne man „zusichern, dass wir Europäer auf diesen Impfstoff auch Zugriff haben“. Es habe sich ausgezahlt, dass Europa die Gespräche mit einer Stimme geführt habe. So habe man gegenüber dem US-Konzern Pfizer stärker auftreten können.

Corona-Impfstoff: Deutschland hat Anteil von rund 19 Prozent an Lieferungen

Die EU-Staaten hatten sich geeinigt, dass die EU-Kommission in ihrem Namen die Verhandlungen über den Bezug von Impfstoffen führt. Nach Vertragsabschluss haben alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen. Sie werden nach Bevölkerungsstärke verteilt. Deutschland hat einen Anteil von rund 19 Prozent.

Die Unternehmen Biontech und Pfizer hatten am Montag bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Eine Zulassung zunächst in den USA soll frühestens kommende Woche beantragt werden.

Corona-Impfstoff: Biontech mit vielversprechenden Studiendaten

Update vom 9. November, 13.32 Uhr: Das Pharmaunternehmen Biontech hat am Montag im Rahmen der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes vielversprechende Studiendaten veröffentlicht. Ein Blick zurück: Biontech hat den Impfstoff BNT162b2 im Projekt „Lighspeed“ (Lichtgeschwindigkeit) bereits seit Mitte Januar entwickelt. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann ab Ende Juli in verschiedenen Ländern.

Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. In der Studie wurden demnach bis Sonntag insgesamt 94 Fälle der Krankheit bestätigt. Die Ergebnisse werden den Angaben zufolge erst dann abschließend ausgewertet, wenn insgesamt 164 Fälle erreicht sind. Zudem werde geprüft, in welchem Maß die Impfung nicht nur vor Covid-19 schützt, sondern auch vor schweren Verläufen der Krankheit. Insgesamt sollen sowohl die Schutzwirkung als auch etwaige Nebenwirkungen über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet werden.

Corona-Impfstoff: Biontech mit beschleunigtem Zulassungsprozess

Für den Corona-Impfstoff gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA können Arzneimittelhersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Ein solches Rolling-Review-Verfahren hat neben Biontech auch das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca bereits vor einiger Zeit für seinen Impfstoff-Kandidaten gestartet. Astrazeneca hat bisher noch keine Phase-III-Daten veröffentlicht. Zum Zeitplan dafür lasse sich noch nichts sagen, teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Das Biontech-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt - in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Impfstoff gegen Corona: Biontech und Pfizer wollen noch dieses Jahr 50 Millionen Dosen bereitstellen

Biontech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu können, im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen.

Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

Update vom 9. November, 12.53 Uhr: Erstmals gibt es zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase. Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech am Montag mitteilte, bietet seine Impfung diesen Daten zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Weiter hieß es, Biontech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Impfstoff gegen Corona: Vorschläge, wer zuerst geimpft wird

Update vom 9. November, 12.30 Uhr: Bei der Pressekonferenz zu Corona-Impfstoffen sind in Berlin Pläne vorgestellt worden, wie es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Deutschland weitergehen soll. Wir haben hier den Überblick, wer zuerst gegen das Virus geimpft werden soll.

  • Ältere Menschen mit Vorerkrankungen
  • Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • Mitarbeiter von Gesundheitsämtern
  • Polizisten
  • Feuerwehrleute
  • Lehrer
  • Erzieher
  • Menschen, die sehr beengt untergebracht sind (etwa in Heimen für Obdachlose oder Asylbewerber

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, betonte in der Pressekonferenz aber, noch seien genaue Feststellungen zur Priorisierung nicht getroffen, also nicht alle Gruppen, die als erstes gegen Corona geimpft werden sollten, genau identifiziert. Es fehlten dazu noch Daten. „Sehr alte Patienten (...) haben mit Abstand die höchste Risikokonstellation“, betonte sie aber.

Impfstoff gegen Corona: Menschen aus Risikogruppen werden zuerst geimpft

Die nun auf den Weg gekommenen Empfehlungen der Wissenschaftler sei noch keine Entscheidung, wie der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erläuterte. „Die Priorisierung muss von den Verantwortungsträgern der Politik festgesetzt werden auf Basis der Empfehlungen.“ Die letzte Priorisierung bei der Impfung gegen das Coronavirus müssten diejenigen vor Ort treffen, „die die Spritze führen“. Mertens kündigte an, es solle dokumentiert werden, wer wann womit geimpft wurde, um etwaige Nebenwirkungen zu bemerken und den Impfeffekt zu messen. Die Daten könnten zur Gewährleistung des Datenschutzes pseudonomysiert werden. Buyx zeigte sich zuversichtlich, dass sehr bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen werde.

