Im Kreis Heinsberg (NRW)

Hendrik Streeck führt Corona-Studie durch - dringender Appell des Virologen für das nächste Jahr

Der Virologe Hendrik Streeck führt im Kreis Heinsberg (NRW) eine neue Corona-Studie durch. Es geht um eine mögliche Immunität für den Fall, dass es vorerst keinen Impfstoff geben könnte.

Hamm - Wenn es um die Top-Virologen in Deutschland geht, wird sein Name in Bezug auf Einschätzungen zur Coronavirus-Lage mittlerweile auch immer genannt: Hendrik Streeck (43). Der Professor für Virologie und Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn wurde vor allem durch seine Heinsberg-Studie bekannt.

Name Hendrik Streeck
Geboren7. August 1977 in Göttingen
AusbildungCharité – Universitätsmedizin Berlin, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Nun leitet Hendrik Streeck eine neue Heinsberg-Studie. Der Bonner Virologe rief die Bevölkerung in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg zur Teilnahme an jener auf. Dabei wollen die Experten um Streeck unter anderem untersuchen, ob einmal infizierte Menschen gegen erneute Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 immun sind.

Hendrick Streeck: Neue Heinsberg-Studie in NRW zur Erforschung der Corona-Immunität

„Das sind extrem wichtige Fragen. Weil es für uns auch Fragen beantwortet, wie wir im nächsten Jahr zum Beispiel mit Sars-CoV-2 umgehen würden, wenn es keinen Impfstoff gibt“, erklärte der Forscher in einer am Dienstag vom Kreis Heinsberg verbreiteten Video-Botschaft auf Facebook. Noch wird an einem Corona-Impfstoff geforscht. Wann es einen Durchbruch gibt, ist offen.

Streeck rief die Menschen auf, die ihn und sein Team bereits für eine Vorgänger-Studie - die Heinsberg-Studie - untersucht hatten. Dabei hatten die Virologen und Wissenschaftler die Ausbreitung des Coronavirus in Gangelt unter die Lupe genommen, das nach einer Karnevalssitzung im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden war. Mittlerweile ist die Zahl der Risikoebiete in NRW wieder drastisch angestiegen. Auch ein erneuter Lockdown ist nicht ausgeschlossen - für den Virologe Christian Drosten eine interessante Idee hätte.

Hendrik Streeck: Virologe nimmt Teilnehmern der Studie in NRW die Angst

Die betroffenen Personen werden dazu aufgerufen, der Einladung von Streeck und Co. am Mittwoch, 21. Oktober, zu folgen. „Wir nehmen Blutproben, stellen Fragen und führen einen Rachenabstrich durch“, erklärte Virologe Streeck mit Blick auf das Prozedere für den Ablauf der Studie in NRW: „Es ist enorm wichtig, dass Sie daran teilnehmen. Nur dann können wir auch verstehen, wie es sich mit dem Infektionsgeschehen verhält“.  

Bei seinem Appell betonte Streeck, dass die Teilnehmer der Studie keine Angst haben müssen, positiv auf Corona getestet zu werden. „Zumindest sehe ich die Gefahr als gar nicht so groß“, erklärte der Virologe, denn: „Von den über 500 Leuten, die wir bisher getestet haben, war kein einziger dabei, der positiv war.“

Kosten für zweite Heinsberg-Studie von Hendrik Streeck trägt das Land NRW

Aber warum wieder Heinsberg? In einer ersten Mitteilung der Universität Bonn erklärte Virologe Streeck, dass es „keinen anderen Ort in Deutschland“ gäbe, „wo wir bereits mit so großer Präzision das Infektionsgeschehen und die Immunität bestimmt haben. Hiervon ausgehend können wir nun bestimmen, ob die Personen, die Antikörper haben, auch wirklich immun sind.“

Die Kosten von rund 800.000 Euro für die Folge-Studie übernimmt nach Angaben der Uni Bonn das Land NRW. Sie ist als Längsschnittstudie angelegt und umfasst einen Zeitraum bis Mai 2021. Unter anderem sollen alle bereits getesteten Personen im Abstand von mehreren Monaten erneut untersucht werden. 

Bei der Heinsberg-Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Corona-Infektion nachgewiesen werden konnte - teilweise mit milden Verläufen oder ganz ohne Symptome. Die Studie sorgte für Aufsehen, aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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