In Ophoven im Kreis Heinsberg

Damm in NRW gebrochen: „Lage unüberschaubar“ - Niederlanden öffnen keine Schleusen

Ein Dammbruch an der Rur im Kreis Heinsberg bedroht die Ortschaft Ophoven. 700 Menschen wurden evakuiert. Es gibt noch keine Entwarnung.

Update vom 18. Juli, 11.43 Uhr: Nach dem Bruch eines Damms der Rur gibt es noch keine Entwarnung im nordrhein-westfälischen Wassenberg. Zwar seien sinkende Wasserpegel in allen Ortsteilen zu beobachten und die Wassermassen könnten zunehmend wieder über die Kanalisation aufgenommen werden. Im teilweise unter Wasser stehenden Stadtteil Ophoven könnten aber weitere Dammbrüche noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, teilte die Stadt am Sonntag mit.

OrtOphoven
StadtWassernberg
KreisHeinsberg

„Die Lage ist recht unüberschaubar“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht zum Samstag ihre Häuser verlassen müssen. Man prüfe derzeit, welche Bewohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren dürfen. Einige Straßen konnten wieder genutzt und an das Stromnetz angeschlossen werden, hieß es bei der Stadt.

Auch in der Ortschaft Ohe sei die Stromversorgung überwiegend wiederhergestellt, die Menschen durften teilweise wieder in ihre Wohnungen zurück. Die Vorwarnung für eine Evakuierung in den Ortschaften Effeld und Steinkirchen wurde aufgehoben. Es wurde dringend darum gebeten, von nicht notwendigen Besuchen in den Hochwassergebieten abzusehen. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist bislang noch nicht bekannt. Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas.

Damm in NRW gebrochen: 700 Menschen evakuiert - Niederlanden öffnen Schleusen nicht

Update vom 18. Juli, 10.48 Uhr: Die niederländischen Behörden haben die Bitte des Bürgermeisters des nordrhein-westfälischen Wassenberg zum Öffnen der Schleusen der Rur in Roermond abgewiesen. Der niederländische Deichverband sehe keinen Zusammenhang zwischen einem Dammbruch an der Rur, wegen dem 700 Menschen in Wassenberg ihre Wohnungen verlassen mussten, und dem Schließen der Schleusen auf niederländischer Seite, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Samstagabend.

Burgermeister Marcel Maurer hatte am Freitagabend als Ursache für den Dammbruch im Stadtteil Ophoven das Schließen der Schleusen in Roermond genannt. Dies habe zu einem Rückstau geführt und den Druck auf den deutschen Deich erhöht. Er hatte die niederländischen Behörden gebeten, die Schleusen wieder zu öffnen.

Nach Berechnungen des niederländischen Deichverbands Limburg aber hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Bei Hochwasser werde die Schleuse der Rur in Roermond immer geschlossen, um ein Überfluten der Stadt durch von der Maas in die Rur drückende Wassermassen zu verhindern. Das Wasser der Rur werde dann immer über einen Seitenarm der Rur, den Hambeek, in die Maas geleitet. Das bedeute, dass es einen normalen Wasserabfluss in der Rur ohne Beeinträchtigungen auf deutscher Seite gebe.

Nach dem Bruch des Damms stand der Stadtteil Ophoven nahe der niederländischen Grenze nach Feuerwehrangaben teilweise unter Wasser. Die Lage blieb auch am Samstag angespannt. Der Pegelstand des Wassers stagniere, teilte die Stadt mit. Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas.

Update vom 17. Juli, 16.59 Uhr: Die Lage rund um Ophoven im Kreis Heinsberg entspannt sich leicht. Die ersten Anwohner sind laut WDR deshalb nach Hause zurückgekehrt, die Behörden raten aus Sicherheitsgründen aber noch davon ab, die Häuser zu betreten. Einsatzkräfte sind an einigen Stellen dabei, Wasser abzupumpen. 

Damm im Kreis Heinsberg/NRW gebrochen: Evakuierung in Ophoven

[Erstmeldung] Wassenberg - Der Kreis Heinsberg steht eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden der ersten Coronavirus-Infektion in Nordrhein-Westfalen wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit. In der Stadt Wassenberg musste der Ortsteil Ophoven mit 700 Bewohner evakuiert werden. Im Zuge der Hochwasser-Katastrophe in NRW ist ein Damm gebrochen.

Am späten Freitagabend wurden die Bewohner des Wassenberger Ortsteils Ophoven unweit der Grenze zu den Niederlanden aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen.  Aufgrund des anhaltenden Hochwassers war ein Damm am Fluss Rur gebrochen.

700 Anwohner waren von der Evakuierung betroffen. Für zwei weitere Stadtteile der Kommune im Kreis Heinsberg - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht zu Samstag weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. Die Hochwasser-Lage war auch am Morgen noch angespannt.

„Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit“, teilte die Stadt Wassenberg am frühen Samstagmorgen mit. Immerhin: Die Nacht war nach Angaben von Polizei und Bezirksregierung ruhig. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt.

Damm im Kreis Heinsberg/NRW gebrochen: Evakuierung in Ophoven

Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei. Die Vermutung wurde inzwischen bestätigt.

Im besonders vom Hochwasser betroffenen Erftstadt südwestlich von Köln läuft die Bergung von Autos, die von den Fluten eingeschlossen worden waren. Im Kreis Euskirchen kamen über 20 Menschen ums Leben. Auch dort gibt es an einer Talsperre noch keine Entwarnung. In anderen, vom verheerenden Hochwasser betroffenen NRW-Landesteilen wie im Märkischen Kreis und Hagen wird langsam das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar.

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen haben beim Hochwasser alles verloren und brauchen Hilfe. Hier gibt es Möglichkeiten, für Betroffene der Flutkatastrophe zu spenden

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare