Fahrzeug in Pirna zu Schrott gefahren

Harte Strafe nach krassem Diebstahl und Unfall mit Hammer Luxus-BMW

Auf der Autobahn bei Pirna endete die spektakuläre Fahrt mit dem Luxuswagen aus Rhynern.
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Auf der Autobahn bei Pirna endete die spektakuläre Fahrt mit dem Luxuswagen aus Rhynern.

Ein 30-Jähriger klaut in Hamm ein 625-PS-Luxusauto und fährt es kurze Zeit später bei Pirna zu Schrott. Dieser Fall schlug vor nicht mal zwei Monaten heftige Wellen. Jetzt wurde dem Fahrer eine ebenso heftige Straße aufgebrummt.

Hamm – Das ging schnell: Keine zwei Monate nachdem ein 30-jähriger Pole in Rhynern einen 625 PS starken Luxus-BMW gestohlen und damit wenige Stunden später auf der Flucht vor der Polizei kurz vor der tschechischen Grenze bei Pirna in die Leitplanken gerast war, wurde dem Mann jetzt vor dem Hammer Schöffengericht der Prozess gemacht.

Wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt. Ferner wurde die Einziehung von 100.000 Euro – dem Zeitwert des Autos – festgeschrieben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 30-Jährige bleibt in der JVA Hamm in Untersuchungshaft.

Keyless-Go-Technik des BMW M5 abgefischt

In der Verhandlung hatte der 30-Jährige die ihm gemachten Vorwürfe eingeräumt. Über seinen Anwalt ließ er erklären, dass er am Samstag vor der Tat, die sich am Dienstag, 19. November, um 2.45 Uhr zutrug, auf einer Party in Breslau von einem Bekannten angesprochen worden sei, ob er sich schnell und einfach 6000 Zloty – umgerechnet knapp 1500 Euro – verdienen wolle. Dafür müsse er lediglich einen Pkw über die tschechische Grenze fahren. Er habe eingewilligt und sich gedacht, dass es sich um ein gestohlenes Fahrzeug handeln würde.

Einen Tag vor der Tat sei er von dem Bekannten in Breslau abgeholt worden. Man sei nach Hamm gefahren, wo das Zielauto geparkt auf der Unnaer Straße stand. Die Keyless-Go-Technik des BMW M5 X-Drive wurde damals abgefischt. Aus Angst, dass man ihm etwas antun würde, machte er keine Angaben zu dem Bekannten oder weiteren Hintermännern. Im Auto war auch ein Wegwerf-Handy gefunden worden, das offenbar für die Kommunikation mit diesen Hinterleuten gedacht war. Eine Ortung dieser war damit nicht möglich.

Jammer im Auto verhindert GPS-Ortung

Zivile Kräfte der Polizei hatten den mit Kennzeichen-Dubletten eines ebenfalls blauen BMW M5 aus Holland versehenen Wagen in der Nähe von Dresden entdeckt. Mit Vollgas fuhr der 30-Jährige davon, als die Beamten ihr Blaulicht einschalteten, und krachte schließlich an einer Tunnelausfahrt in die Leitplanken. Das Ganze geschah sechs Stunden nach dem Diebstahl in Rhynern. Die Grenze zu Polen war zu dieser Zeit übrigens längst abgeriegelt - der Flüchtende hätte sie nicht passieren können.

Im schrottreifen Auto wurde ein so genannter Jammer gefunden – ein Gerät, mit dem die GPS-Ortung des Wagens unmöglich gemacht worden war. Ferner hatte der 30-Jährige auf der Flucht zweimal getankt. Wäre der Motors dabei ausgegangen, hätte er das Auto nicht mehr starten können.

Auto aus Rhynern längst wieder ersetzt

Der 30-jährige Pole ist übrigens gelernter Bäcker, hatte aber nicht in seinem Beruf gearbeitet. In Polen war er als Gelegenheitsarbeiter auf Baustellen tätig.

Schadlos hat indes der Autohalter aus Rhynern den Fall überstanden. Sein Wagen war neuwertversichert; er hat bereits wieder einen neuen M5.

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