Hamm wird Logistik-Drehscheibe

Rangierbahnhof wird für viele Millionen Euro zum „Multi Hub“

Jörg Hensel, Sigrid Nikutta und Marc Herter.
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Voller Optimismus vor dem Hammer Bahnhof: (von links) Jörg Hensel, Sigrid Nikutta und Marc Herter.

Der einst größte deutsche Rangierbahnhof Hamm wird zu einem Musterbeispiel für moderne Mobilität ausgebaut. Hinter dem Namen „Multi Hub Westfalen“ verbirgt sich ein multimodaler Bahnlogistik-Knoten, der Arbeitsplätze schaffen und das Klima entlasten soll.

Hamm - „Die Bedeutung des heutigen Tages kann gar nicht überschätzt werden“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) am Freitag im Heinrich-von-Kleist-Forum. Dort setzten neben ihm und Sigrid Nikutta (DB-Konzernvorstand Güterverkehr) auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) und Jörg Hensel, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Hamm-Bielefeld, ihre Unterschriften unter eine folgenschwere Absichtserklärung, offiziell genannt „Memorandum of Understanding“.

Auf fast 60 Hektar Fläche Rangierbahnhof sollen sich bis 2028 Schiene, Straße und Wasserstraße zu einer Logistikdrehscheibe entwickeln. Das Ziel: Mehr Güter von der Straße auf die klimafreundliche Schiene zu bringen. 170.000 Lkw-Fahrten könnten so pro Jahr eingespart werden. „Hamm erhält damit schnelle Verkehrsverbindungen in die wichtigsten Wirtschaftszentren und Häfen Europas“, heißt es in der Erklärung. Die Investitionskosten beziffert die Deutsche Bahn auf rund 300 bis 350 Millionen Euro.

Das steht in der Absichtserklärung:

„Wiederbelebung des Hammer Rangierbahnhofs als regionalwirtschaftlicher Schwerpunkt einer nachhaltigen und innovativen Güterverkehrspolitik“ – so ist das am Freitag verfasste „Memorandum of Understanding“ zwischen Land NRW, Stadt Hamm, Deutsche Bahn Cargo AG und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft überschrieben. Ziel ist ein moderner multimodaler Bahnlogistik-Knoten mit innovativer Verladetechnik und vielfältigen Güterzug-Relationen. Alle vier Partner bekräftigen ihre Absicht, die Inbetriebnahme des „Multi Hubs Westfalen“ schrittweise bis zum Jahr 2028 zu erreichen. Für die Entwicklung der Verkehrsdrehscheibe geht die Deutsche Bahn aktuell von einem Gesamtinvestitionsvolumen ohne umliegende Eisenbahninfrastruktur und ohne Straßenanbindung in Höhe von rund 300 bis 350 Millionen Euro aus.

Hamm wird Logistik-Drehscheibe: viel Arbeit und viele Arbeitsplätze

Neben dem Bund steht auch das Land hinter den Plänen. „Mit der Unterschrift heute stehen wir im Wort“, sagte Verkehrsminister Wüst. Auch wenn es im Zuge der Realisierung Probleme geben sollte, so sei man sich doch in der Sache einig. Und auch Bahnvertreterin Nikutta ließ keine Zweifel am „Multi Hub Westfalen“ aufkommen: „Wir werden es machen.“

Auf Hamm kommt damit viel Arbeit, aber auch viele Arbeitsplätze zu. „Hier werden hunderte Arbeitsplätze entstehen. Nicht nur Lageristen, sondern auch Planer, Lokführer und Disponenten“, betonte EVG-Sprecher Hensel. Zusammen mit Kollege Rainer Wilke hatte er in dessen Wohnzimmer die Idee des Multi Hubs entworfen.

Hamm wird Logistik-Drehscheibe: zentraler Schienenlogistik-Standort

Der Plan sieht so aus: Hamm wird als zentraler Schienenlogistik-Standort mit Terminal-Anlagen für den kombinierten Verkehr und Rangier- und Zugbildungsanlagen für den Einzelwagenverkehr, Depotflächen, Logistikhallen mit Gleisanschlüssen sowie einem so genannten Safety-Railport zum „Multi Hub Westfalen“ ausgebaut. Voraussetzung ist neben den Schienenanschlüssen die Herstellung einer leistungsfähigen und insbesondere Lkw-tauglichen Straßenanbindung insbesondere des zukünftigen Terminals und der Logistikhallen voraus.

Die Stadt Hamm plant aktuell die B63n zwischen Autobahn A2 und Hafenstraße. Allerdings gibt es um die Trasse bekanntlich vor Ort politischen Streit. Intensiviert und beschleunigt werden soll die Planung und der Bau der K35n.

„Mit dem Projekt setzen wir einen wichtigen Impuls für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufbruch in Hamm“, versprach Herter.

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