Hohe Geldsummen

Gefälschte Impfnachweise immer häufiger: NRW droht mit heftigen Strafen

Eine „Riesen-Sauerei“ nennt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Fälschung von Impfnachweisen. Das Land warnt vor harten Konsequenzen - für Fälscher und Nutzer.

Hamm - Wer gegen Corona geimpft ist, hat im alltäglichen Leben gewisse Vorteile. Für Geimpfte und Genesene fällt etwa der Corona-Test in Restaurants, Kinos und bei Flugreisen weg. Und wenn etwa auf Veranstaltungen die 2G-Regel gilt, haben nur sie Zutritt. Auch von der Lohnfortzahlung bei möglicher Quarantäne profitieren bald nur noch Immunisierte. Durch die Einschränkungen für Ungeimpfte werden immer häufiger Impfnachweise gefälscht. Das hat harte Konsequenzen, stellt das Land NRW jetzt klar. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Gefälschte Impfnachweise: NRW warnt vor Fake-Impfpässen - „Riesen-Sauerei“

Die Fälschung eines Impfpasses oder des digitalen Impfzertifikats ist eine Straftat. Laut der NRW-Landesregierung kann dies empfindliche Geld- und sogar Haftstrafen nach sich ziehen. „Das betrifft sowohl Personen, die die Zertifikate fälschen, als auch diejenigen, die diese gefälschten Zertifikate verwenden“, heißt es weiter. Gleiches gilt für Ärzte. Auch wenn sie Corona-Impfungen durchführen, machen sie sich strafbar, wenn sie Impfnachweise fälschen.

In den vergangenen Tagen sei die Polizei wiederholt auf den Verkauf gefälschter Impfnachweise aufmerksam gemacht worden. „Das betrifft sowohl Personen, die die Zertifikate fälschen, als auch diejenigen, die diese gefälschten Zertifikate verwenden“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul. Man werde konsequent dagegen vorgehen. Niemand könne sich herausreden.

Gefälschte Impfnachweise: Auf privaten Feiern kann ein Fake-Impfpass teuer werden

Auch wer den Behörden einen gefälschten Impfpass vorlegt, um etwa der Quarantäne zu entgehen oder die Lohnfortzahlung während der Quarantäne zu beantragen, begeht eine Straftat. Anders verhält es sich im privaten Bereich, erklärt das Land NRW. Wer sich mit einem gefälschten Impfnachweis auf einer privaten Veranstaltung ausweist, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Aber auch das kann sehr teuer werden: Geldbußen bis zu 25.000 Euro sind möglich.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bezeichnet die Fälschung von Impfnachweisen als „Riesen-Sauerei“ - vor allem mit Blick auf den Handel mit Fake-Impfpässen und ähnlichem. Dies gefährde die bisherigen Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie. „Auf den Intensivstationen werden derzeit fast ausschließlich ungeimpfte Covid-19-Patientinnen und -Patienten versorgt. Hier kann es deshalb auch keine zwei Meinungen geben: Wer Impfnachweise fälscht oder gefälschte Impfnachweise benutzt, muss die Konsequenzen spüren“, sagt Laumann. 

Reul und Laumann erinnern noch einmal daran, dass es in Deutschland keine Impfpflicht gibt. Jeder könne sich frei für oder gegen eine Impfung entscheiden. Aber: Wer sich nicht impfen lässt, müsse sich trotzdem an Recht und Gesetz halten.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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