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, zeigte sich optimistisch, dass im kommenden Jahr wesentliche Schritte zum Sieg über die Pandemie möglich seien. Allerdings müssten die Vorsichtsmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen vorerst dringend weiter eingehalten werden.

Impfstoff gegen Corona: Wer wird zuerst geimpft? Impfpflicht nicht geplant

Update vom 9. November, 12.01 Uhr: Der Deutsche Ethikrat, die Ständige Impfkommission und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sind gegen eine generelle Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus in Deutschland. Impfungen setzten eine aufgeklärte, freiwillige Zustimmung voraus, erklärten die Wissenschaftsorganisationen bei der Pressekonferenz in Berlin. Eine undifferenzierte Impfpflicht sei deshalb auszuschließen. Allenfalls beim Vorliegen schwerwiegender Gründe lasse sich für eine klar definierte Gruppe von Menschen eine Impfpflicht rechtfertigen - etwa für Mitarbeiter in ständigem Kontakt mit Hochrisikopatienten.

Impfstoff gegen Corona wird knapp sein: Diese Menschen werden zuerst geimpft

Update vom 9. November, 11.51 Uhr: In Berlin läuft die Pressekonferenz zum Corona-Impfstoff in Deutschland. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass ältere Menschen und Angehörige anderer Risikogruppen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen bei Impfungen gegen Covid-19 bevorzugt werden. Das geht auch aus dem Positionspapier hervor, das die Stiko gemeinsam mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erarbeitet hat und das gerade in Berlin vorgestellt wird.

Demnach sollen auch Personen, die in „Bereichen der Daseinsvorsorge“ Schlüsselfunktionen innehaben, ebenfalls mit Priorität geimpft werden. Dazu zählen:

  • Beschäftigte bei der Polizei
  • Beschäftigte in Gesundheitsämtern
  • Beschäftigte an Schulen (Lehrer)
  • Erzieher
  • Feuerwehrleute

Impfstoff gegen Corona: Allgemeine Impfpflicht ausgeschlossen

„Wir müssen das so machen, dass am Ende der größte Nutzen für die ganze Bevölkerung dabei herauskommt“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. Bisher gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, wies darauf hin, dass der Impfstoff, wenn er zur Verfügung steht, voraussichtlich sehr knapp sein wird. Daher müsse, bis genug für alle da sei, priorisiert werden.

Bevorzugt werden müssten vor allem jene Menschen, die das höchste Risiko hätten durch das Virus schwer zu erkranken oder zu sterben. Außerdem müssten jene rasch geimpft werden, die Erkrankten beistünden und dadurch selbst erhöhtes Risiko einer Covid-19-Infektion trügen. Ferner müssten jene, in deren Umgebung vulnerable Gruppen seien, durch Impfstoff geschützt werden sowie Personen, die dazu beitragen, das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten. Eine allgemeine Impfpflicht sei aber auszuschließen, fügte sie hinzu.

Impfstoff gegen Corona: So soll die Verteilung organisiert werden

Die Stiko am Robert-Koch-Institut ist zuständig für Impfempfehlungen in Deutschland. Das Gremium hat sich bei den Überlegungen zu einer Impfstrategie mit Expertinnen und Experten des Ethikrats und der in Halle ansässigen Leopoldina beraten.

Berlin/NRW - Wer wird zuerst gegen das Coronavirus geimpft, sobald es einen Impfstoff gibt? Ende 2020 oder Anfang 2021 könnte es nach Schätzung der Bundesregierung so weit sein. Wegen der zunächst erwarteten vergleichsweise geringen Mengen dürfte der Impfstoff nicht für alle reichen, aber ein Rennen darum soll verhindert werden. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Impfstoff gegen Corona: Wer bekommt in Deutschland zuerst eine Impfung?

Es sollen Vorranggruppen definiert werden, die als Erstes vom Corona-Impfstoff profitieren sollen. Wissenschaftliche Regierungsberater stellen an diesem Montagvormittag, 9. November, in Berlin entsprechende Vorschläge vor. Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission wollen ein gemeinsames Papier dazu vorlegen.

Risikogruppen wie Senioren und Vorerkrankte sowie Personal aus wichtigen Bereichen wie dem Gesundheitswesen stehen bei der Verteilung von Corona-Impfstoff im Blick - das hatte die Bundesregierung bereits erkennen lassen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Sonntag in einem Video: „Ganz vorn dran sind natürlich Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind dann allerdings schon recht viele in unserem Land.“

Impfstoff gegen Corona: Menschen aus Risikogruppen sollen zuerst geimpft werden

Auch die Nationale Impfstrategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verweist auf eine solche Priorisierung durch die Ständige Impfkommission, wie das Nachrichtenportal „ThePioneer“ berichtet, der das Dokument vorliegt. Es soll dem Bericht zufolge am Montag vom Corona-Kabinett beschlossen werden.

