Entscheidung gefallen

Hella-Übernahme: Keine Job-Garantie für Mitarbeiter in Hamm und Lippstadt

Zentrale Automobilzulieferer "Hella" in Lippstadt.
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Nach der Übernahme von Hella durch Faurecia fibt es für die Mitarbeiter zunächst keine Arbeitsplatz-Garantie.

Der französische Konzern Faurecia S.E. übernimmt 60 Prozent der Aktien des Automobilzulieferers Hella mit Werken in Lippstadt und Hamm. Eine Job-Garantie für Mitarbeiter gibt es nicht.

Update vom 16. August, 15.22 Uhr: Der französische Automobilzulieferer Faurecia hat vor Kurzem die Übernahme von Hella bekanntgegeben, das in Lippstadt und Hamm insgesamt mehr als 6.000 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Arbeitsplatz-Garantie gebe es laut Faurecia nach der Übernahme nicht. Allerdings bemühe sich der Konzern, gar neue Stellen zu schaffen. Zudem gebe es keine konkreten Pläne für einen Stellenabbau im administrativen Bereich etwa am Hella-Firmensitz in Lippstadt.

UnternehmenHELLA GmbH & Co. KGaA
Gründung1899
Mitarbeiterzahl 36.311
SitzLippstadt

Update vom 15. August, 14.24 Uhr: Wie Faurecia mitteilte, soll Hella eine wichtige Rolle im zusammengeführten Unternehmen spielen. „Lippstadt wird der weltweite Hauptsitz für drei von sechs Geschäftsbereichen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der fusionierte Hersteller werde in allen Geschäftsbereichen eine kritische Größe erreichen und führende Positionen einnehmen, so der französische Konzern, der damit nach eigenen Angaben zum siebtgrößten Automobilzulieferer wird. 

Hella-Übernahme bestätigt: Großkonzern Faurecia S.E. übernimmt Aktien-Mehrheit

Erstmeldung vom 15. August, 9.24 Uhr] Faurecia gehört zu den größten Playern auf dem Markt. Das französische Unternehmen beschäftigt weltweit rund 115.500 Mitarbeiter und machte vor der Corona-Krise jährliche Umsätze von 17 Milliarden Euro. Sitz von Faurecia ist Nanterre, ein Vorort von Paris.

Laut Hella-Mitteilung vom Samstagabend einigten sich die Hella-Poolaktionäre und Faurecia S.E. auf den Verkauf des 60-Prozent-Aktienpakets „vorbehaltlich regulatorischer Freigaben“. Der französische Konzern zahlt 60 Euro pro Aktie. Der Gesellschafterausschuss von Hella habe dem Abschluss der Vereinbarung zugestimmt, heißt es in der Mitteilung. Bei den Poolaktionären handele es sich um eine Gruppe familiär verbundener Aktionäre, die insgesamt 60 Prozent aller Hella-Aktien einer sogenannten. Poolvereinbarung unterworfen haben („Poolaktien“). 

Der Automobilzulieferer Hella ist einer der größten privaten Arbeitgeber in Westfalen. Am Stammsitz in Lippstadt arbeiten rund 5.500 Menschen, im Werk in Hamm sind es 900 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten knapp 40.000 Menschen für Hella. Das Unternehmen machte zuletzt einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Euro.

Laut eines Berichts des WDR war eine weitere Geschäftsführung durch die Eignerfamilien nicht mehr in Sicht - so sei es zum Verkauf gekommen. So kommt es nun zu dem „freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot“ von Faurecia S.E.. Schon unter der Woche war mit einer Entscheidung am Wochenende gerechnet worden. Wie der WDR berichtet, will der Betriebsrat am Montag eine Stellungnahme abgeben.

Hella beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter in Lippstadt und 900 Mitarbeiter in Hamm.

In Bezug auf die Standorte in Westfalen heißt es in der Mitteilung: „Das Business Combination Agreement zwischen Hella und Faurecia enthält unter anderem langlaufende Vereinbarungen in Bezug auf die Unternehmensstrategie, die angemessene Finanzierung, die zukünftige Ausgestaltung der Corporate Governance, die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Fortbestand des Standorts Lippstadt als wesentliches Zentrum mit operativen Führungen, bestimmten Zentralfunktionen und Forschungs- und Entwicklungseinheiten nach dem Erwerb des Aktienpakets durch Faurecia.“

„Faurecia und Hella passen sehr gut zusammen“, sagt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella Geschäftsführung. In einer Pressemitteilung von Hella heißt es weiter: „Das gilt insbesondere mit Blick auf Produktspektrum und Marktabdeckung. Zudem legen beide Partner hohen Wert auf konsequente Kundenorientierung, operative Exzellenz und Technologieführerschaft. Von daher ist es naheliegend, dass wir unsere Kräfte bündeln, um die Zukunft der Mobilität in vorderster Reihe gemeinsam voranzutreiben. Mit Faurecia an unserer Seite werden wir diesbezüglich noch mehr Möglichkeiten haben als bisher.“  

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