Dauer-Starkregen und überflutete Straßen

Hochwasser in NRW: Was passiert, wenn ich nicht zur Arbeit komme?

Unwetter und Starkregen haben weite Teile Nordrhein-Westfalens unter Wasser gesetzt. Was passiert, wenn der Weg zu Arbeit wegen Hochwasser unmöglich wird?

Hamm - In NRW hat Tief Bernd für ein extremes Unwetter mit Dauerregen und Hochwasser gesorgt. Straßen wurden im Ruhrgebiet, Rheinland und Sauerland überschwemmt und ganze Städte evakuiert. Viele Menschen müssen dennoch zur Arbeit. Das wird zu einem Problem, wenn die Straßen nicht mehr befahrbar sind. (Weitere Artikel aus unserem Verbraucher-Ressort)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Unwetter-Chaos in NRW: Was passiert, wenn ich wegen Hochwasser nicht zur Arbeit kann?

Besonders stark hat das Unwetter in NRW die Stadt Hagen getroffen. Dort musste aufgrund der einströmenden Wassermassen ein Seniorenheim evakuiert werden. Zwischenzeitlich wurde der Notstand ausgerufen. Schlamm-Massen sorgen dafür, dass Straßen und Wege nicht mehr befahrbar sind.

Viele Betroffene der heftigen Unwetter-Folgen in NRW haben jetzt andere Sorgen als ihre Arbeit und den Weg dorthin. Doch inwieweit müssen Arbeitnehmer in so einer Extrem-Situation pünktlich auf der Arbeit erscheinen oder überhaupt hinfahren?

Unwetter in NRW: Was müssen betroffene Arbeitnehmer jetzt wissen?

Arndt Kempgens, Rechtsanwalt in der Kanzlei Kempgens, Brunnengräber aus Gelsenkirchen betont, dass die Arbeitszeit grundsätzlich im Betrieb beginnt. Bei Unwetter müssen Arbeitnehmer also dennoch pünktlich zur Arbeit erscheinen. Das gilt als sogenanntes Wegerisiko.

Das heißt, bei schlechten Wetterverhältnissen muss der Arbeitnehmer mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einplanen. Tun Arbeitnehmer das nicht, droht eine Abmahnung. Im Extremfall sogar die Kündigung. Doch Extrem-Situationen wie das Hochwasser in NRW ermöglicht Ausnahmen.

Unwetter in NRW: Bilder der Folgen in Hagen und anderen Städten

Anwohner leiten bei Aufräumarbeiten an einer Straße im Hagener Ortsteil Hohenlimburg das ablaufende Wasser. Hier hatte Starkregen für teilweise chaotische Zustände gesorgt.
Ein Mädchen steht an einer Straße im Ortsteil Hohenlimburg. Hier hatte Starkregen für teilweise chaotische Zustände gesorgt.
Zwei junge Frauen gehen barfuß über eine überspülte Straße im Ortsteil Hohenlimburg. Hier hatte Starkregen für teilweise chaotische Zustände gesorgt.
Radlader und Trecker räumen Schlamm und Geröll von der überfluteten Bundesstraße 54. Heftige Regenfälle in der Nacht haben für Schlammlawinen und Überflutungen gesorgt.
Unwetter in NRW: Bilder der Folgen in Hagen und anderen Städten

Unwetter in NRW: Wann gilt eine Notlage und befreit mich von der Arbeit?

Bei Notlagen im eigenen Haushalt können Arbeitnehmer von der Arbeit fern bleiben, wenn sie Wasserschäden eindämmen oder beseitigen müssen. In diesem Fall haben Arbeitnehmer sogar Anspruch auf Lohn.

Für maximal fünf Tage können Arbeitnehmer ohne Verschulden von der Arbeit fern bleiben, sofern es sich um eine Notlage handelt. „Um eine solche Situation kann es sich im Einzelfall aktuell rechtlich durchaus handeln“, sagt Kempgens.

Unwetter in NRW: Worauf müssen Arbeitnehmer nun achten, die von Hochwasser betroffen sind?

Was viele Arbeitnehmer nun besonders freuen dürfte: Urlaubstage, die sie nach diesem Vorfall sicher gut gebrauchen können, müssen nicht geopfert werden.

Arbeitnehmer müssen aber in diesem Fall beachten, ihren Arbeitgeber möglichst früh zu informieren. „Wer das nicht tut, riskiert eine Abmahnung wegen verspäteter Meldungen“, erklärt Kempgens, der zuvor schon erklärt hatte, wer für die Schäden haftet, die das Regen-Unwetter hinterlässt.

Unwetter in NRW: Wir berichten von den betroffenen Städten und Gemeinden

Nicht nur Hagen leidet sehr unter den Folgen des Unwetters in Nordrhein-Westfalen. Der Starkregen sorgte auch für massive Schäden im Kreis Soest* - Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet.

Im Hochsauerlandkreis ist die Feuerwehr im Dauereinsatz*, sogar der Damm eines Regenrückhaltebeckens musste überprüft werden und eine Klinik evakuiert werden. Ähnlich sah die Unwetter-Lage im Kreis Olpe aus* - hier kamen 70 Liter Regen in zwölf Stunden herunter.

Das Unwetter hat auch den Märkischen Kreis* voll im Griff: Reißende Bäche und überflutete Straßen und Gleise, besonders Altena und Nachrodt-Wiblingwerde sind von Regenfolgen stark betroffen*. Altena musste sogar abgeriegelt werden, die Lenne drohte über die Ufer zu treten. *soester-anzeiger.de, come-on.de und sauerlandkurier.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/B&S

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