Vergewaltigung in Overberge und Kamen

"Ich kann Dir auch gerne den Kiefer brechen!" - Erschütternde Details zu Sex-Taten in Bergkamen

Der Angeklagte wurde erst in Senden geschnappt. Dort wollte ihn eine Passantin fast mit nach Hause nehmen, weil er so verloren wirkte.
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Der Angeklagte wurde erst in Senden geschnappt. Dort wollte ihn eine Passantin fast mit nach Hause nehmen, weil er so verloren wirkte.

Nicht nur die Vergewaltigung einer Schülerin erschütterte im Sommer 2019 Bergkamen. Wenige Wochen später kam es zur weiteren Sex-Tat. Der Verdächtige wurde erst nach tagelanger Fahndung geschnappt. Jetzt steht der polizeibekannte Mann vor Gericht.

Bergkamen/Dortmund - Nur wenige Verhandlungssäle trennen in den kommenden Wochen zwei Männer aus Bergkamen, die wegen jeweils zweier brutaler Übergriffe und Vergewaltigungen angeklagt sind. Beiden Männern droht im Falle der Verurteilung wegen der Schwere der angeklagten Taten zusätzlich zu einer Haftstrafe die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung für gefährliche Wiederholungstäter. 

Nachdem bereits seit Anfang Januar gegen einen 33-jährigen Oberadener verhandelt wird, der eine 15-jährige vergewaltigt haben soll, begann gestern der Strafprozess gegen einen 25-jährigen, dem zwei brutale Vergewaltigungen zur Last gelegt werden. 

Angeklagter soll zwei junge Frauen zum Sex gezwungen haben

Laut Staatsanwaltschaft soll er am 9. und 11. August zwei junge Frauen in Kamen und Bergkamen mit Gewalt und Drohungen zum ungeschützten Sex gezwungen haben. 

Nach dem ersten angeklagten Übergriff auf eine 16-jährige in Kamen soll er zwei Tage später an der Erlentiefenstraße in Bergkamen eine 21-jährige Bekannte unter einsatzbereiter Rasierklinge attackiert und vergewaltigt haben. 

"Ich kann Dir auch gerne den Kiefer brechen!" und "Ich mache jetzt das mit Dir, was ich möchte!" zitiert Staatsanwältin Alina Hildesheim zu Prozessbeginn in ihrer Anklageschrift bedrohliche Sätze des mutmaßlichen Vergewaltigers während des Tatgeschehens. 

Polizei fahndet tagelang nach der Vergewaltigung in Bergkamen

Der Mann war vier Tage nach der letzten Tat am Busbahnhof in Senden im Münsterland von der Polizei festgenommen worden. Kilometerweit war er offenbar auf einem Fahrrad geflohen.

Der Hinweis eines Zeugen hatte zum Fahndungserfolg geführt. Die Polizei suchte mit einem Foto öffentlich nach dem Tatverdächtigen. Er war bereits polizeibekannt.

Augenzeugen am Sendener Busbahnhof berichteten, dass der Tatverdächtige sie angebettelt habe. Einer Frau habe er gesagt, dass er mit einem Fahrrad mit platten Reifen unterwegs sei und aus Hamm komme.

„Ich war kurz davor, den mit nach Hause zu nehmen, dem eine Decke in die Hand zu drücken. Und ich hätte ihn eventuell eine Nacht bei mir schlafen lassen“, sagte damals eine Augenzeugin. Beim Zugriff der Polizisten habe der Täter noch versucht zu fliehen, sei aber dann von den Beamten zu Boden gedrückt worden.

Angeklagter hatte als 17-Jähriger eine 14-Jährige vergewaltigt

Der 25-jährige Mann ist bereits seit seiner Jugend wiederholt straffällig geworden. Unter anderem hatte er als 17-Jähriger eine 14-Jährige vergewaltigt und dafür eine mehrjährige Jugendstrafe erhalten. In dem nun begonnenen Strafverfahren muss eine Gutachtern prüfen, ob der Angeklagte nach einer Haftverbüßung in der Sicherungsverwahrung oder in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss. 

Für die Erstellung eines Gutachtens ist die Medizinerin auf den Inhalt von Akten sowie ihre Beobachtungen im Prozess angewiesen. Der Mann selber will sich nicht untersuchen lassen. Verteidiger Marco Ostmeyer: Mein Mandant wird sich nicht explorieren lassen!" 

Der Prozess wird am 19. Februar fortgesetzt.

Unterdessen steht die Polizei in Bergkamen bei einem anderen Fall vor einem Rätsel. Vor einem Baumarkt kam es zu einer Schlägerei.

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