Demnach plant die Bundesregierung - jetzt, wo die Verfügbarkeit von Impfstoffen in absehbar ist - eine zentrale Dokumentation der Impfungen. „Hierzu soll ein webbasiertes Datenportal verwendet werden, welches bis zum Beginn der Impfaktivitäten in Deutschland durch das RKI (Robert Koch-Institut) entwickelt werden soll“, zitiert das Portal.

Impfstoff gegen Corona: Dokumentation der Impfungen

Die Regierung beabsichtigt damit einen möglichst umfassenden und aktuellen Überblick darüber, welche Bevölkerungsgruppen bereits gegen Corona geimpft sind. Erfasst werden sollen demnach nicht-personenbezogene Angaben wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Impf-Indikation, außerdem Ort und Datum der Impfung sowie das Impfstoff-Produkt mit Chargennummer.

In dem Dokument werden laut dem Portal sieben mögliche Impfstoffe genannt, für die eine Zulassung innerhalb der EU angestrebt wird. Darunter ist der des Mainzer Unternehmens Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer kooperiert, und der von Curevac aus Tübingen. „Einige Impfstoffhersteller haben noch im Jahr 2020 eine mögliche erste Auslieferung von Impfstoffdosen an die EU-Mitgliedstaaten in Aussicht gestellt“, heißt es. „Sobald ausreichende Impfstoff-Mengen zur Verfügung stehen, wird angestrebt, die Impfaktivitäten in das Regelsystem übergehen zu lassen.“

Impfstoff gegen Corona: Verteilung soll klar geregelt werden

Auf ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Corona-Impfstoffen hatten sich die Gesundheitsminister der Länder und Bundesressortchef Jens Spahn (CDU) am Freitag geeinigt. Der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz sieht etwa vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten.

Die Impfstoffe sollen den Angaben zufolge durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Die Impfdosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden. In dem Beschluss ist übrigens auch festgehalten, dass die Impfung freiwillig erfolgt.

Impfstoff gegen Corona: So plant NRW die Verteilwege

Die Länder errichten nach Angaben aus Berlin die Impfzentren in eigener Verantwortung. Dabei könnte etwa die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung einbezogen werden. Insgesamt sei von 60 Standorten bundesweit auszugehen. Die Lieferung der Impfdosen sei mit Blick auf Lagerung und Transport nur an einer begrenzten Zahl von Standorten in jedem Bundesland möglich, heißt es in dem Beschluss. Die Standorte sollen bis zum 10. November festgelegt werden. Der Bund übernimmt den Angaben zufolge die Hälfte der Kosten für die Impfzentren.

Das NRW-Gesundheitsministerium plant nach eigenen Angaben bereits verschiedene Verteilwege, wie es am Samstag aus Düsseldorf hieß. Das Ministerium plant einen Zugang zu Impfungen unter anderem über Impfzentren, eine Versorgung über niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte sowie „aufsuchende Angebote“.

Das Ministerium betonte am Samstag, dass die Errichtung geeigneter Impfstrukturen „komplex“ sei. So müsse Personal gewonnen werden. Auch sei die Lagerung mit hohen Ansprüchen an die Lagerstandorte verbunden.

Impfstoff gegen Corona: Kann die Impfung auch per Nasenspray erfolgen?

Während Deutschland auf einen Corona-Impfstoff wartet, gibt es auch die Aussicht darauf, dass möglicherweise eine Corona-Impfung per Nasenspray helfen könnte, die Pandemie zu besiegen.

Impfstoff gegen Corona: Bundesgesundheitsminister Spahn warnt angesichts hoher Infektionszahlen

Derweil warnte Spahn am Sonntagabend im Politik-Talk „Die richtigen Fragen“ auf „Bild live“, bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählten in der Corona-Krise zur Risikogruppe. „Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60“, sagte der CDU-Politiker. „Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch.“ Spahn warnte: „Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe.“

Mit Blick auf das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen sagte Spahn: „Wenn von 20.000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert - sind das 6000.“ Diese Zahl werde Deutschland noch „im November noch erreichen, das ist im Grunde schon absehbar“.

Die Neuinfektionszahlen waren zuletzt stark gestiegen. Am Samstag hatte das Robert Koch-Institut (RKI) 23.399 neue Fälle gemeldet, bis dahin der Höchstwert. Am Sonntag waren es mit 16.017 erwartungsgemäß weniger - denn sonntags sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare