Studie

Drastischer Hausarztmangel droht: Besonders viele Landkreise in NRW betroffen

In Deutschland droht ein drastischer Mangel an Hausärzten. Laut einer Prognose wird es vor allem viele Landkreise in Nordrhein-Westfalen treffen.

Hamm - In vielen Landkreisen und Städten droht im Jahr 2035 eine drastische Unterversorgung mit Hausärzten. Das geht aus einer Studie des Iges-Instituts für die Robert Bosch Stiftung hervor. Besonders hart wird es laut der Prognose Nordrhein-Westfalen treffen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Drastischer Hausarztmangel droht: Besonders viele Landkreise in NRW betroffen

Von den 15 Landkreisen bundesweit, die am stärksten vom Hausarztmangel betroffen sein werden, liegen acht in NRW – und davon vier an der „Spitze“. Für den Kreis Minden-Lübbecke werden im Jahr 2035 53 Prozent weniger Hausärzte erwartet als noch 2019. Es folgen der Hochsauerlandkreis (minus 52 Prozent), der Kreis Höxter und der Märkische Kreis (jeweils minus 50).

Auch in anderen Kreisen und Städten der Region droht ein zum Teil deutlicher Rückgang der Hausarztdichte. Im Kreis Soest prognostiziert die Studie ein Minus von 37 Prozent, im Kreis Unna von 22 und in der Stadt Hamm von 12 Prozent. In Hagen wird ein Rückgang von 16 Prozent erwartet.

„Im Extremfall müssen Patienten in unterversorgten Kreisen damit rechnen, in ihrem Umfeld keinen einzigen niedergelassenen Hausarzt zu haben“, sagt Hans-Dieter Nolting vom Iges-Institut.

Hausarztmangel in Deutschland: Versorgungsdichte könnte laut Prognose drastisch abnehmen

Bundesweit könnten 2035 knapp 11. 000 Praxen unbesetzt sein, so die Stiftung – nach zuletzt 3570 unbesetzten Arztsitzen 2019/2020. Das Szenario geht davon aus, dass bis 2035 bei weitem nicht alle Stellen der altersbedingt ausgeschiedenen Hausärzte nachbesetzt werden können. Zugleich dürfte die Zahl der vakanten Hausarztsitze auch angesichts der alternden Bevölkerung steigen. Die Versorgungsdichte würde von zuletzt 63 auf 57 Hausärzte pro 100.000 Einwohner abnehmen.

Gründe für die Probleme seien, dass junge Ärzte statt Einzelpraxen zunehmend Angestelltenverhältnisse und Teilzeitmodelle bevorzugten. Als Lösungsvorschlag nennen die Studienautoren unter anderem lokale Gesundheitszentren mit multiprofessionellen Teams. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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