Verwaltungsgericht Münster

Gericht entscheidet: Friseure dürfen trotz Corona wieder öffnen - aber nicht für Menschen

Im Corona-Lockdown haben Friseure geschlossen. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Münster hat die Regel nun gekippt - zumindest für Salons für Hunde.

Hamm - Nordrhein-Westfalen ist im Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus auszubremsen. Das öffentliche Leben ruht. Viele Dienstleistungen sind laut Corona-Schutzverordnung derzeit verboten. Doch nicht wenige suchen bei den aktuellen Regeln und Einschränkungen nach rechtlichen Schlupflöchern, um dagegen zu klagen. Eine Gruppe hatte vor Gericht nun Erfolg. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Hundefrisöre dürfen wieder öffnen - Gericht in NRW gibt recht

Denn Hunde-Frisöre dürfen laut eines aktuellen Gerichtsbeschlusses weiter ihre Dienste für Vierbeiner anbieten. Das hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Streit zwischen der Stadt Emsdetten und einer Betreiberin eines Hundesalons laut Mitteilung von Mittwoch im Eilverfahren entschieden. Die geltende Coronaschutzverordnung mit dem aktuellen Regeln und Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie untersage zwar Friseur-Dienstleistungen, dies beziehe sich aber allein auf solche Arbeiten, die an Menschen erbracht würden, so die Richter laut Beschluss von Montag.

Vielmehr sei das Frisieren oder Krallenschneiden bei Hunden in diesem Fall mit einer Handwerksleistung etwa in einer Fahrrad- oder Kfz-Werkstatt vergleichbar, bei der es zwar zu Kontakt mit Kunden komme, in diesem Fall die Hundehalter. Die Mindestabstände von 1,5 Metern könnten aber eingehalten werden.

Mit dieser Argumentation hatte die Hundefrisörin gegenüber dem Gericht erklärt, die Hunde würden an der Tür in Empfang genommen, das Geld würde in einer vor dem Haus auf einer Bank liegenden Dose deponiert, wobei sich einzelne Kunden nicht begegneten. Es komme also ganz Corona konform nicht zu einem längeren Kontakt.

Hundesalons dürfen im Corona-Lockdown wieder öffnen:

Daher begründete das Verwaltungsgericht Münster: Die Corona-Schutzverordnung verbiete nicht die Ausübung der beruflichen Tätigkeit der Antragstellerin. Untersagt seien Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen der Mindestabstand zum Kunden nicht eingehalten werden könne - insbesondere Friseurdienstleistung (auch zu Hause), Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen.

Einrichtungen des Handwerks und des Dienstleistungsgewerbes, zum Beispiel Reinigungen, Waschsalons, Autowerkstätten, Fahrradwerkstätten und Autovermietungen blieben hingegen geöffnet, hob das Gericht hervor. Die Antragstellerin biete als Hundefriseurin Dienst- beziehungsweise Handwerksleistungen an - und halte dabei den Mindestabstand von eineinhalb Metern zum Hundebesitzer ein.

Die Stadt Emsdetten hatte der Frau kurz vor Weihnachten auf Anfrage gesagt, ihr Salon müsse nach den Regelungen des neuerlichen Lockdowns geschlossen bleiben. Dagegen zog die Hundefrisörin vor Gericht und bekam nun vorerst Recht. Gegen die Entscheidung (Az: 5 L 7/21) können die Streitparteien noch vor dem Oberverwaltungsgericht vorgehen. - dpa/afp/mg

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare